Kung Fu inmitten der Schweizer Alpen

Veröffentlicht am 20 Mai 2019 von Verena Arnold
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Was man direkt mit chinesischen Action Filmen und Jackie Chan verbindet, ist allerdings viel mehr als sinnloses mit Fäusten, oder hier eher gespannten Handflächen, um sich schlagen. Es hat eine lange Tradition und die Wurzeln in China. Der Name Kung Fu bedeutet „durch harte Arbeit errungene Fähigkeiten“ und findet den Ursprung in der Xia Dynastie, ist also bereits mehr als 2500 Jahre alt.  Das Training wurde vor allem durch die damalige chinesischen Armee aufgegriffen.

Eine große Bedeutung haben beim Kung Fu auch die zwei Begriffe Yin und Yang. Als Schüler muss man sich damit auseinandersetzen, da diese sämtliche Gegensätze, die unweigerlich miteinander verbunden sind umfassen. Yin und Yang bedeutet, dass alles einem stetigen Wandel und dauernder Veränderung ausgesetzt ist. Für die Kampfkunst heißt es vor allem eine ständig wechselnde Abfolge der Bewegungen, von harten zu sanften, von schnellen zu langsamen.

Der erst 28-jährige Joël, hat seine Liebe zum Kung Fu bereits sehr früh entdeckt.

Währenddessen er eine kaufmännische Lehre absolvierte, hat er auch seine Ausbildung in einer Kampfkunstschule gemacht und im Familienbetrieb gearbeitet, ehe er auf Anraten seines Meisters seine eigene Schule eröffnete.

In dieser lehrt er nun selbst seinen Schülern die traditionelle Kunst, und bietet auch Unterricht für Kinder an.

Unser Interviewpartner und Kung Fu Trainer Joël

 

Joël, du hast seit 2010 bereits ein halbes Jahrzehnt in China verbracht. Wo bist du aufgewachsen? Was verbindet dich mit China?

Ich bin in der Romandie aufgewachsen. Von klein auf interessierte ich mich für Kampfkunst, besonders auch für Schwertkunst und andere mittelalterliche Waffenkünste wie Speer und Stock. Dank dem vollzeitigen Training in China konnte ich meine Fähigkeiten und mein Wissen und Können steigern und bei verschiedenen Schulen und Meistern Erfahrung sammeln. Man sagt, dass ein Monat in China ein Jahr Training hier im Westen Wert ist; dies kann ich bestätigen!

Ich besuche in letzter Zeit fast nur noch den Shaolin Meister Hu Zhengsheng, in der Henan Provinz. Ich hatte schon während meinen ersten Reisen von ihm gehört, und wer weiss, vielleicht war es Schicksal, dass er mich dann in 2014 offiziell als Lehrling aufgenommen hat!

 

Für manche Beobachter wirkt Kung Fu zunächst etwas martialisch. In welchen Situationen kann man Kung Fu deiner Einschätzung nach anwenden? Dient der Sport zur Selbstverteidigung?

Das stimmt, Kung Fu -inklusiv Tai Chi- ist martialisch und wurde an erster Stelle für Kampf entwickelt. Über die Jahrtausende haben sich die verschiedenen Kampfkunststile vervielfältigt und weiterentwickelt, so dass es heutzutage hunderte unterschiedliche Stile gibt. Manche mögen sanfter wirken, und gewisse Stile dienen eher zur Selbstkultivierung, andere sind hart und aggressiv. Aber die nicht so romantische Wahrheit ist, dass alle ihren Ursprung im Krieg finden.

Es ist essenziell, dass man den Bewegungen ihren martialischen Sinn nicht entreißt: der Körper verhält sich komplett anders, je nachdem ob eine Bewegung mit oder ohne Intention (Yi) geübt wird. Entnimmt man der Kampfkunst ihren ursprünglichen Sinn ist sie oft nur aufs Äußerliche konzentriert, und somit näher beim Tanz als bei der Kampfkunst.

Die Kampfkunst bringt einem -Dank der Verkörperung der verschiedenen mentalen und körperlichen Prinzipien- auch gesunde, mühelose und effiziente Bewegung bei, die man im Alltag anwenden kann.

 

Auf der Website schreibst du, dass die traditionellen Chinesischen Kampfkunst heutzutage degradiert werden? Wodurch geschieht dies? Wie schaffst du es, die alten Methoden zu bewahren?

Es gibt viele Gründe für den jetzigen Zustand der Chinesischen Kampfkunst. Einerseits die weit verbreiteten, modernisierten und vereinfachten Sportversionen des Kung Fu’s, die von der Chinesischen Regierung erschaffen wurden, um eine aus ihrer Sicht altmodische Tradition loszuwerden. Andererseits spielen aber auch die relativ schwache Intensität und manchmal Qualität des Trainings – und der Zeitmangel – hier im Westen eine Rolle.

In China ist es für viele Meister schwer, Erbe für ihre Linien zu finden. Teilweise, weil sie ihr Wissen nicht vermarkten wollen oder können, und natürlich auch, weil die jüngeren Generationen in China kaum noch Interesse haben.

 

Was ist für dich in der Zusammenarbeit mit deinen Schülern besonders wichtig? Was steht bei deinen Trainings im Vordergrund? Wichtig ist mir, dass meine Schüler ernsthaft trainieren, und nicht nur dabei sind um etwas exotisches zu erleben.

Ich meinerseits bemühe mich, das Training so zu gestalten, dass es den Schülern Spaß macht, und gleichzeitig einen hohen pädagogischen Wert hat. Dies ist keine so einfache Aufgabe, da die Kampfkunst ja nicht genau für den Spass entwickelt wurde!

Viele möchten nur einige schöne Bewegungen lernen – und denken, das reicht um sich zu verteidigen. Deshalb ist mir wichtig, dass die Schüler realistische Erwartungen haben: Das Training ist sehr hart, aber auch extrem belohnend. Man spürt, wie der Körper sich verändert, stärker und beweglicher wird. Man sagt „Was du in Form von Schweiß ins Kung Fu investiert musst du dann im Kampf weniger bluten“

Kung Fu bedeutet „durch harte Arbeit errungene Fähigkeiten“

 

Mehr als nur Kämpfen

Auch wenn es manchmal sehr wild zugehen kann, wird Kung Fu vor allem auch dazu genutzt um seinen Körper und seinen Geist besser kontrollieren zu können.

Man kann es aber genauso gut als Mittel zur Selbstverteidigung einsetzen.

Es gehört aber eine ordentliche Portion Ausdauer und Geduld dazu, hat man sich erst mal der Kunst des Kung Fu´s verschrieben.

Danke hiermit an Joël, das war ein wirklich spannender Einblick in deine Welt!

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