Leidenschaft und Weltkulturerbe

Veröffentlicht am 4 Februar 2020 von Verena Arnold
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Dies vereint sich im Flamenco, der Musik aus dem Süden Spaniens, der Regionen Andalusien, Murcia und Extremadura, bestehend aus Gesang, Gitarre und Tanz. Von der Generaldirektion Kunstwissenschaft und Kulturgüter in das Inventar der beweglichen Vermögen der Region Murcia eingetragen, wurde der Flamenco im Jahr 2010 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt, denn Flamenco ist nicht einfach nur Musik und Tanz, Flamenco ist Kunst und wird in unterschiedlichen Stilrichtungen praktiziert.

Wir wollten mehr erfahren und haben mit Dominique Maurer aus Basel gesprochen. Die 59-jährige wurde schon in Basel geboren, ist aber in Südamerika aufgewachsen. Sie hat das KV gemacht und daneben Gymnastik studiert und einige Jahre auf der Spedition gearbeitet. Später war sie als Reiseleiterin in Spanien tätig und zusätzlich als Gymnastiklehrerin. In dieser Zeit entdeckte sie den Flamenco und empfand dies als Offenbarung.

Sie empfand sich zuvor nicht als sehr ehrgeizige Person, aber gleich am ersten Tag ihrer Begegnung mit dem Flamenco wurde sie von einer Energie erfasst, die sie vorher nicht gekannt hatte. War ihr Leben vorher so beschaulich dahin geplätschert, änderte sich das mit ihrer ersten Flamenco-Stunde, die sie besuchte. Sie war überwältigt von einem Bedürfnis, unbedingt den Flamenco zu beherrschen und ihn in seiner Tiefe auszuloten. Sie entwickelte eine unglaubliche Willensstärke und fühlt sich als Flamenca stark und wild. Sie hat sich dann nur noch dieser ihrer neuen Leidenschaft gewidmet, sich in verschiedenen Kursen und Flamencoschulen weitergebildet, um dann selbst ihr Wissen weiter zu geben. .

In ihrem Studio unterrichtet sie, zusammen mit Gastdozenten aus dem In- und Ausland an einigen Abenden pro Woche Flamenco. In Basel gibt es eine Flamenco-Szene, in der viele ein eigenes kleines Studio wie sie haben und sie sind zwar kein richtiges Team, unterstützen sich aber gegenseitig bei Workshops und Flamencokursen der Gastdozenten, denn auch viele der anderen Studios in Basel halten es ähnlich wie sie.

Die meisten, die in Basel wie sie Flamenco machen, bilden sich weiter und besuchen die Workshops und Weiterbildungskursen von anderen Studios. Ab und zu schliessen sich ein paar LehrerInnen mit ihren Schülern zusammen und veranstalten Schülerauftritte. Es ergeben sich darüber hinaus auch immer wieder Gelegenheiten, gemeinsam mit Schülern an Events zu tanzen. Die Flamenco-Szene und die losen Teams, die sich immer wieder ergeben, wären nichts ohne Musiker, die sie in der „Arbeit“ des Unterrichtens und Auftretens begleiten. Wann immer möglich, werden Gitarristen, Sänger und Perkussionisten engagiert, damit man nicht ab Band spielen muss. Diese sind natürlich auch Teil der grossen Flamenco-Familie. Allerdings sind die wirklich guten Musiker von weit her zu holen, da es in der nächsten Umgebung nur sehr wenige gibt, die den Flamenco-Tanz begleiten können.

Ihr Studio ist ein privater Raum, den sie mit anderen Tänzern, die einen ähnlichen Boden benötigen, teilt. Dies sind vor allem Stepp- und Flamencotänzerinnen. Ihr persönlicher Unterrichtsstil ist der, dass sie die gesundheitsförderlichen Aspekte des Flamenco vorrangig behandelt. Das bedeutet beispielsweise, dass sie sich im Unterricht um gute Haltung kümmert, dass zwischen den Übungen entspannt wird und möglichst wenig harte und laute Schläge mit den Füssen gemacht werden, ohne einen genügenden Muskeltonus zu haben.

Hintergrund ist ihre gymnastische Ausbildung und das damit einhergehende Bewusstsein für einen gesundheitsförderliche Bewegungen. Sie hat sich in ihrer Jugend und lange Jahre ihres Erwachsenseins mit Rhythmus beschäftigt und spielt selber einige Rhythmus-Instrumente. Da der Rhythmus, der ’soniquete‘ im Flamenco eine zentrale Rolle spielt, ist dieses Element ihr quasi in die Wiege ihres Flamenco-Talents gelegt und dient als Basis für ihren Unterricht und ihre Auftritte. 

Unsere Interviewpartnerin Dominique Maurer leitet die Tanzschule

 

Dominique, welches Konzept steckt hinter der Tanzschule? Wo kann man euch finden?

Wie schon erwähnt, ist das Besondere meines Unterrichts, dass ich auf gesundheitsförderliche Bewegungen und eine gute Haltung achte. Darüber hinaus verpflichte ich mich immer nur für sehr hochstehenden Flamenco, denn Qualität ist das oberste Gebot meines Konzepts. Ich suche immer den Austausch mit herausragenden Persönlichkeiten des Flamenco, um mich weiterzubilden und die Qualität hoch zu halten.

Die Devise lautet: Ich lebe nicht vom Flamenco, sondern für den Flamenco. Ich unterstütze mit meinem Studio gute Flamenco-Musiker und -Tänzerinnen, indem ich sie ohne eigenen Profit engagiere. Es gibt etliche hoch begabte und studierte Flamencas und Flamencos, die nur spärlich davon leben können – und mein Konzept besteht darin, die Flamencowelt zu stärken, indem ich meine Anfänger zu den Grossen dieses Fachs weiterreiche – dem Flamenco zuliebe.

Ich selber bin eine gute Pädagogin und kann Schülerinnen und Schüler gut für einen Unterricht  bei Flamenco-Koryphäen, die dann nicht mehr so viel erklären wie ich, vorbereiten. Interessierte können sich unter +41 (0)76 316 44 11 bei mir melden für weitere Informationen. 

 

Welche Tanzstile bietest du an? Was für Kurse kannst du Anfängern empfehlen?

In meinem Studio wird Flamenco für Anfänger und Fortgeschrittene angeboten. Ich unterrichte Anfänger und Mittelstufe, die Gastdozenten unterrichten die Fortgeschrittenen. Der Unterricht findet meist in  Gruppen zwischen zwei und acht Personen statt. Es gibt auch Privatstunden.

Anfängern empfiehlt sich natürlich ein Anfängertanzkurs! Der Flamenco hat so viele Stile wie es Leute gibt, die ihn praktizieren. In Spanien gibt es umfassende Ausbildungen zum Flamencotänzer / zur Flamencotänzerin, die von Volkstänzen über Spanisch Klassisch bis hin zum zeitgenössischen Tanz alles unterrichten.

Das gibt es in der Schweiz nicht. Hier, wo die Leute meist als Hobby Flamenco tanzen, sucht man sich jemand, dessen Flamenco-Stil zu einem passt. Zum Beispiel macht es Sinn, eine/n Tanzlehrer/in zu suchen, der/die eine ähnliche Körpergrosse hat, dessen Bewegungen man entsprechend besser nachmachen kann. Oder der/die deutsch kann, wenn man kein Spanisch versteht. Oder der/die nicht die Choreographie, sondern das Tanzen selber und der Spass in den Vordergrund stellt, wenn einem das wichtig ist.

Bei mir liegt man richtig, wenn man sich für den Flamenco als Ganzes interessiert. Wir lernen hier nicht nur isolierte Schritte, sondern lernen auch viel über rhythmisches Klatschen, über den Gesang, die Bedeutung der Gitarre. Wann immer möglich, spielen Flamenco-Gitarristen -Sänger oder -Perkussionisten live im Unterricht. Oder wir LehrerInnen singen und klatschen selber zum Takt – und vermitteln dieses Wissen auch an die Schüler. 

 

Welches Utensil verwendest du für deine Kurse am liebsten und warum?

Im Flamenco gibt es viele Utensilien, die benutzt werden, wie Kastagnetten, Hut, Stock, Fächer, Tuch. Ich tanze in der warmen Jahreszeit gerne Tänze, bei denen  man einen Fächer braucht, da man ihn natürlich auch nebst dem Tanzen zum Kühlen brauchen kann. Ein Flamenco-Fächer ist aber auch sonst ein spannendes Utensil, kann auch als Rhythmus-Element gebraucht werden und ist sehr charmant. In der kühlen Jahreszeit liebe ich das Tanzen mit einem Tuch (mantón de Manila), ein sehr grosser quadratischer Schal mit langen Fransen Er wärmt mich und ist als Choreographieelement sehr schön anzusehen.

 

Kann jeder Mensch Flamenco lernen, sofern er richtig angeleitet wird? Was ist beim Flamenco für den Erfolg eher entscheidend, das Talent oder der Fleiss?

Wie bei allem braucht es auch beim Flamenco Talent und Fleiss, um weiter zu kommen. Flamenco ist eine hohe Kunst, die sehr viel mehr darstellt als Rüschenkleider und Kastagnettengeklapper. Flamenco ist eine Art Hochleistungssport – ich sage manchmal scherzhalber, dass es  die Qualität einer Olympia-Disziplin hat und es angebracht wäre, würde diese Kunst an Olympia aufgenommen.

Es braucht beim Flamenco aber vor allem eines: Leidenschaft. Man sagt, dass man den Flamenco nicht auswählt, sondern dass der Flamenco einen heimsucht und man dann nicht mehr davon los kommt. Und wenn man sich einmal darauf eingelassen hat, nimmt man in Kauf, dass der Flamenco sich im Leben ausbreitet und alles bestimmt. Es soll schon Flamenco-Aficionados (Flamenco-Liebhaber) gegeben haben, die Haus und Herd verlassen haben, nach Spanien gereist sind, um ihr ganzes Leben dem Flamenco zu widmen. Es ist ein Alles-oder-Nichts-Mechanismus, der sich beim Flamenco tanzen zeigt. Es gibt kein Dazwischen, kein Vielleicht. Man muss sich selber durchkämpfen, wird vielleicht viele Male falsch angeleitet oder hat gar keine richtige Anleitung, aber man gibt niemals auf.

 

Musik der besonderen Art

Die sich ergänzende Kombination aus Musik, Gesang und Tanz und die Geschichte, die dabei erzählt wird, machen den Flamenco einzigartig. Dies ist sicher einer der Gründe, warum Menschen, die den Flamenco für sich entdecken, diesen nicht einfach als Tanz sehen, sondern eine Leidenschaft hierfür entwickeln, die ein Leben lang anhält. Wir danken Dominique Maurer für dieses Gespräch und den Einblick in die Welt des Flamenco.

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