Hochwertiger Unterricht für wenig Geld

Veröffentlicht am 18 März 2019 von Verena Arnold
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“Qualitativ hochwertiger Unterricht muss nicht teuer sein!” Hinter diesem Leitsatz steht der Verein der “Learn4Life”, der 2004 – damals noch unter dem Namen “Verein Cevi Lernhilfe” – von zwei Studenten gegründet wurde. Seit 2011 ist der Verein unabhängig und bietet derzeit rund 250 Schülerinnen und Schülern aus der Gemeinde Köniz und der weiteren Umgebung soziale Angebote im Bereich der individuellen Lernförderung. Über Standorte, Lehrkräfte, Kurse und Motivationstipps spricht der Geschäftsleiter, Stefan Stuck, im nachfolgenden Interview.

Ursprünglich hat Stefan Stuck Recht an der Universität Bern studiert. Als Quereinsteiger ist er während des Masterstudiengangs im Bildungsbereich gelandet und hat die erforderliche pädagogische Ausbildung an der EHB Schweiz nachgeholt. Nun lebt der 34-Jährige seit rund acht Jahren mit seiner Partnerin in Bern. Bildung ist zum Teil seines Lebens geworden. Nicht nur durch die Gründung des Vereins hat er beruflich stets mit diesem Thema zu tun, er bildet sich vor allem auf den Camping-Roadtrips mit dem Elektroauto gern durch Bücher weiter und erweitert stets seinen Horizont.

Die Geschäftsleitung der Learn4Life besteht mittlerweile aus insgesamt vier Teilzeit-Mitarbeitenden. Dies funktioniert durch eine sehr effiziente Organisation mit stark optimierten Prozessen. Sie sind stets auf der Suche nach neuen Ideen und innovativen Projekten, für welche sie sich zeitweise ehrenamtlich engagieren.

Bei Learn4Life können Studentinnen und Studenten mitarbeiten und sich einen spannenden Nebenerwerb aufbauen, indem sie in einem professionellen Umfeld als Lehrperson arbeiten. Dadurch sammeln sie praktische Erfahrungen und erhalten wertvolles Wissen im Bereich der Lernförderung.

Unser Interviewpartner Stefan Stuck ist Geschäftsleiter vom Verein “Learn4Life”

An welchen Standorten seid ihr vertreten? Wie viele Lehrkräfte arbeiten bei euch? Arbeitet ihr mit einem besonderen Lernkonzept?

Die Learn4Life verfügt gegenwärtig über einen Standort in Köniz bei Bern und bietet dort rund dreißig sorgfältig ausgewählten Studentinnen und Studenten eine spannende und äußerst lehrreiche Nebenbeschäftigung als Lehrperson im Bereich der individuellen Lernförderung.

Die Learn4Life verfolgt dabei das Ziel, mit einem innovativen Konzept nicht nur die persönlichen Lernziele der Schülerinnen und Schüler anzustreben, sondern gleichzeitig deren Selbstständigkeit zu fördern, damit ihnen nach der obligatorischen Schulzeit möglichst alle gewünschten Türen offenstehen. Dafür werden gezielt Kompetenzen in den Bereichen der Organisations- und Lerntechnik geschult und die innere Lernmotivation gefördert.

Für die kommenden Jahre sind weitere Standorte zunächst im Kanton Bern und anschließend in der gesamten Schweiz geplant. Unsere Vision ist, das nachhaltige Lernförderungskonzept möglichst vielen Schülerinnen und Schülern der Schweiz zugänglich zu machen und damit einen immer größeren Beitrag zu Chancengleichheit und Integration zu leisten.

 

Gibt es Sommerintensivkurse für Kinder? Welche Lernerfolge können erzielt werden? Wie viel sollten Schüler nacharbeiten, um die besten Resultate zu erhalten?

Die Learn4Life bietet sowohl Sommerferienkurse als auch Kurse in den Herbst- und Frühlingsferien an. Diese sind jeweils ideal, um während einer oder zweier Wochen gezielt Lücken zu schließen, Stoff zu repetieren oder sich auf bestimmte Fächer und Themen vorzubereiten.

Die Teilnehmenden bestimmen die Lernziele im Rahmen eines persönlichen Beratungsgesprächs und können dabei mehrere Fächer und Inhalte kombiniert auswählen. Die Learn4Life erstellt auf Basis dieser individuellen Informationen ein persönliches Lerndossier mit passenden Übungen, Theorie- und Arbeitsblättern für jeden Kursteilnehmer. Natürlich werden während den Kursen gemäß unserem Konzept zusätzlich gezielt Kompetenzen in den Bereichen der Organisations- und Lerntechnik geschult und die Lernmotivation gefördert.

Selbstverständlich empfehlen wir allen Interessierten, insbesondere während der Ferien auf eine gute Work-Life-Balance ihrer Kinder zu achten. Die zusätzliche Lernförderung sollte daher erstens tatsächlich erforderlich sein und zweitens quantitativ möglichst verhältnismäßig angesetzt werden.

Die dabei möglichen Lernerfolge lassen sich nicht generalisieren, da diese stark vom individuellen Fall abhängig sind.  Ebenso kann ein Nacharbeiten nicht pauschal festgelegt werden. Fest steht jedoch, dass eine gezielte, individuelle Unterstützung mit gleichzeitiger Förderung von Organisations- und Lerntechniken sowie der Lernmotivation auch während der Ferien in fast allen Fällen eine äußerst positive Wirkung nach sich zieht.

 

In welchen Fächern lohnt sich Nachhilfe am meisten? Wann stellen sich erste Erfolge ein? Wie lange sollte die Nachhilfe beibehalten werden?

«Nachhilfe» lohnt sich immer für jene Fächer am meisten, in denen die größten Lücken und Unsicherheiten bestehen und/oder die Motivation eingebrochen ist. Gemäß unseren Erfahrungen ist dies bei vielen unserer Schülerinnen und Schülern vor allem im Fach Mathematik der Fall. «Lernförderung» dagegen kann sich in jedem Fall auch fächerunabhängig lohnen, da die sogenannten «Soft-Skills» in den Bereichen Organisations- und Lerntechnik geschult werden, die sowohl in der Schule als auch im privaten Alltag und in der späteren beruflichen Zukunft überfachlich eingesetzt werden können.

Die ersten Erfolge stellen sich dann ein, wenn Schülerinnen und Schüler beginnen, an sich und ihre eigenen Fähigkeiten zu glauben und erkennen, dass auch scheinbar schwierige Herausforderungen mit der richtigen Herangehensweise und dem nötigen Arbeitseinsatz gemeistert werden können. Bspw. lernen Schülerinnen und Schüler, wie sie neue Themen angehen und Prüfungen effizient vorbereiten können, sodass sie Freizeit und Schule letztlich in ein gesundes Gleichgewicht bringen können. Die durch die Learn4Life gebotene Hilfe zur Selbsthilfe soll Schülerinnen und Schüler Schritt für Schritt zu solchen Erfolgen verhelfen und schließlich zur Selbstständigkeit führen. Sobald ein gewisser Grad dieser Selbständigkeit erreicht wurde, ist die Unterstützung der Learn4Life nicht mehr notwendig, da unser angestrebtes Ziel damit erreicht wurde. Wie lange es geht, bis sich erste Erfolge zeigen und bis eine weitere Unterstützung nicht mehr erforderlich ist, muss jeweils individuell und gemeinsam mit allen Beteiligten beurteilt werden.

 

Was kann man tun, um dauerhaft besser in der Schule zu werden? Welche Lerntipps helfen bei keiner Motivation oder Durchhängern? Was sollte man auf jeden Fall vermeiden?

«Das» Erfolgsrezept gibt es leider nicht. Erfolgversprechende Lerntipps gegen Durchhänger und für gesteigerte Motivation sind individuell auszumachen, da entsprechende Ursachen sehr vielfältig sein können. Aus diesem Grund legen wir bei unseren unverbindlichen Beratungs- und Aufnahmegesprächen jeweils großen Wert darauf, die Ursachen herauszukristallisieren und mit diesen Informationen gemeinsam geeignete Unterstützungsmaßnahmen zu definieren.

In vielen Fällen liegt bereits eine langandauernde Abwärtsspirale vor, die durch verschiedene Faktoren angetrieben zu einem anhaltenden Durchhänger und sehr geringer Motivation geführt haben. Diese Faktoren können bspw. fachliche Lücken, Misstrauen in die eigenen Fähigkeiten, ineffiziente Lerntechniken oder eine Lehrperson sein, zu der man den «Draht» einfach nicht finden kann.  Auf jeden Fall vermeiden sollte man, eine solche Abwärtsspirale weiterhin mit denjenigen Mitteln zu bekämpfen, die bisher keine Erfolge gezeigt haben. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Spirale sogar verstärkt wird.

«In der Schule besser werden» ist in erster Linie nur dann möglich, wenn eine entsprechende Motivation bei der oder dem betroffenen Schüler/in vorhanden ist. Diese kann nur dann entstehen, wenn Lernen mit positiven Emotionen verknüpft wird. Eine kleine Auswahl an Tipps, um dies besser erreichen zu können:

  • Erfolge «feiern»: Insbesondere muss darauf geachtet werden, dass primär der Fleiß und das immer bessere Vorankommen – also insbesondere die kleinen Schritte – kontinuierlich belohnt und positiv verstärkt werden. Da Schulnoten aufgrund der individuellen Unterschiede zwischen Schülerinnen und Schülern und deren Entwicklung in einigen Fällen kein geeignetes Mittel darstellen, den tatsächlichen Fleiss und die Mühen der Vorbereitungen zu bewerten bzw. zu belohnen, ist es wichtig, dass deren Gewichtung entsprechend relativiert wird. Durch kontinuierliche Verbesserungen der Organisations- und Lerntechniken sowie einer nachhaltigen Verständnis- und Motivationsentwicklung werden die Noten schließlich als erwünschter Nebeneffekt sowieso positiv beeinflusst.
  • Es ist wichtig, nur in kleinen Portionen zu lernen und bewusst Pausen zu machen, um sich zu bewegen und wieder etwas Zucker aufzunehmen. Pausen und Zucker benötigt unser Gehirn, um gewinnbringend weiterarbeiten zu können und weniger Ermüdungserscheinungen zu zeigen. Zusätzlich sollte man darauf achten, beim Lernen frühzeitig zwischen den Fächern abzuwechseln, um jeweils diejenige Hirnregion entlasten zu können, die bei dem anderen Fach nicht benötigt wird.
  • Wendet man beim Lernen schließlich möglichst sinnvolle Lerntechniken an, wird man viel schneller vorankommen und den Stoff nachhaltiger in Erinnerung behalten können. Dies führt automatisch zu erhöhtem Interesse am nachfolgenden Schulunterricht und damit zu einer besseren Aufnahmefähigkeit. Plötzlich nehmen positive Rückmeldungen in der Schule und zuhause zu und die Leistungen werden Schritt für Schritt besser. Durch die erhöhte Lerneffizienz wird gleichzeitig Freizeit gewonnen. Da damit erfahrungsgemäß auch der Stress zuhause reduziert wird, stellt sich eine positive Spirale ein, die schließlich wieder zu einer Steigerung der inneren Motivation führt.
Die Learn4Life bietet sowohl Sommerferienkurse als auch Kurse in den Herbst- und Frühlingsferien an

Bildung als Win-Win-Situation

Stefan Stuck bietet mit seinem Konzept bei der “Learn4Life” die ideale Win-Win-Situation. Durch angebotene Kurse können Schüler, bei denen Unsicherheiten bestehen oder die Motivation für ein Fach fehlt, ihre Schulnoten verbessern, aber auch Softskills erlernen.

Gleichzeitig bietet er Studenten die Chance, praktische Erfahrungen zu sammeln und mit einem Nebenverdienst diesen Schülern zu helfen. Dabei achtet der 34-Jährige stets auf die individuelle Beratung, Förderung und Betreuung jedes Schülers. Denn “das eine” Erfolgsrezept für eine erfolgreiche Lernförderung gibt es nicht. Genauso wenig “den einen” Schüler oder “die eine Schülerin”, der oder die Nachhilfe benötigt. Dabei gilt es, auf jeden einzelnen Schüler mit seinen oder ihren Bedürfnissen zu achten.

Der Leitsatz “Qualitativ hochwertiger Unterricht muss nicht teuer sein!” bei der Gründung von vor 15 Jahren ist dabei immer noch präsent und begleitet die komplette Lernförderung. So kann Bildung wieder Spaß machen und soll nicht als Qual angesehen werden.

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