Rund herum mit dem Rhönrad

Veröffentlicht am 4 Mai 2020 von Verena Arnold
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Artisten verwenden die verschiedensten Utensilien, um ihre Shows atemberaubend und spektakulär zu gestalten. Den Möglichkeiten sind dabei keine Grenzen gesetzt. Ein besonderes Hilfsmittel ist das Rhönrad. Ähnlich einem überdimensionalen Laufrad hangeln sich die Akrobaten an Sprossen entlang, schwingen sich oben auf das Rad oder verbiegen sich in beeindruckende Figuren – und das alles, während das Rad über die Bühne rollt! Diese Kunst erfordert einiges an Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit und Koordination. Ohne jahrelange Übung wird man dieses Utensil nicht beherrschen – was es für das Publikum umso faszinierender macht, eine solche Show sehen zu können.

Gina Sibila ist 25 Jahre alt und wuchs im Ruhrgebiet am wunderschönen Baldeneysee auf. Dorthin kehrt sie auch immer wieder gerne in ihren Tourpausen zurück. Nach dem Gymnasium schloss sie zuerst eine Ausbildung zum Fitness Wellness Coach Fachrichtung Tourismus ab und machte 2014 als Semesterbeste ihr Examen. So kann sie neben der Artistik auch Personal Trainings, Workshops, Kurse oder Massagen anbieten – oder darauf zurückgreifen, wenn sie nicht mehr als Artistin tätig sein möchte.

Aus ihrer Leidenschaft an der Bewegung wurde ihr Beruf. Als sechsjähriges Kind fing sie an, Rhönrad zu turnen. Selbst einstudierte Darbietungen, Kinderzirkusshows, Rhönradshows und diverse andere kleine Events zeigte sie schon immer gerne zu verschiedenen Anlässen. Von befreundeten Artisten bekam sie die nötige Rückenstärkung, dass sie ihre Acts anbieten solle. Seit 2016 steht sie glücklich auf diversen Bühnen in der ganzen Welt. Sie ist freischaffende Künstlerin, Artistin und performt mit dem Rhönrad. Dadurch ist sie ihr eigener Chef, mit dem Vorteil, dass sie entscheiden kann und selbst verantwortlich ist. Wenn sie von außen Unterstützung oder Zuspruch erhält, motiviert sie das enorm. Weitere Infos zu ihrer Arbeit findet man unter www.ginasibila.com. Auch auf Instagram ist sie zu finden: https://www.instagram.com/gina_sibila/.

Unsere Interviewpartnerin ist Künstlerin Gina Sibila

 

Gina, in welchem Alter hast du das Tanzen für dich entdeckt? Wie kam es, dass du dich mit der Zeit immer mehr zum Radturnen hinwandtest?

Es ist ganz lustig, denn das Tanzen habe ich nach der Artistik für mich entdeckt, also genau anders herum. Als Kleinkind war ich im Ballettkurs, aber dort war es mir, nach Angaben meiner Mutter, zu langweilig. Die Action hat mir gefehlt, also habe ich die nötige Bewegung in anderen Sportarten gesucht und beim Rhönradturnen gefunden.
Durch die gelebte Bühnenerfahrung, erstmals durch URBANATIX, sammelte ich Erfahrung im Tanz. Nachdem es mir so viel Spaß gemacht hat, habe ich diverse verschiedene Kurse und Workshops besucht, um mich in unterschiedlichen Stilen weiter zu entwickeln. Unter anderem habe ich im OpenSpace, Voguing und Dancehall ausprobiert. An der Scala11 besuchte ich diverse Kurse im  klassischen und modernen Ballett, Contemporary, Tanzimprovisation und Tanztheater. Die Mischung aus verschiedenen Workshops – zum Beispiel von der Finnin Nella Turkki – haben mich vielseitig geformt. Dazu kam viel eigenes Ausprobieren und Selbststudien, welche Bewegung sieht wie aus, was gefällt mir am besten und was mag das Publikum.

 

Welche Disziplinen beherrscht du mit dem Rad? Wie baust du diese in deine Shows ein?

Dadurch, dass ich auf nationalem Level im Einzel- sowie bei Mannschaftswettkämpfen erfolgreich war, habe ich mit dem Rhönrad Gerade, Spirale und Sprung präsentiert. Für meine Shows versuche ich Gerade Elemente und Spirale flüssig zu verbinden und verschmelzen. Den Sprung, bei dem man auf dem Rad steht und mit einer Salto-Kombination vom Rad herunter springt, habe ich in Brasilien unter viel Applaus in meinen Act eingebaut. Da man aus knapp 2,5 Meter auf dem Boden springt und dieses für die Gelenke auf Dauer nicht gesund ist, baue ich den Sprung nur noch selten in meinen Act ein. Ich möchte schließlich noch lange auf der Bühne stehen können.

 

Welches Rad verwendest du derzeit für deine Shows? Welche Rolle hat die Marke beim Kauf des Rades gespielt?

Momentan performe ich am liebsten mit Rhönrad (zwei durch Stahlsprossen verbundene parallele Reifen) und manchmal auch Cyr/Single Wheel  (nur ein Reifen). Es gibt sehr viele verschiedene Faktoren, die für die Kaufentscheidung wichtig sind. Das Gewicht und Material spielt dabei eine große Rolle. Möchte ich mit leichtem Gepäck reisen können, zum Beispiel mit dem Flugzeug nach Brasilien? Wie klein und in wie viele Teile kann ich mein Rad auseinander bauen? Wenn ich an einem festen Ort bleibe, kann ich ein schweres Rad mit stabilem Radlauf benutzen.  Auch die Größe, die man sich selbst aussucht, ist entscheidend. Ist das Rad kleiner, ist es einfacher zu händeln und zu kontrollieren, ist es größer, ist es ästhetischer im Gesamtbild. Diese Fragen muss sich jeder selber stellen, denn da gibt es kein richtig oder falsch, jeder muss individuell entscheiden, was am besten passt.
Mein jetziges Rhönrad ist ein Zimmermann Rad aus Taunusstein. Mit solchen Rädern bin ich aufgewachsen und weiß daher, dass die Qualität stimmt. Holger Zimmermann, den Hersteller, kenne ich persönlich und bin sehr zufrieden mit dem Service.

 

Wie viel Erfahrung braucht man deiner Meinung nach, um professionelle Radturnshows anbieten zu können? Auf welche Fähigkeiten kommt es an?

Es gibt verschiedene Arten von Acts. Bei einer klassischen, traditionellen Show, die hauptsächlich auf Tricks basiert, braucht man je nach Körpergefühl viele Trainingsjahre, um das Radgefühl und die Technik zu beherrschen. Handelt es sich um eine zeitgenössische Show mit einer gefühlvollen Geschichte, muss man zusätzlich harmonische Übergänge und tänzerische Elemente in den Act einbauen.  Dazu ist sehr viel Gefühl für den eigenen Körper und das Zusammenspiel mit dem Rad nötig. 
Eine gute Körperspannung, ein Gefühl für Oben und Unten, die Orientierung im Rad, also dass man auch blind weiß, wo man sich gerade befindet, ist besonders wichtig. Dazu ist eine große Anpassungsfähigkeit an den Untergrund und den zur Verfügung stehenden Platz erforderlich. Ich habe bereits auf über 40 verschiedenen Bühnen wie Theater, Zirkus, Messe und Konzertsaal sowie anderen Untergründen performt. Immer wieder gab es neue Gegebenheiten. Ist der Boden hart, rutscht das Rad schnell weg. Durch die Härte hat man aber auch ein direktes Feedback vom Untergrund. Ist der Boden weich und federnd, absorbiert er die Bewegungsenergie und man muss hart arbeiten, um das Rad in Bewegung zu halten.
Wenn die Fläche eingeschränkt ist, muss man zusätzlich ständig schauen, dass man mit dem Rad keine Requisiten wie Boxen oder Scheinwerfer berührt. Mein Rad hat einen Durchmesser von 2,10m. Bei einer Bühnentiefe von nur 4 Meter ist es eine große Herausforderung, den Rhönradact daran anzupassen. Denn selbst, wenn man die Technikelemente und das Gefühl für das Rad hat, benötigt man zusätzlich noch den Blick für den zur Verfügung stehenden Raum und, nicht zu vergessen, den Kontakt zum Publikum.
Wenn man Jahre lang trainiert und die Tricks im Schlaf beherrscht, kann man sich an die nächste Aufgabe wagen und ganz viel Bühnenerfahrung sammeln.

Es ist ganz lustig, denn das Tanzen habe ich nach der Artistik für mich entdeckt

 

Ein Gespür für das Rad ist wichtig

Gina Sibila beherrscht das Rhönrad, seit sie ein Kind ist. Mit ihren Acts war sie bereits auf über 40 Bühnen zu sehen und begeisterte Menschen auf der ganzen Welt. Beim Rhönrad ist einiges zu beachten. Es gibt verschiedene Größen und Materialien, die das Rad auch unterschiedlich schwer zu händeln machen. Wenn man vorhat, viel zu reisen, muss auch das Gewicht und der Aufbau des Rhönrads darauf angepasst sein. Als Artist benötigt man eine hohe Körperspannung und ein Gefühl dafür, wo man sich während der Showelemente befindet. Gleichzeitig muss man auch auf den Untergrund und den Platz achten und wie sich diese auf die Bewegung des Rads ausüben. Alles in allem ist Rhönradturnen eine hohe Kunst – und begeistert daher sowohl Artisten als auch Publikum. 

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