Geschichte zum Anfassen

Veröffentlicht am 12 August 2019 von Verena Arnold
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Trotz unserer schnelllebigen Zeit, in der Forschung und Entwicklung in Riesenschritt voran geht, ist es wichtig, auch das Vergangene nicht zu vergessen, sich des Ursprungs bewusst zu bleiben. Während in früheren Zeiten Kinder fasziniert lauschten, während „die Alten“ erzählten, ist im Zeitalter von Internet und allgegenwärtiger Animation rein theoretische Wissensvermittlung ausgesprochen schwierig. Nur mit dem geschriebene oder gesprochenen Wort erreicht man junge Menschen heute kaum noch.

Eine tolle Art, Geschichte zu vermitteln, ist diese nahbar zu machen, die Möglichkeit zu bieten, Geschichte zu erleben. So sind zum Beispiel Museumshöfe, in denen Schulklassen die Möglichkeit haben, nicht nur alte Gerätschaften anzuschauen, sondern zum Beispiel mitzuhelfen, wenn Brot wie vor 100 Jahren gebacken wird. Aber es gibt weitaus mehr Bereiche, wo es möglich ist, Geschichte so lebendig zu vermitteln.

Ein gutes Beispiel ist auch die Druckerei. Was heute mit wenigen Klicks am Computer passiert, war früher eine Kunst. Und die einzelnen Schritte der Entwicklung im Druckwesen sind faszinierend. Erleben kann man dies im Typorama in Bischofszell, wo Geschichte wirklich gelebt wird, denn dort sind nicht nur die alten Maschinen zu bestaunen. Mit diesen Maschinen wird bis heute gearbeitet.

Wir haben darüber mit dem 41-jährigen Percy Penzel gesprochen. Der in Deutschland in Pasewalk geborene, gelernte Fahrzeug-Lackierer kam durch eine Setzmaschinen-Schulung zu Typorama und blieb, so dass er nun schon seit 5 Jahren in der Schweiz lebt. Zuvor hatte er 15 Jahre Siebdruck in einer deutschen Jugendkunstschule in Stralsund gemacht und dort eine Spielkartenfabrik mit aufgebaut, wobei er Bleisatz und den Buchdruck kennen lernte.

Percy Penzel war begeistert von der Kombination Museum und Produktionsstätte im Typorama und hat große Freude daran, an diesem Projekt mitzuarbeiten, das in den 1970-er Jahren von dem gelernten Schrift- und Maschinensetzer Paul Wirth ins Leben begründet wurde. Es begann mit dem Ankauf von besonderen Sammlerstücken, da es der Wunsch von Paul Wirth war, eines Tages die Entwicklung des Bleisatzes und des Buchdrucks zentral an einem Ort dokumentieren zu können. Mit Gründung des Fördervereins 1997 wurde dann noch viel mehr daraus.

Wie Percy Penzel sagt, handelt es sich um ein arbeitendes Museum, in dem sie zu zweit mit den alten Maschinen arbeiten und noch täglich in der alten Arbeitsweise produzieren und dadurch wirklich erlebbar sind. Die Produkte heben sich dadurch von den modernen Drucksachen ab, stehen diesen jedoch in nichts nach. Beim Unterhalt werden sie durch die Mitglieder des Fördervereins unterstützt. 

Unser Interviewpartner Percy Penzel leitet einen Typorama

 

Welche Grundidee steckt hinter dem Typorama und wie sieht die Finanzierung aus?

Die Idee des Typorama ist der Erhalt der Bleisatz- und Buchdruck-Technik und dieses Wissen und Können der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Durch aktives Nutzen der Maschinen und Schriften in der Produktion wird das für die Besucher optimal erlebbar. Das Typorama ist dadurch auch zum Teil finanziert. Eine Stiftung und ein Verein mit vielen aktiven Mitgliedern sind weitere finanzielle Stützpfeiler.

 

Was erwartet den interessierten Besucher im Typorama? Wie sieht die zukünftige Entwicklung aus?

Wer das Typorama betritt, spürt sofort die einzigartige Atmosphäre und das Leben in den Gemäuern. Der Duft der Druckfarbe und des Öls an den Schmierstellen der alten Maschinen, die Geräusche und die begeisterten Menschen, welche hier agieren. Das ist es, was das Typorama ausmacht und auch die Zukunft bleibt nicht vor der Tür stehen. Wir schauen vermehrt, wie wir neue Techniken geschickt integrieren, sodass Besucher auf verschiedene Weisen das Geheimnis des Druckens lüften können.

 

Das Typorama ist mehr als nur ein Museum. Welche Maschinen finden dort Verwendung? Sind alle Maschinen einsatzfähig?

Im Typorama befindet sich eine Sammlung von über 3000 Schriften. Man kann die Entwicklung der Setzmaschinen in wohl einzigartigem Umfang entdecken. Gedruckt wird sowohl auf über 150-jährigen als auch auf gerade mal 50 Jahre alten Maschinen. Jüngere haben wir nicht in Verwendung, aber fast alle sind einsatzfähig oder in Revision.

 

Was wird im Typorama alles angefertigt?

Man kann bei uns im Prinzip fast alles anfertigen lassen. Von der kleinen Visitenkarte, über Einladungen und Plakate bis zum Buch und das alles zu moderaten Preisen. Natürlich können wir auch sehr speziell, zum Beispiel Blind- oder Heissfolienprägung und das auf Papierdicken, wo andere leider «Nein» sagen müssen. 

Im Typorama befindet sich eine Sammlung von über 3000 Schriften

 

Geschichte und ganz besondere Drucksachen

Wer sich für die Geschichte des Buchdruckes interessiert, den erwartet im Typorama ein ganz besonderes Erlebnis und kann sich umfassend und authentisch informieren. Und wer einmal ganz besondere Drucksachen anfertigen lassen möchte, zum Beispiel Einladungen für eine Hochzeit, wird doch ebenfalls fündig. Es wird fast alles angefertigt, was man auch in einer modernen Druckerei bekommt. Vielen Dank an Percy Penzel für dieses informative Gespräch und den Einblick in seine Arbeit.

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