Hühnerhaut und Freudentränen

Veröffentlicht am 4 Dezember 2019 von Verena Arnold
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Die 73-jährige Ines Wälti ist in Schaffhausen geboren und in Zürich zur Schule gegangen. Mittlerweile lebt sie seit 50 Jahren in der Ostschweiz und ist zudem glücklich verheiratet. Wer nun denkt, dass Ines Wälti nur noch damit beschäftigt ist, ihren Lebensabend zu geniessen, der täuscht gewaltig. Denn die rüstige Rentnerin arbeitet immer noch als Traurednerin. Zu diesem Beruf ist sie eigentlich eher durch Zufall gekommen.

Ursprünglich liess sich Ines Wälti nämlich als Textiltechnikerin ausbilden. Doch in der Schweiz starb die Textilbranche aus, weshalb sie sich dazu gezwungen sah, sich umbilden zu lassen. Einige Jahre arbeitete Ines Wälti deshalb im Aussendienst. Zwischen 1999 und 2004 zog es sie und ihren Mann nach Spanien, wo sie sich eine Auszeit nahmen. Dort kam kam sie zum ersten Mal mit der Hochzeitsbranche in Berührung.

Ein junges Paar wollte heiraten und bat Ines Wälti darum, ihm bei der Suche nach einer Location zu helfen. So kam eines zum anderen und bald war Ines Wälti als Hochzeitsplanerin unterwegs. Wie es dazu kam, dass sie von der Hochzeitsplanerin zur Traurednerin wurde, erzählt Ines Wälti im Interview.

Unsere Interviewpartnerin Ines Wälti ist Hochzeitsrednerin

Ines, wie bist du auf die Idee gekommen, freie Traurednerin zu werden? Bist du heute nur noch als Traurednerin unterwegs oder planst du auch weiterhin Hochzeiten? Welches private Ereignis hat dir gezeigt, dass dies für dich die richtige Berufswahl ist? Haben dich Hochzeiten bereits als kleines Kind begeistert? Welcher Teil deiner Arbeit bereitet dir besonders viel Freude?

Ein Brautpaar, das ich bei ihrer Planung als Hochzeitsplanerin unterstützte, fragte mich vor elf Jahren, ob ich mir vorstellen könnte, es zu trauen. Erst war ich unsicher, ob ich diese Herausforderung annehmen sollte – nach einigen Gesprächen mit Personen, die mich gut kennen, war ich jedoch überzeugt, dass es machbar ist. Denn ich bekam fast immer dieselbe Antwort: «Wenn jemand, dann du!»

Bevor ich selbst aktiv wurde, habe ich selbstverständlich, um mich vorzubereiten, eine freie Trauung bei einem mir bekannten Trauredner intensiv mitverfolgt – und das, obwohl ich als Hochzeitsplanerin schon einige freie Trauungen gesehen hatte. Ich durfte diesem Kollegen meine erste selbst geschriebene Trauung sogar zur Begutachtung zusenden. Also habe ich es gewagt. Zu diesem Zweck habe ich an der Hochzeitsmesse in St. Gallen, bei der ich einen Stand als Hochzeitsplanerin gebucht hatte und auf der ich auch einen Vortrag über Hochzeitsplanungen mit dem Motto «Hochzeitsplanung leicht gemacht» gehalten habe, die ersten Visitenkarten betreffend freie Trauung aufgelegt. Und siehe da: Mein neues Geschäftsmodell wurde zum Erfolg! Mit fünf Aufträgen als Traurednerin durfte ich ins Jahr 2009 starten. Von da an wusste ich: Das ist mein Weg! Seit nunmehr zehn Jahren darf ich mit viel Herzblut und mit grossem Erfolg, Brautpaare auf ihrem Weg ins Glück begleiten.

Wenn du eine freie Trauzeremonie mit einer kirchlichen Trauung vergleichst: Welche Vorteile hat die freie Trauzeremonie in deinen Augen? Was macht eine freie Trauzeremonie so besonders? Hast du bei der Trauung die Möglichkeit, auf individuelle Wünsche deiner Kunden einzugehen und kannst du beispielsweise die Traurede exakt auf das Brautpaar abstimmen?

Es gibt viele Vorteile. Und ja, ich kann ganz individuell auf die Wünsche der Paare eingehen. Meistens stelle ich die Liebesgeschichte des Paares ins Zentrum, mit allen ihren Facetten, Stärken und Schwächen gespickt mit viel Humor und Tiefgang. Ich berücksichtige auch Wünsche bezüglich des Rituals für die Hochzeit. Und wenn das Paar keine Vorstellung davon hat, erarbeiten wir im Gespräch ein passendes Ritual.

Ich möchte, dass das Paar und die Gäste spezielle Momente erleben – Hühnerhautfeeling und Freudentränen pur. Deshalb vermeide ich Sätze wie «Was Gott zusammengeführt hat, darf der Mensch nicht trennen» oder «Bis dass der Tod euch scheidet». In der heutigen Zeit, so glaube ich, kann man sowas nicht versprechen, sondern sich nur wünschen, dass das Paar bis zum Tod zusammenbleibt.

Was gehört zu deiner Grundausstattung bei einer freien Trauzeremonie? Welche Utensilien hast du immer bei dir, damit du auch auf unvorhersehbare Ereignisse spontan reagieren kannst?

Mein Skript, mein Headset, Batterien, einen weissen Regen- beziehungsweise Sonnenschirm, einen Fächer für die Braut, Taschentücher für die Freudentränen, Streichhölzer, Notfalltropfen und Utensilien, um die mich das Brautpaar gebeten hat. Eine Grundausstattung, die ein Weddingplaner dabei haben muss, gehört nicht mehr dazu, weil es nicht mein Aufgabenbereich ist!

Würdest du dein Unternehmen als innovativ und visionär bezeichnen? Was zeichnet es in diesem Sinne aus? Bist du der Meinung, dass du mit der Gründung deines Unternehmens einen Trend in eine neue Richtung der Trauungen gesetzt hast? Kannst du auch einen zunehmenden Erfolg bezüglich der Kundenwünsche in den letzten fünf Jahren erkennen?

Innovativ – ganz bestimmt, aber visionär traue ich mich nicht zu sagen, weil ich nicht die erste Traurednerin auf dem Markt war. Vor mir gab es schon zwei, drei Trauredner. Und dennoch habe ich durch meine Vorträge an den Weddingplaner-Schulen einige angehende Planer indirekt und auf Umwegen zur Zeremoniegestaltung geführt und der Trend ist tatsächlich da. Es gibt aber auch manche Trauredner, die kommen und gehen – sozusagen ganz leise von der Bildfläche verschwinden.

Betreffend Kundenwünsche: Diese nehmen ganz klar zu. Die Paare haben ja auch schon einige freie Trauungen gesehen und möchten nichts kopiert haben, sondern individuell sein. Die Arbeit wird dadurch für mich spannend. Ich kann meinem Ideenreichtum sozusagen freien Lauf lassen – wodurch die Arbeit aber auch intensiver wird. Gerade deshalb bin ich mit Herzblut dabei. Die strahlenden Gesichter, der Applaus und die vielen Komplimente beim Apero spornen mich an, immer weiter zu machen!

Wenn ich bei einer Trauung ein bekanntes Brautpaar antreffe, freut mich das sehr – und das kommt jetzt natürlich immer öfters vor, denn die Mund-zu-Mund-Propaganda beschert mir immer neue Kunden!

Grosses Netzwerk


Als Ines Wälti aus Spanien zurück in die Schweiz kam, machte sie sich als Hochzeitsplanerin selbstständig. Nun arbeitet sie als freie Traurednerin. Ihr Geschäft heisst «Freie TrauungsZeremonie – ein Bekenntnis zur Liebe» und befindet sich in Henau. Die 73-Jährige arbeitet allein, verfügt aber über ein sehr grosses Netzwerk. Sie ist auch die Präsidentin vom Wedding Network. Die Idee dafür entstand bei einem Gespräch zwischen 3 Frauen, die in der Branche tätig waren. Darauf wurden alle eingeladen, die sonst noch rund um Hochzeiten beschäftigt waren. Ines wurde dann als Präsidentin auserkoren. Sechs Jahre stand sie der Organisation als Präsidentin vor. Heute wird die Organisation von Maja Stuber, der Leiterin der Hochzeitsmesse Zürich und St. Gallen, präsidiert.

Vor ein paar Wochen wurde Ines Wälti bei den Wedding Awards für ihre unermüdliche Arbeit ausgezeichnet. Wir von ProntoPro gratulieren ihr herzlich dazu!

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