Der Weg zum Gesangsprofi

Veröffentlicht am 31 Januar 2020 von Verena Arnold
Condividi su Facebook Condividi su Twitter Condividi su Linkedin Condividi su Linkedin Condividi su Linkedin

Singen ist schon seit Urzeiten ein fester Bestandteil vieler Kulturen weltweit. Ob aus religiöser, gemeinschaftlicher oder unterhaltsamer Motivation – viele Situationen und Anlässe wurden immer schon beachtlich durch Gesang verschönert. Eine Gesangsart, die in Europa weitgehend die Jahrhunderte überdauert hat und sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut, ist klassischer Gesang.

Margriet Buchberger, geboren in Eichstätt in Bayern aufgewachsen, kommt aus einem sehr musikalischen Elternhaus und hatte früh intensives Interesse für klassischen Gesang. Bereits im Alter von fünf Jahren sang sie eine ziemlich gut intonierte „Der Hölle Rache“ Arie, der Königin der Nacht aus Mozarts Zauberflöte. Sie war Mitglied in einem perfekt dreistimmig singenden Kinderchor und hatte mit elf Jahren ihren ersten Solo-Auftritt bei einem „Leichte-Muse-Abend“ in ihrer damaligen Schule, dem musischen Gabrieli-Gymnasium ihrer Heimatstadt.

Dort konnte sie solistisch erste Schritte tun, sang ab dem fünfzehnten Lebensjahr regelmäßig bei Requiem & Hochzeiten im Dom zu Eichstätt und erhielt nach einem Sommerkurs für Alte Musik in Neuburg das Angebot zu einem Vorsingen für eine Opernrolle in der Barockoper „La liberazione di Ruggiero“ (Francesca Caccini) in der französischen Schweiz. Dieses mündete dann in ihrem ersten Opern-Solo-Engagement noch vor Beginn ihres Gesangsstudiums, nach dessen Vordiplom Buchberger in das Fach Berufsmusiker im Hauptfach Gesang wechselte.

Als freiberufliche Sopranistin, so Buchberger, ist man zunächst lange Zeit in jeder Hinsicht Solistin und kümmert sich meist selbst um Akquise, Vorsingen, Reisen, Übernachtungen und Programmgestaltung. Wird man dann im Laufe der Zeit von größeren Veranstaltern gebucht, werden einem all diese zeitraubenden Arbeiten dann von der dortigen Organisation abgenommen. In ihrer Zeit als Gesangslehrerin und Stimmbildnerin an der katholischen Universität in Eichstätt, war Buchberger in einem Lehrerensemble eingebunden, in welchem man sich bei Semesterveranstaltungen auch austauschen konnte.

Als ausübende Sängerin arbeiten zu können, schreibt Buchberger ihrem starken Willen zu, ihrer Leidenschaft und ihrem großem Durchhaltevermögen. Insgesamt musste sie wenige Vorsingen durchlaufen und meist folgte auf ein Konzert bereits ein weiteres Angebot. Die Entwicklung zur Gesangslehrerin verlief ganz natürlich. Bereits während des Studiums, im Fach Methodik und Didaktik, hatte sie das Glück eine sehr ambitionierte Probandin für ihr Fach zu finden, die sich in der gemeinsamen Unterrichtsarbeit sehr schnell entwickelte und Buchberger die Türe zu ihrer späteren, erfolgreichen gesangspädagogischen Arbeit öffnete.

Unsere Interviewpartnerin und Gesanglehrerin Margriet Buchberger

 

Liebe Margriet, war Singen schon immer deine große Leidenschaft, oder wie bist du dazu gekommen?

In meiner Familie gibt es zahlreiche begabte Laienmusiker mit sehr breitgefächertem musikalischem Interesse. Die Stimme habe ich sicher dem Erbe meiner Mutter zu verdanken, die, hätte sie Gesang studiert, wohl im dramatischen Sopranfach zu finden gewesen wäre. Mit der fast identischen Klangfarbe bin ich jedoch physisch sehr viel kleiner und schmaler angelegt und erkläre mir dadurch meine Entwicklung zum dramatischen Koloratursopran. In frühester Jugend sang ich bereits solistisch bei kirchlichen Veranstaltungen im Dom zu Eichstätt und bald auch überregional in klassischen Konzerten. Eines führte zum anderen und nach kurzzeitiger adoleszenter Verirrung, die wahrscheinlich jeder durchleben muss, ordnete ich bald alles meinen Konzerten und meiner Stimmentwicklung unter. Nach der Operntournee mit „La liberazione di Ruggiero“ / F. Caccini unter der Leitung von Gabriel Garrido bemühte ich mich, bald die Weichen für ein Gesangsstudium in Mailand zu stellen und war glücklich, dort einen von fünfzehn Plätzen bekommen zu haben. Meine italienischen Jahre waren gleichsam hart wie wundervoll und prägen mich bis heute.

 

Was waren deine bisher größten Erfolge in deiner Gesangskarriere? Was bedeutet Singen für dich?

Als deutscher Sopran zu Konzerten der „Fondazione Arena di Verona“ für die „stagione concertistica“ gebucht zu werden war sicher, neben meinen Solo-Recitals im Teatro La Fenice (Sala Apollinee) einer meiner bislang schönsten Erfolge. Auch meine Auftritte bei den Händel-Festspielen in Halle gaben mir Wind unter den Flügeln. In der aktuellen Saison freue ich mich besonders auf Konzerte zur Mozartwoche Salzburg, im großen Saal des Mozarteums, einem Oratorium im Concertgebouw Amsterdam und weitere zahlreiche Engagements mit „La Cetra“ Basel, einem der international führenden Orchester der Alten Musik, unter der Leitung von M° Andrea Marcon.

In meinem momentanen Lebensabschnitt wird dem Gesang, mit Freuden, alles untergeordnet. Nichts macht mich glücklicher als diese physische Erfahrung, in meinen eigenen Klängen zu baden. Das kann, immer noch die virtuose Sopran-Koloratur sein, aber auch immer mehr der schwerere, lyrischere Fast-Mezzoklang. Das Singen ist für mich wie das Atmen – und ohne Atem kommt man nicht weit.

 

Du warst auch als Dozentin im Fach Sprecherziehung und Gesang tätig, welche Hilfsmittel und Unterrichtsmethoden hast du dort eingesetzt?

Als Gesangspädagogin habe ich versucht, jeden Studenten dort abzuholen, wo sie/er sich stimmlich, musikalisch und technisch gerade befand. Gesangsunterricht ist so individuell, dass man gar nicht alles aufzählen kann, und generell ist das beste Hilfsmittel Einfühlungsvermögen.

Natürlich hatte ich das Glück, auf die Technik meiner Lehrerinnen aus Italien, England, Ungarn und Russland zurückgreifen zu können. Jeder schnürt da am Ende des Tages allerdings sein eigenes Paket. Der Student muss sich wohlfühlen mit seinem Atem und seinem Stimmklang. Meistens fällt es nicht leicht, alles einfach frei strömen zu lassen und aufhören sich Sorgen zu machen. Daran habe ich, neben der Einstudierung und Interpretation von Stücken, vornehmlich gearbeitet.

 

Wo siehst du die Zukunft deiner Gesangskarriere? Was wäre dein größter Wunsch?

Meine Wünsche als aktive Sopranistin sind mit der aktuellen Saison an den illustren und schönen Spielstätten wie Salzburg, Amsterdam, dem Theater Basel, den großen Kirchenräumen in Vicenza, Verona und so weiter eigentlich fast erfüllt.

Zwei große verbleibende Wünsche wären vielleicht noch, nach meiner Händel-CD, die Anfang 2020 bei dem Label „Perfect Noise“ erscheinen wird, noch ein Album mit italienischem Barock aufnehmen zu können und eventuell auf diesem momentanen hohen musikalischen Niveau mit einem eigenen Solo- Barockprogramm auf Tour zu gehen. Ba- Rock 😉 !

Margiret ist aktive Sopranistin

 

Einen guten Lehrer finden

Um ein erfolgreicher Berufssänger zu werden, ist es eine lange Reise, die viel Leidenschaft, Willensstärke und Durchhaltevermögen erfordert. Auch braucht es dazu Menschen, die einem auf dem Weg mit gutem Rat zur Seite stehen, so wie einen guten Gesangslehrer.Dieser sollte dem angehenden Profi helfen, seine Stimme langsam zu entwickeln, das richtige Repertoire zu finden und die Stimme nicht zu früh zu stark zu fordern, damit das volle Potenzial des Schülers zu tragen kommen kann.

Artikel teilen:
Condividi su Facebook Condividi su Twitter Condividi su Linkedin Condividi su Linkedin Condividi su Linkedin
Veröffentlicht am von Verena Arnold
Gepostet unter: Ohne Kategorie, Performing Arts
TAG:
Ähnliche Artikel:

Laveco e.U.

Reinigungsarbeiten in Bockfließ
geschrieben von Gert O. am 26. November
Ermin Kabaklija und seine Lebensgefährtin haben wirklich tolle Arbeit geleistet. Bei mir wurde letzte Woche die Fas...

Darja Vepritzky Personal Nutrition Training

Ernährungsberater in Brunn am Gebirge
geschrieben von Ekaterina T. am 14. Dezember
Wenn man zu einer Ernährungsberatung geht, dann hofft man auf Verständniss für die eigene Problematik und die Vermi...

DJ Hernandez

DJ in Mutters
geschrieben von Elvedina Z. am 7. März
Sehr gut gewählte Musikauswahl und sorgt für eine gute Stimmung über die gesamte Dauer des Abends. Jederzeit wieder...

TamaraP

Übersetzungen in Leopoldsdorf
geschrieben von Matea T. am 7. Februar
Sie arbeitet detailliert und genau und alles wird innerhalb der Frist geliefert. Eine sehr positive Person und dahe...

Andreas Burgstaller

Fotografie-Dienstleistungen in Wien
geschrieben von Anna S. am 15. Februar
Herr Burgstaller hat von allen Bürokollegen und Kolleginnen Portraitfotos für unser Intranet gemacht und bestens di...

Lacotec e.U

Malerarbeiten in Oberhaag
scritto da Antonio M il 19/11/2017
Ausmalen Altbauwohnung Zimmer, Küche, Kabinett ca. 97. Kompetent, zuverlässig, rasch und ordentlich; Auftrag zur v...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Wie es funktioniert

Auftrag einstellen
1

Auftrag einstellen

In nur wenigen Klicks angeben, was du benötigst.
Angebote vergleichen
2

Angebote vergleichen

In wenigen Stunden erhältst du bis zu 5 individuelle Angebote.
Such deinen Pro aus
3

Such deinen Pro aus

Nachdem du deine Angebote erhalten hast und die Anbieter verglichen hast, kannst du einfach den überzeugendsten Pro aussuchen.