Jeder Mensch hat sein Fachgebiet

Veröffentlicht am 28 Januar 2019 von Verena Arnold
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Und immer wieder müssen zu diesem Fachgebiet Texte verfasst werden. Sei es für Abschlussarbeiten oder für Veröffentlichungen. Für einen guten Text ist nicht nur der Inhalt wichtig, sondern auch die Art, wie dieser in Worte gefasst wird, damit der Leser geneigt ist, sich damit auseinanderzusetzen. Und so gibt es auch Menschen mit dem Fachgebiet Text. Sie helfen Menschen aus anderen Fachgebieten, ihre Texte in eine gut lesbare, verständliche und somit ansprechende Form zu bringen, damit der Inhalt den Leser erreichen kann.

Wir haben mit einer Frau gesprochen, die sich genau dieser Aufgabe angenommen hat. Elke Burkart ist 45 Jahre alt, geboren in Altstätten, aufgewachsen im „Weindorf“ Balgach im schönen Rheintal. Heute lebt sie in Uster, ist  verheiratet und Mutter von zwei Kindern im Alter von 11 und 13 Jahren.

Nach der Wirtschaftsmaturität in Heerbrugg studierte sie von 1993 bis 1998 Psychologie mit Schwerpunkt in Sozialpsychologie und insbesondere Gesundheitspsychologie an der Universität Zürich. Als Nebenfach belegte sie zusätzlich Psychopathologie des Kindes- und Jugendalters sowie Präventivmedizin an der medizinischen Fakultät. Sie schloss ihr Studium im Januar 1999 mit dem Titel “lic.phil.I” (heute “Master of Science”) ab.

Schon früh entdeckte sie ihre Liebe zum geschriebenen Wort. Sie hat schon immer gerne und aufmerksam gelesen und war bereits im Alter von 14 Jahren für die regionale Tageszeitung „Der Rheintaler“ als Korrespondentin unterwegs. Dieser Tätigkeit blieb sie bis nach der Matura treu und arbeitete dann als kaufmännische Mitarbeiterin, später Marketingassistentin, in einer Forschungs- und Entwicklungsabteilung.

Während des Studiums war sie als Event-Hostess bei einer Schweizer Grossbank in Zürich tätig und begann danach . ihren neuen beruflichen Weg in der Marketingforschung einer Grossbank in Zürich und schliesslich für mehrere Jahre als Leiterin der Fachstelle für Betriebliches Gesundheitsmanagement und „Risk Services“ eines Krankenversicherers in Luzern  .

Als sie Mutter wurde, galt ihre Hauptaufmerksamkeit erst mal dieser Aufgabe und sie absolvierte nur einzelne Workshopeinsätze bei einer Gesundheitsmanagement-Firma. Zudem schrieb sie an ihrem ersten Buch, einem Provence-Roman mit dem Titel „Mistraltage“, der im Jahre 2013 erschien. Ausserdem übernahm sie immer wieder die Aufgabe des Lektorierens, Korrigierens und Formatierens für Freunde und Verwandte.

Als ihr bewusst wurde, dass genau das die Aufgabe ist, die sie besonders gut kann und die ihr wirklich Freude macht und sich zudem noch perfekt mit ihrer Mutterschaft vereinbaren lässt, gründete sie im Jahre 2015 ihr Unternehmen unter dem Namen „textschliff“ und bietet ihren Service somit allen Interessierten an, die einen wirklich guten Text wünschen. Sie liebt ihre Arbeit, ist gründlich und genau, geradezu pedantisch, denn Sprache ist ihr wichtig.  

Ihr Büro hat sie zuhause und ihr Unternehmen besteht aus ihrer Person, ihrem Laptop, einem grossen Bildschirm, dem Telefon und ihren Nachschlagewerken. Sie hat keine festen Geschäftszeiten, denn die meisten ihrer Kunden bekommt sie gar nicht zu Gesicht. In der Regel erfolgt der Kontakt nur per E-Mail. Hauptsächlich kümmert sie sich um das Lektorat von Abschlussarbeiten, formatiert und gestaltet jedoch auch gerne, wie zum Beispiel Lehrmittel, Präsentationen, Dissertationen oder Bewerbungen.

Unsere Interviewpartnerin Elke Burkart arbeitet heute unter anderem als Lektorin

 

Elke, hast du vielleicht eine bestimmte Art von Texten, die du am liebsten überarbeitest oder schreibst? Welche Texte liest du am liebsten?

Am liebsten überarbeite ich Abschlussarbeiten – Masterarbeiten zum Beispiel. Gerne auch von Nachdiplomstudiengängen, da ich die Verfasser dieser Texte am stärksten unterstützen kann. Diese sind nämlich in der Regel in verantwortungsvollen Positionen stark eingebunden und schreiben ihre Arbeiten in ihrer so gut wie inexistenten Freizeit.  Da bietet meine Dienstleistung eine echte Entlastung, selbst wenn ich die Arbeit „nur“ layoute.

Durch das Lektorieren der Abschlussarbeiten beschäftige ich mich ausserdem mit den wahrlich unterschiedlichsten Themen – und empfinde dies als besonderes Privileg.

In meiner Freizeit lese ich oft französische Krimis – gerne auch im Original – und schreibe an meinem zweiten Roman. Nein, kein Krimi.

 

Wie schaffst du es, den Text nicht zu sehr zu verändern, so dass er letztendlich immer noch die persönliche Note des ursprünglichen Verfassers trägt? Wie kann man sich in den Verfasser versetzen und die eigentliche Botschaft, die er oder sie vermitteln wollte, erfassen?

Ich verändere Texte nicht um des blossen Veränderns willen. Wenn etwas bereits verständlich und flüssig formuliert ist, gibt es keinen Anlass, daran etwas zu ändern.

Meine „stilistischen“ Anpassungsvorschläge beziehen sich meist auf Wortwiederholungen, unnötige Füllwörter, umständliche oder schwer verständliche Formulierungen, sowie inhaltliche Mängel. Manchmal kann auch ein ganzer Abschnitt weggelassen werden, wenn der Inhalt zuvor bereits vermittelt worden ist. Teilweise sollte erläutert werden, was unklar erscheint. All meine Bemerkungen sind jedoch nur Vorschläge, über deren Annahme der Verfasser des Textes immer selbst entscheidet.

Eine besondere Herausforderung hat für mich beispielsweise das Lektorat eines Segelabenteuerromans bedeutet, der sprachlich die ganz persönliche Note der beiden Verfasser getragen, sich von meiner Art zu formulieren jedoch ziemlich unterschieden hat. Ich habe mich hier wirklich besonders zurückgehalten, wofür die Autoren mir anschliessend sehr dankbar waren, da sie sich genau vor der angesprochenen Verfremdung ihres Textes durch ein Lektorat (unnötigerweise) gefürchtet hatten.

 

Was macht deiner Meinung und besonders deiner Erfahrung nach einen guten Text aus? Wie kann man ein besserer Verfasser von Texten werden? Sind orthografische und sprachliche Korrektheit von Texten fast ein Teil der Etikette?

(Ich zitiere mal meine eigene Homepage:)

Ein guter Text ist verständlich, flüssig zu lesen, orthografisch und sprachlich sauber, inhaltlich korrekt sowie optisch ansprechend gestaltet. Er drückt Wertschätzung aus – gegenüber dem Adressaten, dem Inhalt und dem Kulturgut Sprache.

In diesem Sinne: Ja, klar ein Teil der Etikette!

Ein Leser drückt durch sein Lesen Interesse an meinem Text aus. Ich sollte es ihm deshalb so leicht wie möglich machen und ihn strukturiert an meinen Inhalt heranführen.

Gutes Schreiben ist deshalb auch verständliches Schreiben und damit Ausdruck von Wertschätzung dem Leser gegenüber.

 

Was sind die allgemeinen Kosten eines von dir überarbeiteten Texts? Hast du einen allgemeinen Stundensatz, an dem sich die Kunden orientieren können? In welchen Fällen bietest du bestimmte Sonderkonditionen an?

Mein Stundensatz beläuft sich auf marktübliche CHF 120.- Für Studierende im Erststudium CHF 90.-. Für grössere Projekte vereinbare ich meist ein Kostendach, das ich nicht überschreite. Davor muss der Auftrag jedoch klar formuliert und der Umfang bekannt sein. Grob rechne ich z.B. für das Lektorieren einer Masterarbeit und ähnlichem mit einem Zeitbedarf von durchschnittlich 10 bis 12 Minuten pro Seite (je nach Ausgangsmaterial mal mehr, mal weniger). Allerdings lässt sich dies nicht auf einen kurzen Marketingtext übertragen, wo auch schon mal für den Schliff einer halben Seite zwei Stunden benötigt werden können.

Das Schreiben ist Elkes Hobby

 

Damit der Text ein Erfolg wird

Nicht jedem Menschen ist es gegeben, sein Wissen schriftlich so auszudrücken, dass der Text den Leser in gewünschter Weise erreicht. Wichtige Texte sollte man daher nicht dem Zufall überlassen. Es genügt nicht, Wörter in korrekter Weise aneinander zu reihen. Ein Text muss den Leser ansprechen, zum Weiterlesen motivieren und den Inhalt wirklich transportieren. Daher ist auch Schreiben eine Kunst, die man entsprechenden Fachleuten überlassen sollte, damit der Text ein Erfolg wird. Wir danken Elke Burkart für ihre Zeit und dieses interessante Gespräch.

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