In Kimonos und in Zoris zur Tatami

Veröffentlicht am 31 Januar 2020 von Verena Arnold
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Seit 1996 gibt es den Judo-Verein in Worblaufen-Ittigen. Damals suchte die Trainingsleitung nach geeigneten Trainingsräumen. Die Gemeinde ermöglichte es Sandra Zingg und ihrem Mann, das leer stehende Hallenbad zu mieten und diese in ein Dojo umzuwandeln, also in eine Trainingsstätte für den Judo-Sport. Nach wörtlicher Übersetzung aus dem Japanischen ist der Dojo „ein Ort, an dem der Weg geübt wird“.

Dabei handelt es sich um einen „sanften Weg“, denn das bedeutet das Wort Judo auf Deutsch. Man kämpft beim Judo mit einem Partner, ohne ihn zu verletzen. Derzeit besuchen rund 32 Kinder regelmäßig die verschiedenen Trainingsangebote des Judo-Clubs. Die kleinen Judokas nehmen auch regelmäßig erfolgreich an unterschiedlichen Turnieren in anderen Orten teil. Diese Wettkämpfe haben teilweise lustige Namen, wie das „Grünschnabel-Judo-Turnier“ oder das „Schneemann-Turnier“.

Sandra Zingg ist 48 Jahre alt und stammt aus Bern. Gemeinsam mit ihrem Mann Robert, den sie einst beim Training kennenlernte, lebt sie noch immer in der Umgebung von Bern. Die beiden haben drei erwachsene Kinder.

Unsere Interviewpartnerin Sandra Zingg ist die Leiterin des Judoclubs Worblaufen-Ittigen

Sandra, du bist die Leiterin des Judoclubs Worblaufen-Ittigen. Wie bist du bereits in den 1990er Jahren auf die Idee gekommen, dass du einen Judoclub nur für Kinder eröffnest? Übst du selbst heute noch aktiv Judo aus oder übernimmst du im Verein eher administrative Tätigkeiten? Warst du auch aktiv bei Wettkämpfen dabei? Wenn ja, hast du auch einige Wettbewerbe für dich entscheiden können?

Mein Arbeitskollege war Judo-Trainer und überredete mich, zu einem Training zum Schnuppern zu kommen. Dies gefiel mir sehr gut, so absolvierte ich die Gurtprüfungen. Nun durfte ich als Hilfsleiterin das Training mit den Kindern mitgestalten. Mit der Zeit habe ich das Training geleitet – unterstützt durch meinen Trainer, meinen späteren Ehemann. Nach einem halben Jahr habe ich einen einwöchigen Leiterkurs in Filzbach absolviert. Seitdem leiten wir zusammen drei Trainingseinheiten in der Woche. Früher habe ich auch Wettkämpfe bestritten und konnte einige Medaillen mit nach Hause nehmen. Durch meinen Ehemann habe ich angefangen, mich für weitere Sportarten wie Ringen und Schwingen zu interessieren. Auch darin habe ich Wettkämpfe bestritten. Heute bin ich über die Wettkampferfahrung froh, denn so kann ich mich in die Lage der Kinder hineinversetzen.

 

Wie sieht der Ablauf eines Trainings aus? Wie häufig wird trainiert? Wie viele Personen können gleichzeitig trainieren? Wie viele Trainer sind aktiv für die Kinder bei den Übungseinheiten dabei?

Vor dem Training überlege ich mir die Hauptziele für diese Stunde. Danach sehe ich, wie viele Teilnehmer zum Judo kommen und wie ihre Motivation ist. Je nach Temperament wähle ich kurzfristig das Aufwärmen, die Kampfformen und Spiele aus. In einer Anfängergruppe sind acht bis zehn Kinder ideal, bei den Fortgeschrittenen können es mehr sein. Unser Sohn ist je nach seiner Arbeitszeit auch auf der Matte und unterstützt uns.

 

Was gehört zur Grundausstattung einer Person, welche aktiv Judo betreibt? Wie muss man bei Judo bekleidet sein? Welche Schuhe müssen getragen werden?

Für das Training benötigt man einen Kimono (Judokleid) und Zori (Judoschuhe), um von der Garderobe zur Tatami (Judomatte) zu gelangen. Es wird barfuß trainiert, ohne Schmuck und lange Haare müssen zusammengebunden werden. Die weiblichen Judokas tragen ein weißes T-Shirt unter der Jacke. Die männlichen haben kein T-Shirt unter der Jacke. Nach dem Clubeintritt benötigt man einen Judo-Pass mit der entsprechenden Jahreslizenz.

 

Du listest auf deiner Website auch die Judo-Resultate von unterschiedlichen Wettbewerben auf. Wie werden die Kinder explizit auf die Wettbewerbe vorbereitet? Wie unterscheidet sich eine Trainingseinheit zur Vorbereitung von einer gewöhnlichen Trainingsstunde? Was können die Kinder bei den Wettbewerben gewinnen?

Damit die Kinder in einer familiären Umgebung für den Wettkampf trainieren können, organisiert der Judo-Club Worblaufen zwei Anfänger-Turniere pro Jahr. Dabei können die Kinder versuchen, das Gelernte umzusetzen. Außerdem üben sie dort die Regeln und Kommandos, welche im Wettkampf angewendet werden. Im November ist das Chlouse-Turnier für Fortgeschrittene. Die vier besten Kämpfer pro Gewichtsklasse erhalten einen Pokal. Wenn der Wunsch nach mehr Herausforderung aufkommt, fahren wir mit den Kindern zu den kantonal-bernischen Meisterschaften und den nationalen Judo-Turnieren.

Dienstags von 17:00 bis 18:00 Uhr findet das Training am Fischrainweg in Worblaufen statt, für Kinder zwischen 5 und 10 Jahren. Mittwochs von 17:30 bis 18:30 Uhr trainieren wir mit den 5- bis 10-jährigen Kindern in der Mehrzweckhalle in Moosseedorf. Danach sind die WettkämpferInnen und ab 11 Jahren dran. Sie trainieren von 18:30 bis 19:30 Uhr. Bei diesem Training werden Spezialtechniken, Kondition und Schnellkraft optimiert. Je nach Größe, Gewicht und Interesse können wir die Kinder auch im Ringen und Schwingen unterrichten. Ein Schnuppertraining ist während der Schulzeit immer möglich.

 

In familiärer Umgebung für den Wettkampf trainieren

Ein Schnuppertraining für Kinder, die Interesse am Judo-Sport haben, ist bei Sandra Zingg außerhalb der Ferienzeiten stets möglich. Wenn dann der Funke übergesprungen ist, trainiert sie gerne Anfängergruppen mit acht bis zehn Kindern im Alter von 5 bis 10 Jahren. WettkämpferInnen erhalten ein Spezialtraining, bei dem unter anderen Kondition und Schnellkraft optimiert werden. Wer möchte, und die nötigen Voraussetzungen dafür mitbringt, kann im Judoclub Worblaufen-Ittigen auch Ringen und Schwingen erlernen.

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