Wie man zum Leader wird

Veröffentlicht am 19 September 2019 von Verena Arnold
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Jürg Wilhelm, 62 Jahre alt, geboren in einem kleinen Dorf in der Ostschweiz namens Niederuzwil, war das fünfte von sechs Kindern. Im Alter von etwa 20 Jahren hat er damit begonnen für einen Krankenversicherer zu arbeiten. Darin war er sehr erfolgreich, denn nach nur einem halben Jahr als Sachbearbeiter wurde er zum Teamleiter befördert. Nach einem weiteren Jahr wurde er Abteilungsleiter und ein weiteres Jahr später konnte er eine eigene Geschäftseinheit übernehmen. 

Mit 27 wurde er allerdings abgeworben. In der neuen Firma war er als stellvertretender Direktor tätig. In seiner neuen Rolle konnte er aktiv  an einer Fusion mitarbeiten, bei der aus vier Versicherungsgesellschaften eine neue, die drittgrösste in der Schweiz, entstand. Später leitete er dort als als Mitglied der Geschäftsleitung und Direktor den Bereich Innovationen und Beteiligungen. Zusammen mit seinem Team baute er insgesamt 15 Gesundheitszentren auf, die interdisziplinäre Gesundheitsleistungen erbracht haben. Nach insgesamt 20 Jahren – war es dann an der Zeit, etwas Neues zu machen. Jürg Wilhelm wagte den Schritt in die Selbständigkeit.

Zuerst arbeitete er als Berater für integrierte Versorgungssysteme. Nach weniger als einem Jahr realisiert er allerdings, dass es Zeit war, das Feld zu wechseln. So hat er seine Tätigkeit neu ausgerichtet und sich auf die Gestaltung von strategischen Entwicklungsprozessen, Change Initiativen und Führungsentwicklung spezialisiert. Seit 20 Jahren bildet Jürg Wilhelm mit seinem Unternehmen institute for excellence gmbh in Au-Zürich Menschen zu Coaches und NLP Profis aus. 

Unser Interviewpartner Jürg Wilhelm ist ein Management-Coach

 

Jürg, du bist ein Management-Coach mit sehr viel Erfahrung. War dieses Berufsbild immer schon dein Ziel? Welche Talente besitzt du, die für einen guten Management-Coach wichtig sind?

Ja, ich übe diesen Beruf seit 22 Jahren aus; das ist tatsächlich eine ganz schön lange Zeit. Das ermöglichte es mir auch, zusammen mit meinen Kunden zu wachsen. Klingt vielleicht merkwürdig: Aber ich bin davon überzeugt, dass wir alle sehr viel voneinander lernen können. Wer als Berater glaubt, alles besser zu wissen als seine Kunden, ist entweder ein Genie oder leidet an fehlender Reflexionsfähigkeit und übertriebener Arroganz. Beides ist für diesen Beruf fatal.

Mir hilft natürlich auch die Erfahrung, die ich als Topmanager – oder besser ausgedrückt als Leader – gemacht habe. Ich hatte die Verantwortung für etwa 300 Mitarbeiter, die über die ganze Schweiz und alle drei Sprachregionen verteilt waren und verschiedene Bereiche in der Firma umfassten. Die Erfahrung in dieser Rolle hilft mir dabei, glaubwürdig rüber zu kommen, weil ich weiss, worüber die Führungskräfte reden. Viele Berater reden abgehobenes Zeug, das für die Menschen in der Praxis und aus der Praxis nicht verständlich ist.

Zudem bin ich sehr neugierig. Seit meinem 20. Lebensjahr habe ich jedes Jahr mehrere Wochen in meine Weiterbildung investiert. Diese Neugierde, auf das, was alles möglich ist, diese Lust am Weiterkommen und andere weiterzubringen, ist für mich zentral. Das ist zwar kein Talent, aber eine wesentliche Einstellung gegenüber dem Leben und Lernen. Ich habe zudem die Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen und die Gabe, bei den Menschen die Lust zu wecken, ihr Wissen und ihre Erfahrung zu teilen. Ich möchte sie dazu animieren, sich selbst neu zu entdecken und so die selbst gesteckten Grenzen zu erweitern.

 

Welche Art von Software oder Hilfsmitteln benutzt du im beruflichen Alltag?

Die wesentlichste Software ist in meinem Kopf! Die auf meinem Mac Rechner ist MS-Office. Also nichts Spektakuläres. Für die Übersicht über meine Projekte und die meiner Kunden nutze ich Trello als eine agile Kanban Agenda. Mein Mobiltelefon, Skype, Google Hangouts und Google Drive sind meine Mittel. Sie helfen mir und meinen Freunden, die kollektive Intelligenz unseres Systems zu nutzen. Aber keines dieser Mittel ersetzt die persönliche Begegnung mit anderen Menschen.

 

Sind deine Kunden eher Unternehmen, die ihre Manager weiterbilden möchten, oder kommen auch Manager persönlich zu dir?

Sowohl als auch. Oft ist der Eintrittspunkt ein Strategieprozess, eine Änderung oder auch eine Führungsentwicklung. Und dann merken die Menschen, wie viel sie zu leisten vermögen. Sie kriegen Lust auf dieses mehr, wollen das aber nicht mit mehr Aufgaben in der Gruppe verbinden.

Oft sind es am Ende auch sehr persönliche, ja beinahe «intime» Themen, für die sie einen vertraulichen, persönlichen Rahmen haben möchten.

 

Was ist denn deiner Meinung nach die grösste Herausforderung im Manager-Alltag?

Nicht Manager sein zu wollen, sondern sich zu einem echten Leader zu entwickeln. Manager sorgen für die Verteilung von Aufgaben auf die vorhandenen Ressourcen und versuchen, die Probleme im Unternehmen zu lösen. Ok, ich weiss, das ist etwas platt formuliert. Aber irgendwie ist dieses Modell eines Managers weit verbreitet.

Ein Leader interessiert sich für sinnhafte, attraktive und auch ambitiöse Ziele, für die er Menschen gewinnen will und ihnen dabei hilft, ihr Bestes zu geben. Ambitiöse Ziele, spornen an, lassen Grenzen durchlässig werden und Menschen über sich hinaus wachsen. Die Aufgabe des Leaders dabei ist, Sinn, Orientierung und Wertschätzung zu geben. Das ist ein zutiefst humanistisches Weltbild eines Leaders, das jedoch auch dazu führt, dass die Leistung der Menschen wächst, die Menschen Verantwortung annehmen und sich damit für das Ergebnis ebenso zuständig fühlen wie der Leader selbst.

Dadurch bekommt der Leader Zeit, einen Schritt zurückzutreten, von dort das grosse Bild und damit das Wesentliche zu sehen, das der Manager oft nicht wirklich zu Gesicht bekommt.

 

Ein gelehrter Mann

Es ist nicht verwunderlich, dass Jürg Wilhelm ein so erfolgreicher Mensch ist. Schliesslich hat er auch viele Ausbildungen absolviert. So hat sich der 62-Jährige ursprünglich zum Diplom-Kaufmann ausbilden lassen. Danach schloss er einen Lehrgang zum diplomierten Krankenversicherungsexperte und diplomierten Sozialversicherungsexperte ab. Zudem hat er Homöopathie studiert sowie Aus- und Weiterbildungen in Systemtheorie 1. und 2. Ordnung absolviert. Ausserdem ist er DVNLP Lehrtrainer und Organisationsentwickler mit Fokus auf Unternehmen.

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