Mit Aikido in die eigene Kraft kommen

Veröffentlicht am 6 Februar 2019 von Verena Arnold
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Aikido ist eine ganz besondere Sportart. Ursprünglich als Kriegskunst entwickelt, ist heute ihr oberstes Ziel, den Gegner nicht zu verletzen. Wer Aikido trainiert, trainiert nicht nur seine körperliche Kraft, sondern auch seine innere Stärke, seine mentale Kraft, kommt mit sich und seinem Körper in die Harmonie und kann die Kraft des Gegners nutzen, Angriffe abzuwehren, ohne selbst aggressiv agieren zu müssen.

Um mehr über diesen faszinierenden Sport zu erfahren, haben wir mit Sharon Wuhrmann gesprochen, die trotz ihres noch recht jungen Alters von 22 Jahren bereits eine erfolgreiche Aikido-Trainerin ist und ein eigenes Dojo betreibt, während sie nach ihrer Lehre im Universitätsspital Zürich als Fachfrau Gesundheit nun noch die Ausbildung zur Dipl. Pflegefachfrau HF absolviert, die sie im März 2019 abschließen wird.

Geboren wurde sie in Dielsdorf und hat sich schon von klein auf für Sport und Musik begeistert. Zuerst hat sie getanzt und nahm Reitunterricht und spielte Klavier. Mit 15 Jahren kam sie durch einen Freund der Familie zum Aikido und war vom ersten Moment an fasziniert und begeistert. Genau wie bei ihrer Berufswahl, ist ihr auch beim Aikido die Zusammenarbeit mit Menschen wichtig. Man begegnet zahlreichen und den unterschiedlichsten Menschen und lernt von ihnen unendlich viel für das Leben.

So begann sie bereits im Jahr 2012 mit dem intensiven Studium und der Arbeit mit Aikido  unter der Leitung von Gabriel Horsch. Als Co-Trainerin durfte sie 1.5 Jahre mit Gabriel Horsch das Kinder- und Jugendtraining, sowie Erwachsenen Einführungskurse leiten. Nachdem sie auf diesem Weg Erfahrungen in der Leitung von Trainings sammeln konnte, übernahm sie das Kindertraining und leitete dies 1.5 Jahre alleine.

Bei der alleinigen Leitung von Anfänger- und Prüfungstrainings, konnte sie neben dem Kindertraining zusätzlich Leitungserfahrung im Erwachsenenbereich sammeln. Seit 2016 trainiere sie selbst bei Dragiša und Renata Jocic und erhielt von ihnen schon im selben Jahr den schwarzen Gurt im Aikido, den 1. Dan Aikikai Tokyo.

Ihr Yukana Dojo ist eine Aikido Schule in Winterthur. Mit der Gründung des eigenen Dojos im Jahr 2017 erfüllte sie sich einen Traum und freut sich, ihr Wissen weitergeben zu dürfen und viele neue und spannende Begegnungen machen zu können. Bei der Gründung wurde sie von vielen Menschen in ihrem Umfeld unterstützt, wofür sie sehr dankbar ist.

Seit Mai 2018 ist die Aikido Schule Mitglied des grössten Schweizer Aikido Verbandes ACSA (Association Culturelle Suisse d’Aikido) und somit dem Hombu Dojo in Tokyo (Haupt-Dojo des Aikido) angeschlossen. Das Training findet in der Turnhalle des Schulhaus Maurerschule statt. Jedoch führt das Yukana Dojo unabhängig von der Maurerschule.

Unsere Interviewpartnerin Sharon Wuhrmann ist eine erfolgreiche Aikido-Trainerin und betreibt ein eigenes Dojo

 

Sharon, wie trainieren Sie Ihre Schüler? Welche Stilrichtung wird bei „Yukana Dojo“ unterrichtet?

Die heutigen gebräuchlichen Namen der Techniken, wurden nicht von O-Sensei (Begründer des Aikido) benannt, denn er lehrte nur (mögliche) Formen. Es liegt in der Art des Menschen, Dinge zu benennen und in Kategorien einzuteilen. Das bedeutet, dass die Menschen anfangen, die Techniken immer auf die genau gleiche Art und Weise auszuführen. Dadurch geht die Kreativität und der Erfindergeist verloren. Mann führt die Techniken mit der Zeit nur noch blind und monoton aus.

Doch darum geht es nicht im Aikido. Deshalb habe ich auch keine Stilrichtung. Dies würde nicht meiner Philosophie entsprechen. Für mich haben die Techniken im Aikido eine Grundidee. Jeder Mensch hat einen anderen Körperbau  und jede Situation ist anders. Ich lehre keinen Stil, sondern die Bewegungen wahrzunehmen und darauf entsprechend zu reagieren.

Für mich hat eine Technik «Grundzüge», welche dann individuell sowohl auf die Ausführende als auch derjenigen an dem die Technik ausgeübt wird, angepasst werden muss. Dies empfinde ich eine sehr grosse Herausforderung, denn man lernt immer wieder neue Arten der Bewegung für ein und dieselbe Technik kennen.

 

Was erwarten Menschen, die Aikido lernen wollen? Über welchem Weg findet man am besten in diese Kampfkunst hinein? Was kann ihnen Aikido tatsächlich geben?

Ai bedeutet Harmonie, Ki Lebensenergie und Do bedeutet Weg. Das bedeutet, dass man die Kraft des Angreifers lernt aufzunehmen und umzuleiten, um den Angreifer mit seiner eigenen Kraft zu Boden zu führen. Dazu wendet man verschiedene Griff-, Wurf- und Hebeltechniken an. Weiter gehören auch Atmungs-, Imagination-, Meditations- und Präsenzübungen dazu.

So verschieden wie die Menschen sein können, so unterschiedlich sieht teilweise auch der Weg den sie mit Aikido beschreiten aus. Aikido ist ein idealer Ausgleich zum Alltag. Ängste und Hemmungen kann man abbauen, um somit das Selbstvertrauen zu stärken. Man lernt Herausforderungen des Lebens gelassen zu meistern. Die heutige Gesellschaft legt leider immer mehr Wert auf intellektuelle Förderung. Dabei bleibt der körperliche Aspekt oft auf der Strecke.

Aikido kann einem so unendlich vieles geben und im Grossen und Ganzen gesagt, hat man nie ausgelernt.

 

Was ist die Philosophie des Aikido? Welche persönlichen Ziele kann man mit Aikido erreichen?

Aikido ist eine ganzheitliche japanische Kampfkunst, bei der sowohl körperliche, als auch mentale Fähigkeiten geschult werden und zur Persönlichkeitsentwicklung beiträgt. Sie fordert und fördert unsere psychologischen und geistigen Entwicklungen und Fähigkeiten. Eine Kampfkunst beeinflusst uns in allen Bereichen unseres Lebens positiv und unterstützt die positiven Faktoren unseres Charakters.

Da Aikido eine ganzheitliche Kampfkunst ist, kann man sie auch als eine Lebensweise annehmen, welche einem lehrt, glücklicher zu leben, wirklich zu lieben und inneren Frieden und Ruhe zu finden. Zu dieser Kampfkunst gehört auch, seine Emotionen zu erkennen und mit ihnen umgehen zu können. Mit Aikido kann man einen ruhigen Geist und die innere und äussere Zentriertheit erarbeiten, auch im Angesicht eines Kampfes (um Leben und Tod). Es ist sehr wichtig, den Angreifer nicht verletzten wollen.

Das ist höchste Ziel, eine Haltung und eine physische sowie geistige Präsenz zu entwickeln. Das ermöglicht, in jeder Situation einem Angriff so zu begegnen, dass keine Kampfsituation entstehen kann.

 

Welche Voraussetzungen muss man mitbringen? Braucht man einen typischen Trainingsanzug? Gibt es Altersbeschränkungen?

Man braucht keine keine speziellen Voraussetzungen für Aikido benötigt. Aikido ist für jeden geeignet, der Freude am Erlernen neuer Bewegungen hat. Der typische weissen Trainingsanzug ist von Vorteil, um Aikido zu trainieren. Für den Anfang reichen jedoch auch bequeme Kleidung wie z.B. eine lange Trainerhose und ein T-Shirt.

Eine Altersbeschränkung in dem Sinn gibt es für mich auf keinen Fall. Ganz im Gegenteil. Ob ganz Klein oder schon älter, das Aikido-Training kann man auf seine persönlichen Fähigkeiten, sein Können und die persönlichen Ziele abstimmen. Aikido muss man also sehr individuell ausüben. Das Yukana Dojo habe ich v.a. auf Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Ich biete jedoch auch Aikido für Erwachsene an. Die Erwachsenen trainieren zusammen mit den Jugendlichen. Dabei habe ich sehr gute Erfahrungen machen können.

Aikido trainiert den Körper und Geist gleichermassen

 

Der friedliche Weg im Kampfsport

So paradox dies klingt, so zutreffend ist es für die Kampfsportart Aikido, die für alle Menschen geeignet ist, die zwar lernen möchten, sich im Notfall verteidigen zu können, aber niemanden Schaden zufügen möchten. Ebenso eignet sich dieser Sport aber auch, um einfach mit sich selbst in Kontakt zu kommen, seinen Körper und seinen Geist gleichermassen zu trainieren und damit einen wichtigen Teil zur Erhaltung von Gesundheit und Fitness beizutragen.

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