Leidenschaft Singen

Veröffentlicht am 29 Juli 2019 von Verena Arnold
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Fast jedes kleine Kind singt ganz von selbst. Manche hören irgendwann damit auf und mögen nicht mal mehr im Schulunterricht singen, andere möchten am liebsten den ganzen Tag singen. Aber auch bei so großer Leidenschaft, und auch wenn man mit Talent gesegnet ist,  ist es sinnvoll, Gesangsunterricht zu nehmen, zum Beispiel um die richtige Atemtechnik zu lernen. Wobei Gesangslehrer heute noch viel mehr bieten, sei es Training in Auftrittskompetenz oder auch Workshops für gemeinschaftliches Singen.

Wir wollten mehr über modernen Gesangsunterricht erfahren und haben mit der 35-jährigen Sarah Huber gesprochen, Sängerin, Vocal Coach und Songwriterin aus Leidenschaft, die diese Leidenschaft und ihre Liebe zur Musik bereits als Kind entdeckte. Während sie die Kantonsschule Wettingen besuchte, belegte sie das Schwerpunktfach Musik, entschied sich später aber gegen das Musikstudium, denn sie hatte den Wunsch sich in der Musik eigenständig weiterzuentwickeln und nach Lehrern zu suchen, die zu ihr passten.

Über 10 Jahre hatte sie Violinen- und Klavierunterricht. Dies ermöglichte ihr, schon zu dieser Zeit intensiv an Intonation und Harmonielehre zu arbeiten. Bei Beatrice Kropf und Susanne Oldani erhielt sie eine klassische Gesangsausbildung. Ihr Klavierlehrer ermöglichte ihr erste Banderfahrungen mit seiner eigenen Jazzformation. Sie erhielt wertvolle Einblicke in das Primal Voice Model (Dane Chalfin), die Atemtechnik der Akzentmethode (Dr. Ron Morris), CVT (Mei-Siang Chou, Prof. Martina Bovet) sowie Techniken zur Ökonomisierung der Stimme (Noam Renen, Peter Buckoke, Prof. Dr. Horst Hildebrandt, Marina Sommacal).

Bereits im Alter von 14 Jahren sang sie in einer eigenen Band, mit der sie auf Bühnen in der ganzen Schweiz, in Italien, Deutschland, England und China kam. 2006 schenkte sie der Streetparade-Hymne ihre Stimme und seit dieser Zeit steht sie als Sängerin mit nationalen Grössen auf der Bühne, unter anderem mit Fabienne Louves, Marc Storace von Krokus, Bligg und Luca Hänni. Ebenso performte sie als Sängerin von Monti’s Variété mit Zirkusartisten, und für das Musical STORM schrieb sie am Song „Broken Toy“ mit.  Seit 2010 tritt sie zudem mit zwei weiteren Sängerinnen als Band unter dem Namen SHEEE.

Parallel zu ihren frühen musikalischen Aktivitäten studierte sie Publizistik und Sinologie und war auch noch in Teilzeit im Kommunikationsbereich tätig. Nachdem sie das Studium abgeschlossen hatte, baute sie ihre Tätigkeit als Sängerin immer weiter aus und entschied sich 2012 dazu, sich ganz der Musik zu widmen.

Neben ihrer Arbeit als Sängerin bildete sich Sarah Huber an der ZHdK in Musikphysiologie weiter und begann ihre Arbeit als Gesangslehrerin. Ihr Studium in Publizistik war ihr beim Schritt in die Selbständigkeit eine große Hilfe. Als Vocal Coach schätzt sie die intensive Auseinandersetzung mit der Stimme im Privatunterricht.  Sie arbeitet auch mit Gruppen, zum Beispiel an der StageArt Musical & Theatre School in Zürich und unterrichtet als Stimmexpertin auch Chöre. Auch begleitet sie Chöre als Coach, beispielsweise den Swiss Gospel Choir bei der Pressevorführung von Lion King im Musical Theater Basel. Da ihr der Nachwuchs sehr am Herzen liegt, leitete sie zudem den Aargauer Female Bandworkshop für schweizweite Nachwuchsförderung.

Da Musik sich wunderbar für den spielerischen Umgang mit Sozialkompetenz und Kommunikation eignet, leitet sie ausserdem für Unternehmen unterschiedliche Teamevents wie Band- oder Singworkshops. In den letzten Jahren hat sie sich ein Netzwerk mit  professionellen Musikern, Eventagenturen, Schulen und Chören aufgebaut.  Durch dieses Netzwerk ist es ihr möglich, ihr Team oder ihre Band massgeschneidert an den jeweiligen Auftrag anzupassen. 

Unsere Interviewpartnerin und Sängerin Sarah Huber

 

Sarah, welcher Bereich deiner musikalischen Ausbildung hat dir am meisten Spaß gemacht und gibt dir letztendlich die größte Zufriedenheit?

Die letzten drei Jahre an der ZHdK waren für mich wie das fehlende Puzzleteil, um die Stimme besser zu verstehen. Parallel hat sich ein Austausch mit einer Logopädin ergeben, der mich durch neue Perspektiven sehr bereichert. Und irgendwie zähle ich auch Bühnenerlebnisse zur Ausbildung. Mit Bligg vor 5000 Menschen zu stehen, hat meinen Horizont definitiv erweitert, von den Zirkusartisten konnte ich eine andere Form von Bühnenpräsenz und Körperspannung lernen. Letztlich ist es gerade die Vielfalt meiner Ausbildung, die meine Zufriedenheit ausmacht.

 

Gibt es ein spezielles Hilfsmittel, welches du persönlich und zusätzlich zu deiner Stimme gerne verwendest? Wo bekomme ich so etwas zu kaufen?

Durch die vielen Kurse und Erlebnisse habe ich im Umgang mit der Stimme vor allem eins gelernt: Es gibt keine Patentlösung. Hilfsmittel funktionieren nicht bei jedem Menschen und auch nicht in jeder Situation gleich gut. Mit lauten Bands sind InEars sicher für die meisten Sänger hilfreich (bspw. www.audioprotect.ch). Sie hören ihre eigene Stimme so besser und schützen die Ohren.

Der Umgang mit ihnen will aber gelernt sein. Generell ist gutes Equipment und/oder gute Akustik entscheidend. Es lohnt sich hier, einen Tontechniker zu Rate zu ziehen (bspw. Andreas Canzani von Die Rampe in Lenzburg) und wenn irgendwie möglich auch dabei zu haben an Konzerten. Für die (Weiter-)Entwicklung der Singstimme empfehle ich einen guten Vocal Coach, bei dem die Chemie stimmt, sowie Körperschulen, die sich mit gutem Stand und Spannungsverteilung befassen (mehr dazu: www.sarahhuber.ch/singinfos).

 

Kannst du einen gewissen Erfolg beim Singen garantieren oder kann es auch passieren, dass deine Gesangsschüler nie zum gewünschten Ergebnis finden?

Grundsätzlich glaube ich ganz fest: „If you can talk, you can sing. If you can walk, you can dance“ (afrikanisches Sprichwort). Eine Weiterentwicklung der Singstimme ist garantiert möglich. Entscheidend ist – wahrscheinlich wie bei allem – der Grad an Begeisterung und entsprechend die Motivation zum Üben und Experimentieren.

 

Wo siehst du dich in der Zukunft? Möchtest du dich in deinem Bereich noch weiterbilden oder möchtest du dich darauf konzentrieren, dein Wissen an andere weiterzugeben?

Für mich gehen die Entfaltung meiner eigenen Stimme Hand in Hand mit der Weiterentwicklung meiner Coachings. Wer offen ist für Neues, hat nie ausgelernt. Ich würde gerne immer wieder neue Bühnensituationen erleben, aber auch weiter andere Menschen dabei begleiten, ihre Stimme zu entdecken.

 

Musik ist mehr als Unterhaltung

Die Möglichkeiten, wie Musik unterschiedliche Prozesse begleiten kann, wie Singen Menschen Wege eröffnen kann, sind vielfältig. Und so bietet sich für Gesangslehrer ein breites Betätigungsfeld, in dem jeder Mensch, der die Leidenschaft für Musik lebt, sich auf seine Weise entfalten und anderen Menschen den Zugang zur Musik und zur eigenen Stimme ermöglichen kann. Und da Musik zeitlos ist, ist dies sicher ein Beruf mit Zukunft. Vielen Dank an Sarah Huber für den Einblick in ihren Werdegang und in ihre Arbeit.

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