Sehr viel mehr als “nur” Gesangsunterricht

Veröffentlicht am 27 März 2019 von Verena Arnold
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Singe, wem Gesang gegeben. Besser ist, wenn man seine Ambitionen von einer erfahrenen Gesangspädagogin begleiten lässt. Nicht nur Atemtechnik und Stimmbildung, sondern auch der Auftritt wird neben der musikalischen Ausbildung geschult. Zu einem souveränen Auftritt gehören Selbstsicherheit und Authenzität. Deshalb sind Schauspielkunst, Gebärdensprache und Mimik Teil der Ausbildung.

Die Schweizer Mezzo-Sopranistin Menga Juon wurde in einer Region Graubündens geboren, die zweisprachig ist. Insofern sind ihr das Tönen und Hören von Sprachklängen von Kind an vertraut. Die Liebe zur Musik und zur Literatur wurde ihr gewissermassen in die Wiege gelegt. Menga Juon studierte Germanistik, Kunstgeschichte, Französisch und Klassischen Gesang. Nach ihren Hochschulstudien erlang sie in den von ihr belegten Fächern das Höhere Lehramt. Zusätzliche Ausbildungen machte sie in Schauspiel, Tanz und Theaterpädagogik.

2014 gründete Menga Juon das Institut für “Natürliche Gesangs-, Sprech-und Auftrittsschulung kurz NGSA.  Hier bietet sie ein reiches Bildungsangebot in allen Bereichen des Gesangs, und der Stimmbildung. Aber auch Rhetorik, Auftrittsschulung, Bewegungs-und Atemschulung gehören zu ihrem Repertoire. Es geht ihr vor allem darum das in einer Persönlichkeit schlummernde stimmliche und künstlerische Potential zur Entfaltung zu bringen.

Unsere Interviewpartnerin Menga Juon gründete das Institut für Natürliche Gesangs-, Sprech- und Auftrittsschulung

 

Was für Musik inspiriert dich privat? Warum hast du diesen Beruf gewählt? Woher kommt Deine Leidenschaft für die Musik?

In der Tonkunst steckt die Kraft des Lebens, des Schönen, des Einmaligen, des klanglich Vollkommenen, wobei auch disharmonische, atonale Klänge vollkommen sein können. Sie spiegelt das, das sich in unserem tiefsten Bewusstsein regt, in ihm bebt.

Meine Leidenschaft zur Musik ist nichts anderes als die Leidenschaft meiner Seele. Sie ist in der klassischen Musik zu Hause; dort atmet sie, dort singt, tanzt sie, dort ruht sie und wird sie immer ruhen.

Im Besonderen Bachs, Mozarts, Beethovens, Schuberts, Schumanns, Mendelssohns, Mahlers, Bruckners und Wagners Werke inspirieren mich während des Schreibens. Vivaldis, Chopins, Liszts, Wagners, Bachs, Lullys, Rameaus, Cornellis, Mondovilles Musik und die Werke von vielen weiteren Komponisten lassen in mir hingegen Tänze entstehen, die ich während der MJMouvements Arbeit weitergebe.

Bach, Purcell, Händel, Mozart, Schubert, Schumann, Brahms, Hugo Wolf, Richard Strauss, Rossini, Puccini, Wagner, Berlioz und viele weitere Komponisten rufen in ihren Liedern und Arien meine Stimme an, die einmal von mir von ihnen gesungenen Melodien klingen nächtelang in mir nach.

Meine Liebe zur Musik und meine natürliche Verbindung zum Menschen und zu seiner Stimme, liessen mich meinen Beruf erwählen.  

Ich achte darauf, dass das sängerische Musizieren während meiner Stunden auch immer ein Weg zur körperlichen, mentalen und geistigen Gesundheit ist.

 

Was lernt man in der Rhetorikausbildung? Für wen eignet sich der Kurs? Wie lange dauert der Unterricht?

Der Unterricht im Bereich der Rhetorik führt die Lernenden auf die Bühnen des freien, natürlich wirkenden, gekonnten Körper-, Stimm-, Sprech- und Sprachausdrucks. Angestrebt wird das Erlangen einer tragfähigen, farbigen, gesunden Stimme, einer lebendigen, ausdrucksvollen, individuellen Körpersprache, eines gebildeten Sprechausdrucks sowie das Entwickeln der Fähigkeit zu einer reichen Sprachgestaltung. Scheinbar einfache, dem erwachsenen Menschen gegebene Grundfunktionen wie das Atmen, das Artikulieren, die Stimmgebung, das Gehen, die Gestik und die Mimik, werden für den gekonnten Auftritt neu erlernt. Als schlussendlich bewusste Handlungen werden sie danach beim Auftritt professionell eingesetzt. Die gefundenen stimmlichen Farbnuancen, der gewonnene Modulations- und Intonationsreichtum sowie die Authentizität des Körper- und Sprechausdrucks wirken sich nachhaltig positiv auf den beruflichen und privaten Alltag des jeweilig Auftretenden aus und verändern sicht-, hör- und spürbar seine Beziehung als Kommunizierender zur Umwelt.

Die grundlegenden Ansätze zu einem erfolgreichen Auftreten und Sprechen sind in jedem einzelnen Menschen angelegt; sie bilden das Fundament des jeweils sehr individuellen Bildungsweges des Lernenden. Je nach Voraussetzung und Zielsetzung erstreckt sich der Bildungsweg, von wenigen Privatlektionen aus bis zu einer, sich über Monate, ja Jahre  dauernder Zusammenarbeit. Die Arbeit richtet sich an professionelle Sprecher und Sprecherinnen sowie an alle, die ihre Sprechstimme und ihren Sprechausdruck bilden möchten.

 

Was gehört zu deiner Grundausstattung für die Arbeit? Gibt es ein bestimmtes Element, das nie fehlen darf? Woher bekomme ich so etwas, wenn ich Anfänger im Bereich Gesang bin?

Die Grundvoraussetzung für ein stimmiges, von Erfolg und Fortschritten durchdrungenes Zusammenarbeiten ist die Sehnsucht nach der Entfaltung des eigenen Stimm-, Körper- und Seelenpotentials. Ein Gut, das oft völlig verdrängt im Menschen schlummert.

Die Neugierde, die Entdeckungsfreude, das physisch-seelische Einverständnis zur Aufnahme von Neuem, der Mut zum Erleben von Ein-, Aus- und Aufbrüchen, das Interesse an schön und nicht gleich schön klingenden Tönen, flammen während des Unterrichts auf.

Da Singen und Sprechen nicht von einem «Element» sondern von unzählig vielen Gegebenheiten abhängen, darf ich Ihnen antworten, dass es kein Element gibt, dass keineswegs fehlen darf. Selbst kaum hörbare oder überanstrengte oder gar erkrankte Stimmen können sich während der Arbeit zu schönen, klangvollen Stimmen entwickeln. Der Weg ist also jedem Suchenden offen.

 

Wie läuft der Gesangsunterricht ab? Wie lernt man seine Stimme optimal einzusetzen? Und wie oft in der Woche sollte man üben?

Die von mir gegebenen Stunden «laufen nicht ab», sondern entstehen; dies ist wohl eine der Grundrealitäten meiner Unterrichtsweise, eine Art Philosophie.

Die Entfaltung der Stimme ist kein rein technisch sich vollziehender Prozess.

Der jeweilige Gemütszustand, die körperliche Verfassung und die Wachheit des Geistes, das eben Erlebte, das aus früheren Zeiten gerade Nachwirkende, das Verdrängte, das halbwegs Vergessene, das bereits technisch und musikalisch Verinnerlichte und vieles mehr bestimmen den Gesangsakt.

Das kluge Eingehen auf diese Gegebenheiten während der Gesangsstunden ermöglicht das wirklich freie, produktive, kreative, Wurzeln schlagende, nachwirkende, sich ins sängerische Verhalten auf immer einprägende Arbeiten, das Voran- und Fortschreiten.

In jeder Gesangsstunde gehe ich auf den Sänger neu ein. Ihn wahrnehmend, beobachtend, mit ihm in Kontakt tretend, auf ihn eingehend, erschaffe ich jeweils Arbeits- und Übungsformen, die die Weiterentwicklung seiner Stimme ermöglichen und festlegen. Der Weg zur Stimme kann über eine Arbeit mit der Ganzkörperlichkeit, mit dem Atem und/oder mit der gesprochenen und/oder gesungenen Stimme, liegend, stehend, sitzend, gehend, tanzend, szenisch gespielt, mittels mit sich gerade ergebender Hilfsmittel (wie Objekte, Bilder, Vorstellungen, Düfte, Lichteffekte, etc.), alleine oder zu zweit singend, a capella oder mit Klavierbegleitung, begangen werden.

Die Schüler sind also nicht die Empfänger eines festgelegten Programms. Die für sie jeweils erschaffenen Arbeitsformen bringen ihre Persönlichkeit zur Entfaltung, sie fördern, befreien, pflegen und entfalten ihre Stimme. Während der fortgeschrittenen Lernphase entwickeln sich die Sänger auf diese Weise zu Interpreten von Liedern, Arien und sonstigen Songs. Natürlich üben wir auch ständig mit Arbeits- und Übungsformen, die die Gesangstechnik fördern. Wenn möglich, sollten diese zu Hause in regelmässiger Arbeit umgesetzt werden.

Mir ist es aber wichtig, dass so wenig wie möglich rein technisch geübt wird. Der Sänger muss und soll immer als fühlender, empfindender, denkender und agierender Künstler arbeiten können. Rein technischer Gesang ist seelenlos, rein technisch forcierte Stimmen farb- und ausdrucksarm.

Rein technisch vorbereitete und gegebene Gesangsstunden töten die musischen Gaben des Sängers.

In der Tonkunst steckt die Kraft des Lebens

 

Schlummernde Stimmpotentiale erwecken

Die Stimme ist der klangliche Ausdruck unseres Wesens. Sie verkümmert, wenn sie nicht auf die ihr entsprechende Weise gefördert wird und wenn die in ihr verborgenen und über sie frei gegebenen Potentiale nicht ins Leben erweckt werden. Das wirkliche Entfalten des Stimm- und Körperausdrucks verlangt demnach einen fächerübergreifenden Unterricht, im Sinne einer Beschäftigung mit dem Menschen in seiner Ganzheit, das heisst, mit seinem Intellekt, seinem Körper und seiner Emotionalität. Die Stimme wird so zum Träger menschlicher Fähigkeiten, Gegebenheiten oder künstlerischem Ausdruck. Fähigkeiten, die dem Lernenden anfänglich nicht immer bewusst sind. Es bedarf allerdings sehr empathischer, erfahrener und musischer Pädagogen mit einer klaren Vorstellung von dem, was sie tun und bewirken, damit man die verborgenen Schätze heben kann.

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