Selbstschutz durch Krav Maga

Veröffentlicht am 13 Februar 2019 von Verena Arnold
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Es gibt viele verschiedene Arten von Systemen zur Selbstverteidigung. Eines davon ist das aus Israel stammende Krav Maga bei dem man sich mittels Schlag-, Tritt-, und Grifftechniken gegen einen Angreifer zu verteidigen versucht.

Die Worte Krav Maga bedeuten übersetzt Kontaktkampf, wobei ersteres für Kampf und das zweite für Kontakt steht.

Diese Selbstverteidigungstechnik wird nicht nur im privaten Bereich, sondern vor allem im Sektor des Sicherheitsbereiches, also auch der Polizei und beim Militär genutzt. Bei dieser Form des Kampfes, werden vor allem instinktive und ganz natürliche Reaktionen der Person miteinbezogen und es wird stets versucht eine Deeskalation der Situation herbeizuführen. Wie auch von anderen Kampfsportarten bekannt, kann man auch beim Krav Maga unterschiedliche Stufen (Graduierungen) erreichen.

Patrick Sucur praktiziert seit 1992 Kampfsport und bringt heute 27 Jahre an Kampfsporterfahrung mit sich. Er hat nach der Erstausbildung als Autoersatzteilverkäufer in der Automobilbranche, seinen Berufsweg geändert und ist seitdem in der Sicherheitsbranche tätig. Bereits seit 1999 ist er Mitglied der Kampfsportschule JustKnow, wo er und seine Kollegen neben Krav Maga noch eine Reihe anderer Kampfsysteme wie das Leitai (chinesisches Boxen), Kickboxen, Sanda, Eskrima oder Wing Chun, anbieten.

Seine Entscheidung vom Verkaufsberuf in die Sicherheitsbranche zu wechseln, hat der 41-jährige keinen einzigen Tag bereut. Patrick genießt jeden Tag an dem er anderen Menschen seine Leidenschaft zu Krav Maga vermitteln, und ihnen damit ein besseres Sicherheitsgefühl mitgeben kann. Er lebt seine Leidenschaft und liebt es auf diese Weise anderen Menschen zu helfen.

Unser Interviewpartner und Krav Maga-Trainer Patrick Sucur

 

Patrick, das Selbstverteidigungs- und Nahkampfsystem, das du betreibst, nennt sich Krav Maga, kommt aus Israel und wird unter anderem vom Geheimdienst Mossad praktiziert. Wie bist du auf die Idee gekommen, dies zu erlernen? Hast du dich dadurch psychisch und/oder physisch verändert?

Ich bin durch meinen Wing Chun Lehrer, Sifu Nenad Stojkovic, im Jahre 2001 auf das Krav Maga System aufmerksam gemacht worden. Nenad ist heute Krav Maga Master Instruktor und rechtmässiger Inhaber der JustKnow-Schulen. Krav Maga war damals noch nicht so bekannt in der Schweiz, wie dies heute der Fall ist. Nenad zeigte mir während des Trainings ein paar Techniken und ich war sofort Feuer und Flamme. Ich wusste sofort, dieses System möchte ich erlernen.

Im Jahre 2003 habe ich unter Amnon Maor (israelisches System) den die Ausbildung zum Basic Instructor (KMM) absolviert. Im Jahre 2016 habe ich bei Giuseppe Puglisi die Prüfung zum Krav Maga Advanced Instruktor absolviert. Alles was man tut, oder unterlässt, verändert einen. Ich würde behaupten, Krav Maga Self Protect, war eine der besten Entscheidungen die ich getroffen habe. Es hat mich psychisch, physisch, beruflich und privat weitergebracht. In all den Jahren habe ich mich zudem im Bereich Erwachsenenbildung weitergebildet um meiner Rolle als Schulleiter und Krav Maga Personal Trainer gerecht zu werden.

 

Was erlernt man mit Krav Maga eigentlich, wobei handelt es sich dabei? Und wie schnell kann man dieses Selbstverteidigungssystem erlernen? Für wen und ab welchem Alter ist Krav Maga eigentlich geeignet? Wie sieht eine klassische Krav-Maga-Stunde bei dir aus?

Wie schnell man etwas erlernen kann, ist von der Person und ihren Lernfähigkeiten abhängig. Persönlichen Fähigkeiten werden besonders im Personal Training Rechnung getragen. Jeder von uns hat seine eigenen Wünsche, Vorstellungen und Ziele und diese müssen und können nicht immer bei allen gleich schnell erreicht werden. Aber mit gutem Willen und positiver Grundeinstellung kann jeder von uns seine Ziele erreichen. Was ich mit Sicherheit sagen kann ist, das Krav Maga System erlernt sich schneller als andere Kampfsportarten. Es gibt keine Formen (Katas) und keinen Wettkampf. Es geht lediglich um das nackte Überleben auf der Strasse.

Mit Krav Maga erlernt man eine Gefahr zu erkennen, diese zu meiden oder sich unter Wahrung der Verhältnismässigkeit zu Verteidigen. That’s it. Die Verhältnismässigkeit bei der Selbstverteidigung ist ein wichtiger Faktor in unserem Rechtssystem. Dies unterscheidet die Organisation Krav Maga Self Protect von anderen Selbstverteidigungs-Systemen. Klar sind das Überleben und die körperliche Unversehrtheit erstrangig. Wir dürfen nicht vergessen: Der erste Kampf mag wohl auf der Strasse stattfinden, der zweite könnte womöglich vor einem Richter sein. Darum ist es sehr wichtig, dass das eigentliche Opfer nicht selbst zum Täter wird.

Die geeignete Verhältnismässigkeit kann mit dem Situations-Training, zum Beispiel mit vorgegebenen Szenarien geübt werden. Im regulären Trainings werden zudem die Fähigkeiten wie die Kraft, die Ausdauer, die Reflexfähigkeit, die kognitive und die koordinativen Fähigkeiten trainiert. Weitere Infos über das Training findet man auf der Website www.kravmaga-schweiz.ch. Grundsätzlich kann man bei uns das Krav Maga Training ab 18 Jahren besuchen. Für Jugendliche bieten wir das Krav Maga Junior Protect an und zudem bieten wir auch für Frauen das Women Protect an. Der Kurs Junior Protect ist auf spezielle Techniken beschränkt respektive zeigen wir nicht alle Krav Maga Techniken vor und tranieren sie. Hingegen beim Women Protect werden weitere zusätzliche Techniken trainiert. Zum Beispiel, wie kann sich eine Frau gegen einen körperlich stärkeren Gegner zur Wehr setzen. In diesen speziellen Kursen kann der jeweilige Instruktor zusätzlich auf besondere Wünsche und Bedürfnisse eingehen.

 

Was unterscheidet denn Krav Maga von einer klassischen Kampfsportart? Gibt es eventuell Voraussetzungen, die ein Teilnehmer erfüllen muss? Muss man hier sportlicher sein als bei anderen Kampfsportarten? Ist das Training körperlich anstrengend?

Bei uns (JustKnow) ist es so, dass jeder Teilnehmer, der bei uns trainieren möchte, einen Auszug aus dem Strafregister vorzeigen muss. Es dürfen keine Einträge zu Kapital- oder Gewaltverbrechen vorhanden sein. Man muss grundsätzlich nicht sportlich sein um bei uns trainieren zu können. Man wird jedoch mit der Zeit sportlicher werden. Die körperliche Fitness kann bei einem physischen Angriff oder womöglich einen Messerangriff essenziell für den Erfolg sein. Es wird grundsätzlich empfohlen sich wenn immer möglich nicht in einen Kampf einzulassen. Davon zu rennen könnte auch eine Option sein. Die meisten Helden sind bekanntlich gestorben.

 

Kannst du unseren Lesern einige nützliche Selbstverteidigungs-Tipps geben? Wie kann man Gefahrensituationen erfolgreich bewältigen? Was sollte man z. B. auf jeden Fall vermeiden, wenn man sich verfolgt fühlt? Wie sollte man mit seiner Angst umgehen?

Mein Tipp ist stets eine gute Umfeldkontrolle zu haben. Dies bedeutet, gut vorauszuschauen und aufmerksam zu sein. Um eine mögliche Gefahr rechtzeitig zu erkennen muss das persönliche Umfeld bewusst wahrgenommen werden. Wir treffen jeden Tag Entscheidungen, viele Entscheidungen. Wenn man den alltäglichen Entscheidungen, die man selbst trifft ein wenig mehr Aufmerksamkeit geben würde, könnte man viele Konfrontation im Leben vermeiden. Zum Beispiel, zuerst zu denken, dann zu sprechen. Wenn man verärgert ist, sagt man unangebrachte Sachen, welche den Gesprächspartner verletzen könnten. So könnte beispielsweise ein verbaler Konflikt entstehen. Daraus können weitere Konflikte entstehen.  

Wir können beispielsweise einen physischen Konflikt umgehen, indem wir einer bestimmten Situation genügend Aufmerksamkeit schenken und rechtzeitig, die Strassenseite wechseln, in einem Lokal, Zug oder Tram sich für einen bestimmten Platz entscheiden, oder bei unguten Gefühl sich einfach umdrehen und zurücklaufen, anstatt sich in eine Gefahrensituation zu begeben. Ich empfehle auch allen die einen Pfefferspray mit sich tragen, einen entsprechenden Pfefferspray-Kurs zu besuchen. Bei einer Anwendung könnte es zu strafrechtlichen Folgen für den Betroffenen selbst kommen. Im Kurs werden Risiken und rechtliche Möglichkeiten erklärt und aufgezeigt. So ein Pfefferspray-Kurs kann für wenig Geld über info@justknow.ch gebucht werden. Für alle weiteren Fragen stehe ich unter info@infight.ch zur Verfügung.

Beim Krav Maga geht es nicht um Wettkämpfe, sondern persönliche Weiterentwicklung

 

Konditionierung um Konflikte möglichst gut lösen zu können!

Im Vergleich zu anderen Kampfkünsten, kann man Krav Maga relativ schnell erlernen, da man sich ausschließlich auf sich selbst fokussiert und nicht durch ständige Wettkämpfe vom wesentlichen, dem eigenen Fortschritt, abgelenkt wird.

Mithilfe solcher Kurse, wie sie bei JustKnow angeboten werden, kann man erlernen, sich in brenzligen Situationen richtig zu verhalten, um diesen deeskalierend entgegenzuwirken. Diese Art der Selbstverteidigung nicht nur dazu da ist um den Körper zu trainieren, sondern auch um seinen Umgang mit Konflikten zu verbessern.

Es war schön, dass sich Patrick für uns Zeit genommen hat, und uns einen wirklich spannenden Einblick in ein noch nicht allzu bekanntes Thema ermöglicht hat!

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