Vom Rekonstrukteur zum Kampfsportler

Veröffentlicht am 3 April 2019 von Verena Arnold
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Die Kampfkunst ist für Nathan Cueni mehr als nur ein Sport. Es ist für ihn auch eine Methode der Selbstreflektion. Das versucht der 30-Jährige in seinen Kursen auch zu vermitteln. Bis er aber soweit war, dass er Menschen in die Kunst des Kampfsportes unterweisen konnte, dauerte es eine Weile.

Zwar begleitete ihn der Kampfsport seine ganze Jugendzeit hindurch – bis der gebürtige Basler und Vater eines Sohnes sein Hobby zum Beruf machen konnte, musste er aber noch viel lernen. Ursprünglich hat sich Nathan Cueni zum Automatiker ausbilden lassen. Danach hat er die Matura nachgeholt und Biologie und Soziologie studiert.

Nachdem er sein Studium abgeschlossen hat, führte ihn sein Weg nach Kanada, wo er ein Vollzeittraining in Tai-Chi absolvierte. Um über die Runden zu kommen, rekonstruierte der junge Mann Rüstungen aus dem 15. Jahrhundert und fertigte diese auf Kundenmasse an. Vor zwei Jahren wurde Nathan Cueni schliesslich angefragt, ob er auch Training im Tai-Chi anbietet. So kam es dazu, dass er sich dazu entschloss, den Kampfsport zu seinem Beruf zu machen.

Unser Interviewpartner und Kampfkunst Trainer Nathan Cueni

 

Nathan, wie hast du die Kampfsportarten erlernt? Welche Philosophie steckt dahinter? Wie hat sich dein Leben dadurch verändert?

Ich habe mit Bühnenschaukampf angefangen, als ich 14 Jahre alt war. Mir gefiel die Art Kämpfe darzustellen und gleichzeitig mit einem Partner zu kämpfen, das heisst auf ihn Rücksicht zu nehmen, obwohl es nach dem Gegenteil aussehen sollte. Später kam ich zum Kung Fu, wobei es darum ging, den Körper zu fordern und den Willen auszubilden.

Inzwischen trainiere ich hauptsächlich Tai-Chi, bei dem Sensitivität und eine entspannte Haltung gefragt sind. Es geht darum, wie wir mit Konflikten umgehen, ohne uns in diesen zu verlieren. Es hat mich schon immer interessiert, zu erfahren, wie man in Konflikten emotional locker bleiben kann, wie man den Kontakt zum Gegenüber erhalten kann – auch wenn dieser keine wohlwollenden Absichten hat.

Mir hat dieser Weg bis anhin sehr gut getan. Ich habe die Möglichkeit, mich auszutoben, lerne aber auch mich richtig zu fokussieren und ausserdem lerne ich, wie gross mein Anteil ist in Konflikten. Das Schöne an den Kampfkünsten ist, dass man stetig dazu lernt.

 

Welche Kurse bietest du an? Sind die Kurse für Kinder geeignet? Was ist das beste Einstiegsalter?

Ich biete Kurse spezifisch für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Im Kinder- und Jugendtraining lernen die Schüler mehrheitlich Prinzipien aus dem Kung Fu. Generell gesagt, ist sechs Jahre ein gutes Einstiegsalter, wobei dies im Einzelfall immer vom Charakter und der Neugier des Kindes abhängt.

Mit den Kindern gestalte ich das Training vor allem spielerisch. Im Erwachsenentraining steht mehr Haltungswahrnehmung und der gelassene Umgang mit Kraft im Zentrum, wobei Einzel- und Partnerübungen aus dem Tai-Chi eine wichtige Rolle spielen. Speziell ist, dass ich den Fokus auf die Anwendung von Tai-Chi in Partnerübungen lege.

 

Welches Utensil verwendest für Tai-Chi am liebsten und warum?

Für das Training braucht es nicht zwingend Utensilien. Wenn ich etwas verwende, dann meist gerne Kugeln aus Holz oder Metall. In Kontaktübungen helfen sie runde Formen einzunehmen, diese entspannen die Muskulatur und geben der Haltung Leichtigkeit.

 

Was für Tipps zum Thema Verteidigung kannst du den Lesern geben? Warum ist Verteidigung besser als ein Angriff? Wie lange dauert es, bis man die Praktiken erlernt hat?

Die Fähigkeit den Fokus bei sich zu lassen, auch wenn es rauer zu und her geht, empfinde ich als sehr zentral in einem Kontakt. Sobald ich mich durch eine andere Person bestimmen lasse – zum Beispiel durch einen Angriff –, gebe ich meine Position auf. Ich habe bis anhin leider noch keinen einfachen Trick herausgefunden, mit dem man lernt, wie man ruhig bleibt. Es ist vielmehr ein Weg, auf den man sich begeben kann, und immer wieder übt. In diesem Sinne kann man auch nicht sagen wie lange es dauert, bis die Lehren greifen. Feststellbar ist jedoch, das sich von Training zu Training etwas tut.

Ich denke, es ist Charakterfrage, ob die Verteidigung besser geeignet ist als der Angriff. Den meisten Menschen jedoch möchten nicht angreifen, da sie ihren Mitmenschen im Allgemeinen nicht schaden möchten.

Nathan bietet Kurse spezifisch für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an

 

Mehrere Standorte

Zuerst war Nathan Cueni nebenberuflich als Trainer tätig. Weil er aber so viele Anfragen erhielt, konnte er seine Schule stets weiter ausbauen. Seine Schule «Standhaft» gibt es inzwischen an zwei Orten: Pratteln und Binningen. Sein Unternehmen führt der 30-Jährige allein. Ausserdem unterrichtet der gebürtige Basler auch an anderen Schulen in Basel und in Bern. Für jene, die nicht genau wissen, ob Tai-Chi das richtige ist, gibt es die Möglichkeit, ein Gratis-Probetraining zu absolvieren.

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