Goldschmied: Handwerkskunst und Tradition 

Veröffentlicht am 18 Februar 2020 von Verena Arnold
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Einzigartige Schmuckstücke setzen gewisse Körperteile besonders in Szene und unterstreichen die individuelle Schönheit. Folglich ist außergewöhnlicher und wertvoller Schmuck seit Jahrhunderten in der Kultur der Menschheit verankert und Bestandteil zahlreicher Kulturen. Das traditionsreiche Handwerk des Goldschmiedes wird deshalb besonders geschätzt und erfährt große Beliebtheit. Worauf es bei diesem handwerklichen Beruf ankommt und welche persönlichen Erfahrungen der selbstständige Goldschmied Marcel Schweer gemacht hat, haben wir in diesem Interview erfahren.

Der 33-jährige Marcel Schweer ist in Hessen geboren und aufgewachsen und liebt seine Heimat. Seine Leidenschaft für Schmuck entdeckte er nach dem Abitur und absolvierte die Ausbildung zum Goldschmied an der Staatlichen Zeichenakademie in Hanau. 

Nach einigen Jahren eröffnete der junge Unternehmer sein eigenes Atelier im Jahre 2015 und arbeitet seit diesem Zeitpunkt als selbstständiger Goldschmied. Gemeinsam mit seinem Team, welches aus drei ausgebildeten Goldschmieden besteht, setzt er täglich individuelle Kundenwünsche um und geht in seiner Berufung komplett auf.

Unser Interviewpartner Marcel Schweer ist Goldschmied von Beruf

Marcel, die Goldschmiede im Hessenpark bietet Absolventen und Absolventinnen der Staatlichen Zeichenakademie die Möglichkeit, den Weg in die Selbstständigkeit zu gehen. Wie bist du auf die Idee gekommen, eine solche Plattform ins Leben zu rufen? Was ist das Besondere an der Goldschmiedekunst?

Die Idee eine Goldschmiede im Hessenpark zu eröffnen, entstand in einer Kooperation zwischen der Staatlichen Zeichenakademie Hanau, dem Freilichtmuseum Hessenpark, der Goldschmiede und Schmuckgalerie „Made in Hanau“ und der Gesellschaft für Goldschmiedekunst.
Zum ersten Mal erfahren hatte ich von der Idee bei einer Schmuckauktion in der Zeichenakademie. Dort hatten die Schüler Schmuckstücke zur Versteigerung hergestellt. Der Erlös sollte für die Goldschmiede im Hessenpark verwendet werden.

 

Ich war zu diesem Zeitpunkt noch selbst in der Ausbildung zum Goldschmied und hatte mich an der Auktion beteiligt. Schon zu diesem Zeitpunkt hat mir die Idee gefallen. Zum Ende meiner Ausbildung habe ich mich darauf beworben und wurde für das Projekt ausgewählt.
Ich bin also quasi der erste Absolvent, der dadurch die Möglichkeit bekommen hat sich selbstständig zu machen.

Was das besondere an der Goldschmiedekunst ist, lässt sich in viele Richtungen beantworten.

Zum einen ist es etwas Besonderes mit hochwertigen und seltenen Materialien zu arbeiten.

Gold, Silber, Platin, Palladium oder Legierungen daraus, Diamanten und Farbsteine, bzw. generell Edelsteine in ihrer gesamten Vielfalt, sowie außerdem auch andere Metalle, eventuell auch in Kombination mit Hölzern oder Porzellan, in ein Schmuckstück zu verwandeln hat immer etwas Magisches. Eine Idee, die in den Köpfen entsteht, inspiriert von der Natur, Formen oder Farben zunächst anhand einer Zeichnung oder Skizze aufs Papier zu bringen und sich dann Stück für Stück an die Umsetzung zu machen erfordert viel kreatives und räumliches Vorstellungsvermögen. 

Oft stößt man auf Probleme, für die man sich immer wieder neue Lösungen überlegen muss. Belohnt wird es am Ende mit einem einzigartigen Schmuckstück, das immer Emotionen weckt und einem das Lächeln eines zufriedenen Kunden schenkt.

 

Schmuckstücke werden auch nach individuellen Wünschen gefertigt. Wie geht ihr bei der Planung eines Schmuckstückes vor? Mit welchen Wünschen und Anliegen kommen die Kunden und Kundinnen zu euch?

Oft steckt hinter einem Auftrag eine Emotion. Das können die verschiedensten Anlässe sein. Z. B. Geburt, Taufe, Geburtstag, Weihnachten, Hochzeit, Verlobung oder Freundschaft.

Es kann aber auch rein um Ästhetik gehen. Man möchte sich schmücken passend zu einem bestimmten Kleidungsstück zum Beispiel. Oder man hat ein Schmuckstück geerbt und möchte sich etwas Neues daraus machen lassen und eine Person dabei in Erinnerung halten.

 

Die Gründe können sehr verschieden sein, deswegen muss man mit dem Kunden zunächst erst darüber sprechen. Manche haben dabei schon konkrete Vorstellungen, andere wollen von uns Vorschläge bekommen. Meist skizzieren wir einen oder mehrere Entwürfe. Ist ein Vorschlag ausgewählt, werden Arbeitszeit und Materialkosten kalkuliert und wenn man sich einig ist, starten wir den Auftrag.

 

Mit welchen Werkzeugen ist eine Goldschmiedewerkstatt ausgestattet? Auf welches Werkzeug kann keinesfalls verzichtet werden?

Wenn man einen Katalog für Goldschmiedewerkzeug durchblättert scheint es nichts zu geben, das es nicht gibt. Dabei gibt es viele Werkzeuge, die einem bestimmte Arbeitsschritte erleichtern. Z. B. gibt es eine Ringbiegezange. Legt man dort ein Profil ein, wird es durch zusammendrücken der Zange rund gebogen. Das geht aber auch mit einer einfachen Halbrundzange, die wesentlich günstiger ist als eine spezielle Ringbiegezange, nur eben etwas mühseliger. 

 

Was aber in keiner Goldschmiedewerkstatt fehlen darf, ist eine Goldschmiedesäge, verschiedene Hämmer und Zangen, ein Ringriegel, eine Draht- und eine Blechwalze, jede Menge Feilen in verschiedenen Größen und Formen, ein Lötbrenner, verschiedene Zieheisen und am besten eine Ziehbank dazu, zumindest ein Schraubstock, Fräser und Bohrer und etwas zum Polieren.

 

Außerdem eine Trauringweitenmaschine, ein Kugelpunzen-Set, eine Schlagschere, eine Waage, Ultraschall, Beize, Fassungsgesenke und natürlich gute Beleuchtung.
Daneben gibt es noch viele weitere kleine Werkzeuge die man braucht und nützlich sind.

 

Trauringe können bei euch in einem Kurs selbst angefertigt werden. Wie sieht ein solcher Kurs aus? Wie schwierig ist es, einen Trauring anzufertigen? Wie ist die Resonanz auf diese Kurse?

In einem Vorgespräch werden Form, Proportion, Material und Ringweite, sowie alle weiteren Fragen rund um die Ringe besprochen.
Im Kurs starten wir mit einem sogenannten Walzprofil-Halbzeug. Dieses Profil wird auf die gewünschten Proportionen gewalzt, auf die richtige Länge bzw. Ringweite gebracht, gebogen und je nach Material verlötet oder verschweißt.

 

Man hat dann einen geschlossenen Ring, der dann rund gerichtet und in die gewünschte Form gefeilt wird. Zum Schluss werden die Ringe poliert und/oder mattiert.

Dabei sind auch grobe Strukturen wie z. B. Hammerschlag möglich.

Je nach Material braucht man gerade beim Feilen viel Ausdauer und räumliches Vorstellungsvermögen. Der Kurs wird von uns Schritt für Schritt angeleitet und im Zweifel greifen wir auch mal ein.

Uns ist aber auch wichtig, dass man als Kursteilnehmer so viel wie möglich selber machen kann. Bis jetzt ist jeder glücklich und zufrieden mit seinem Ergebnis nach Hause gegangen.
Die Kurse, insbesondere die Trauringkurse, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.
So sind gut die Hälfte der Trauringe, die unsere Werkstatt verlassen in einem Kurs entstanden.

Schmuckstücke werden auch nach individuellen Wünschen gefertigt

Wertvolles Handwerk und Freude

Ein persönliches Schmuckstück ist nicht nur besonders wertvoll, sondern wird meist mit vielen Erinnerungen und Emotionen verbunden. So kann ein solches äußerst viel Freude bereiten und zahlreiche Gefühle erwecken. Die Kunst und Tätigkeit eines Goldschmiedes ist deshalb nicht nur einzigartig, sondern bereitet den Kunden große Begeisterung und lang anhaltendes Glück.

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