Liebe auf den ersten Hüftschwung

Veröffentlicht am 29 Mai 2019 von Verena Arnold
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Selbstvertrauen, Selbstliebe, Selbstbewusstsein – drei Wörter, die leider immer seltener bei Frauen anzutreffen sind. Alles beginnt bei einem selbst und kann durch die Verbindung von Seele und Körper (wieder) gefunden werden. So zum Beispiel bei Danièle Baumgartner in der Tanzschule TanzDichFrau. Nachfolgend berichtet sie über ihre Philosophie, die Möglichkeiten ihrer Tanzschule und wie sie moderne Trend aufgreift.

Schon immer ist Danièle passionierte Tänzerin. Von dieser Leidenschaft kam sie zu ihrem heutigen Beruf – nein, ihrer Berufung, ihrem ganzen Lifestyle. Schon in ihrer Kindheit hat sie unzählige Tanzkurse besucht und Stile erlernt. 1996 ist sie per Zufall zum Orientalischen Bauchtanz gekommen – und es war Liebe auf den ersten Hüftschwung! Erst als Hobby, dann als Vertretung für ihre damalige Tanzlehrerin, konnte sie ihre Fähigkeiten immer weiter ausbauen und an verschiedenen Schulen und Projekten anbieten.

Danièle erhielt immer mehr Anfragen zum Bauchtanz, die sie gar nicht mehr an den verschiedenen Standorten abdecken konnte. Dadurch entschied sie sich, einen zentralen Raum zu suchen, an dem sie ihre Kurse anbieten konnte. So entstand das Tanzstudio Layuna, das so viele Anfragen erhielt, dass sie sich selbständig machen konnte.

Die Tanzschule führt sie als Einzelunternehmerin und unterrichtet wöchentliche “TanzDichFrau Tanzkurse” und bietet Workshops und Seminare für Frauen an. Unterstützt wird sie von einem kleinen Team aus Tänzerinnen, das ebenfalls in unregelmäßigen Abständen Einführungsworkshops anbietet oder stellvertretend für Danièle einspringt.

Unsere Interviewpartnerin Danièle Baumgartner ist eine begabte Tänzerin

 

Danièle, du hast dich mit deinem Tanzstudio auf den Bauchtanz spezialisiert. In deinem Studio steht allerdings nicht der klassische Bauchtanz im Fokus, sondern ein Bauchtanz, welcher zur Stärkung des Wohlbefindens, Selbstbewusstseins etc. der Frau dient. Nimmst du auch deine Kraft für den Alltag aus Bauchtanzeinheiten? Wie bist du auf die Idee gekommen, dass diese Art von Tanz ein großes Potential beinhaltet, Frauen im Alltag zu unterstützen?

Ja. Die Kraft des Bauchtanzes, der weiblichste Tanz der Welt, nutze ich selbstverständlich auch selber in meinem Alltag. Es ist ein Wechselspiel. Ich tanze und werde dadurch gestärkt und lasse meine Stärke wiederum in den Tanz (und in den Unterricht) einfließen.

Schon während meiner Tätigkeit als Primarschullehrerin konnte ich beobachten, was dieser Tanz mit meinen Schülerinnen macht. Am deutlichsten konnte ich es bei den Mädchen aus dem Heim beobachten, wie viel Selbstvertrauen sie über den Tanz entwickeln konnten.

Als Tanzlehrerin erkannte ich dann schnell, dass es gewisse Bewegungen des Bauchtanzes gibt, welche Frauen mit einem geringen Selbstvertrauen größere Mühe bereiten, als Frauen, welche mit einem gesunden Selbstbild zu den Tanzkursen kamen. Beispiel: Wenn eine Frau unzufrieden mit ihrer Oberweite ist, große Komplexe wegen ihrem Busen hat, so ist es für sie nahezu unmöglich Bewegungen des Oberkörpers alleine über die Technik zu erlernen. Also habe ich damit begonnen, das Selbstvertrauen und die Selbstliebe der Frauen zu stärken, bevor oder während ich die Tanztechnik vermittelte.

Diese Form des Unterrichts kam für mich einer Offenbarung gleich. Das vielbesungene Wechselspiel von Körper und Seele ergab darüber endlich sichtbaren Sinn. Je stärker ich mich auf das Wohlbefinden der Frauen konzentrierte, desto schneller haben sie Techniken erlernt – und je schneller Techniken erlernt wurden, desto stärker machten sich die Vorteile dieses Tanzes im Alltag bemerkbar.

So durfte ich erleben, wie Frauen durch meine Tanzstunden den Mut fassten einen neuen Beruf zu erlernen (weil sie es sich zutrauten), sich aus ungesunden Beziehungen lösten (weil sie es sich Wert waren), fröhlicher durchs Leben tanzten (weil sie sich von Minderwertigkeitsgefühlen lösten), wie sie ihre Lebensprobleme lösten (weil sie die Kraft hatten), wie sie sich gegenüber Chefs oder anderen „Obrigkeiten“ behaupteten und Respekt verschafften (weil sie ihre (Selbst-)Haltung verbesserten), wie sie für sich einstanden (weil sie sich den Mut ertanzten). Solches und Ähnliches durfte ich erleben und erlebe es natürlich immer noch.

Unzählige berührende Beispiele aus dem Leben meiner Tanzschülerinnen motivieren mich, das Konzept TanzDichFrau stets weiterzuentwickeln und zu verbessern. Ich erkannte und erkenne immer mehr das Potential, welches in der Kraft einer Frau steckt. So habe ich jüngst mein Angebot erweitert und biete ein über Jahre entwickeltes Seminar für Frauen an, in welchem sie über die Achtsamkeit ihre urweibliche Kraft entdecken und in ihr Leben integrieren können. Das Seminar „die urweibliche Kraft“ kann als ergänzendes Angebot zu meinen Tanzstunden genutzt werden. Da wir aber in diesem Seminar nicht tanzen, richtet es sich auch an Frauen, die sonst nicht an meinen Tanzstunden teilnehmen. Ich bin der festen Überzeugung, dass gestärkte Frauen viel zu der Verbesserung und Heilung der momentanen Weltlage beitragen können.

 

Was genau können SchülerInnen bei dir lernen? Vermittelst du neben der reinen Technik auch eine bestimmte Philosophie? Was sind die Grundvoraussetzungen, dass deine Kurse den gewünschten Erfolg erzielen?

Vorneweg: Erste Grundvoraussetzung ist, dass meine Teilnehmerinnen Frauen sind. Es gibt zwar auch sehr viele Männer, die bauchtanzen, aber nicht bei mir. Meine Schülerinnen lernen natürlich primär tanzen. Dabei unterstützen sie sich, anfänglich unter meiner Regie, gegenseitig. Das heißt: ich habe keine klassischen „Anfänger- und Fortgeschrittene-Kurse“. Es ist bei mir möglich, als „Anfängerin“ in einem bereits bestehenden Kurs quer einzusteigen. Ich bereite neu einsteigende Frauen so vor, indem ich sie ermutige „sich einzulassen“.

Ich versuche ihnen vorgängig jeden möglichen Stress zu nehmen, indem ich ihnen erkläre, dass in meinem Kurs weder Leistungs- noch Zeitdruck o.ä. herrscht. Über das gegenseitige Unterstützen lernen die Frauen schnell den „Zauber der Schwesternschaft“ kennen, sie erfahren, was unter Frauen alles möglich ist, wenn sie an einem Strick ziehen. Schwesternschaft bedeutet also, dass Frauen befreit von jeglichem Konkurrenzdenken, gemeinsam in einem Klima von gegenseitiger Wertschätzung und Wohlwollen agieren und einander helfen, in ihre Kraft zu kommen. Das geschieht bei uns zum großen Teil nonverbal über das Tanzen. Mit ergänzenden Hintergrundinformationen und Übungen bereichere ich jeden Tanzschritt, so dass möglichst jede Bewegung einen auf den Alltag übertragbaren Sinn ergibt.

Als weitere und wahrscheinlich letzte Grundvoraussetzung, man konnte es vielleicht schon etwas aus der vorangehenden Ausführung lesen, gilt, dass sich die Frauen weder selber noch gegenseitig kleinmachen. Aussagen wie „dafür bin ich zu doof (zu dick, zu dünn, zu alt…)“ gelten bei mir nicht. Sollte eine Frau solches oder Ähnliches in irgendeiner subtilen Art und Weise einer Tanzschwester suggerieren, akzeptiere ich das nicht. Zickenkampf hat bei mir keine Chance. Und so ist es seit 2007 sogar – und zum Glück „nur“- zwei Mal vorgekommen, dass ich eine Frau aus meinem Kurs verwiesen habe.

Die Philosophie von TanzDichFrau fasst mein Slogan „Deine Liebe, deine Schönheit, deine Kraft! Erinnere dich!“ am besten zusammen. Er enthält nebst den frauenstärkenden Aspekten nämlich auch, dass jede Frau die urweiblichen Bewegungen des Bauchtanzes in sich trägt. Man muss sich nur daran erinnern.

 

Was gehört zu deiner Grundausstattung bei einem Bauchtanzkurs? Welche Kleidung empfiehlst du deinen KundInnen, um den Tanz bestmöglich erlernen zu können? Werden auch spezielle Schuhe für den Bauchtanz benötigt oder wird dieser vorwiegend barfuß getanzt?

Meine Grundausstattung für den Kurs sind Musik, Tanzboden, Spiegel. Es kommt aber auch schon mal vor, dass wir spontan in die Natur fahren, um ohne Spiegel, auf einer Wiese, alleine zum Klang der Vögel oder Grillen,… zu tanzen. Anziehen soll sich jede Frau so, wie sie sich wohlfühlt. Einige schmücken sich jeweils mit viel Schminke, Blumen im Haar, prächtigen Röcken und glitzernden Oberteilen. Andere bevorzugen Trainerhosen und Schlabbershirts. Es macht schlicht keinen Unterschied. Außer für die individuelle Laune und das momentane Bedürfnis der einzelnen Frau. Indem wir uns im Tanz stets unserer Liebe, unserer Kraft und unserer Schönheit bewusst sind, kann eine Frau im Pyjama-Look genauso mit ihrem innigschönen Tanz zu Freudentränen rühren, wie eine Frau in „Vollmontur“. Wir tanzen in Socken und barfuß. So fühlen wir den Boden besser. Wir sind geerdeter.

 

Welcher Trend beim Tanzen ist im Moment aktuell? Wechseln die Modetrends sehr häufig? Bist du der Meinung, dass auch Bauchtanz einer dieser Trends ist und warum? Welcher deiner Kurse ist zur Zeit der beliebteste bei deinen KundInnen? Hast du in Zukunft geplant, dass du deine Angebote erweiterst oder möchtest du dich innerhalb dieses Tanzes auf weitere Techniken spezialisieren?

Trends, so habe ich über all die Jahre beobachten können, halten sich nie sehr lange. Außerdem beanspruchen Tanz-Trends für sich oft streng geltende Regeln, was mit einem Kurs wie TanzDichFrau, bei dem das Fördern der individuellen Stärken mit im Vordergrund steht, nicht kompatibel ist. Ich orientiere mich somit nicht an Tanztrends, sondern an zeitlosen Philosophien und Lebensschulen, die in verschiedensten Tänzen zu finden sind – und je nach Bedürfnis der Schülerinnen in den Unterricht eingebunden werden können.

Für mich ist das relevant, was den Menschen (in unserem Fall die Frau) glücklich macht und ihn (also sie) in seiner (ihrer) Entwicklung weiterbringt – und nicht das, was momentan Mode ist.

Bauchtanz ist ein sehr alter, archaischer Tanz. In praktisch allen Tänzen dieser Erde findet man das eine oder andere Element, welches an den Bauchtanz erinnern oder offensichtlich daraus entlehnt wurde (Ausnahmen wie IrishDance gibt es). So bin ich in der glücklichen Lage, mich nicht an Modetrends orientieren zu müssen, sondern kann mich durch unzählige, z.T. uralten Tänzen inspirieren lassen und meinen Unterricht dadurch stets abwechslungsreich gestalten – ohne dabei den Kern, in meinem Fall eben den Bauchtanz, aus den Augen zu verlieren.

Klar, natürlich kommt es vor, dass ich „Trends“ in meinen Unterricht einbaue und diese TanzDichFrau-Konform angleiche. Beispielsweise das Twerken. Wenn ich „Trend-Elemente“ dieser Art einbaue, achte ich darauf, dass der Ur-Weiber-Charakter dieser Bewegungen, die stärkende oder entspannende Wirkung auf den weiblichen Körper, im Vordergrund steht und, wie eben im Beispiel „Twerken“, die sexuelle Animationsaussage kritisch hinterfragt und beleuchtet wird. Gerade für die jüngeren Schülerinnen, welche sich vielleicht noch eher von Miley Cyrus und Co. beeinflussen lassen, ist das wichtig. Wenn ich Trends dieser Art einbaue, dann also mit schützendem, nährendem und aufklärenden Hintergrund.

Bauchtanz war in der westlichen Welt wellenweise Trend. So hält sich z.B. der Mythos, dass die erste Bauchtanzwelle durch „Little Egypt“ an der Weltausstellung in Chicago 1893 ausgelöst wurde. Bewusst und mythenfrei habe ich Bauchtanz als Trend erlebt, als Shakira berühmt wurde. Da wollten tatsächlich auffällig mehr Frauen den Bauchtanz erlernen.

Innerhalb der orientalischen Tanzszene gibt es natürlich ebenfalls Weiterentwicklungen, welche z.T. Trend-Charakter aufweisen. Tribal Fusion, eine Fusion von Bauchtanz, ModernDance, Elementen aus dem Yoga und/oder HipHop, ist eine dieser Stilrichtungen mit Trendcharakter. Oder ATS, der American Tribal Style, welcher als improvisierter, auf Kombinationen aufgebauter Gruppentanz Elemente aus dem Bauchtanz, Flamenco, Afro,… vereint. Beide Stile, wie viele weitere auch, sind im Angebot von TanzDichFrau natürlich ebenfalls zu finden.

Für den Moment denke ich, bin ich gut abgedeckt und vereine weiter die Essenzen der glücklich machenden Tänze und die urweiblichen Elemente aus der Weltsprache Tanz. Die Möglichkeiten sind noch längst nicht erschöpft.

Trends im Tanzen halten sich nie sehr lange

 

Deine Liebe, deine Schönheit, deine Kraft

Danièle vermittelt in ihrer Tanzschule das, was gerade in der heutigen Zeit vielen Frauen fehlt – das Gefühl für innere Stärke, Selbstbewusstsein und -vertrauen, Freude und ein gesundes Selbstbild. Die Tanzlehrerin schafft mit ihrem Bauchtanz einen Ort, an dem sich Frauen selbst kennenlernen können, ihre Kraft (wieder) finden und ein Wechselspiel aus Körper und Seele erleben.

Gerade heutzutage, wo klassische und auch (oder vor allem) die Online-Medien ein Körperbild suggerieren, das für viele schwer oder gar nicht möglich zu erreich ist (und was auch nicht sein muss!), ist die Tanzschule TanzDichFrau eine Hilfestellung, sich selbst wohlzufühlen. Ohne Zickereien, mit oder ohne Schuhe, in der Natur und draußen – Danièle schafft immer und überall ein Gefühl der inneren Stärke und Freiheit.

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