Für die wichtigsten Momente im Leben

Veröffentlicht am 9 Dezember 2019 von Verena Arnold
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Die wichtigsten Momente in ihrem Leben sind eine Geburt, eine Hochzeit, eine Scheidung, oder der Tod. Auf alle Fälle ist es schön, wenn sie jemand dabei begleitet. Wolfgang Weigand ist selbstständig und bietet Schulungen und Coachings zu lebensverändernden Themen an. 

Selbständig ist er seit 2000, die Schritte GmbH wurde jedoch erst 2006 gegründet. Er bietet Dienstleistungen im Bereich von beruflich/persönlicher Standortbestimmung an (Coaching), begleitet Paare und vor allem Menschen / Familien in Trauersituationen. Rituale wie Abdankungen und Hochzeitszeremonien sind der größte und wichtigste Teil seiner Tätigkeit. Daneben gibt er aber auch noch Schulungen zu den Themenfeldern Umgang mit Abschied und Tod und Trauerkompetenz. Er schult Firmen bzw. deren Teams, die mit solchen Themen konfrontiert sind. 

Wolfgang hat Pädagogik, Philosophie und Theologie studiert und 1992 mit dem Diplom an der Uni abgeschlossen. Seitdem gab es etliche Weiterbildungen, er ist auch Coach und Supervisor, und er hat sich ebenso mit Psychodrama, Logosynthese und einigen anderen therapeutischen oder coaching-bezogenen Weiterbildungen beschäftigt. Zudem ist er diplomierter Erwachsenenbildner.

Unser Interviewpartner Wolfgang Weigand spezialisiert sich auf Trauungen

 

Wolfgang, warum hast du dich unter anderem auf freie Trauungen spezialisiert? Wie bist du zu deiner aktuellen Tätigkeit als freier Trauredner gekommen? Du schreibst unter anderem auch Kabaretts. Wie kannst du von diesem Talent auch als freier Trauredner profitieren? Lassen sich diese beiden Berufsfelder leicht miteinander kombinieren?

Zu der Ritualtätigkeit kam ich nach dem Ausstieg aus dem kirchlichen Dienst nicht zufällig. Ich habe andere Menschen in der Trauer begleitet und mit Abschiedsfeiern als freischaffender Theologe begonnen, um dann im folgenden Jahr (2001) auch «freie», also kirchlich unabhängige  Trauungen anzubieten für Paare, die nicht mehr in der Kirche beheimatet sind oder mit deren «Performance» oder Sprache oder Moralvorstellungen nichts mehr anfangen können.
Trauungszeremonien und Kabarett sind schon zwei sehr verschiedene Welten. Aber das verbindende Element ist ja tatsächlich der Umgang mit der Sprache: pointiert, witzig, öffnend, zum Nachdenken anregend usw. Das sind in beiden Welten wichtige Elemente. Und ich schreibe einfach sehr gerne Texte, sodass ich auch zum Bücherschreiben gekommen bin.

 

Welcher Ausbildungsweg ist zu absolvieren, um als freier Trauredner tätig sein zu können? Ist auch ein Quereinstieg möglich? Welche Grundvoraussetzungen hast du mitbringen müssen, damit du dich in diesem Berufsfeld selbstständig hast machen können?

«Freier Trauredner» ist kein geschützter Berufstitel. Jeder kann sich zum Beispiel Ritualbegleiter nennen und ein entsprechendes Schild an die Haustüre hängen oder auf einen Briefkopf drucken lassen. Rituale setzen nach meiner Erfahrung Verständnis für Dramaturgie, für «Inszenierung» und für die besondere Dimension des Trauversprechens voraus; auch Theoriekonzepte von Ritualen können für die Professionalität sehr hilfreich sein.  Als (ehemals katholischer) Theologe bin ich in solchen Themen ausgebildet. Es gibt zum Beispiel immer mehr Weddingplaner, die auch Zeremonien anbieten. Ich kann deren Tätigkeit nicht bewerten, stelle einfach fest, dass da der Angebotsmarkt an Dienstleistern immer unübersichtlicher wird.
Aus diesem Grund bin ich auch aktiv (und Präsident) im kleinen Schweizerischen Verband der freischaffenden Theologen. Uns ist regelmäßige Intervision und fachlicher Austausch wichtig, um die Professionalität bewahren zu können. Schließlich ist unser Tun für die Brautpaare sehr entscheidend: was in dieser einen Stunde Zeremonie geschieht, prägt entscheidend das ganze Hochzeitsfest -und hat, wie ich hoffe, auch eine nachhaltige Wirkung auf die Beziehungsqualität.

 

Was gehört zur Grundausstattung eines freien Trauredners? Welche Hilfsmittel bringst du zu jeder Zeremonie mit, damit du auch auf spontane Ereignisse reagieren kannst?

Ich bringe vor allem mich selber mit, meine Person, und die vielen «Bilder», Aufzeichnungen und Geschichten, die ich vom Brautpaar habe. Mit dieser lovestory entwickle ich ja die Zeremonie, mit passenden Texten, Gedanken, Handlungen und vieles mehr. Auch wenn ich – nach so vielen Jahren Tätigkeit und nach über 600 Trauungen -sehr frei rede, habe ich doch immer ein Manuskript dabei, falls ich einmal einen Blackout haben sollte. Dies ist aber noch nie passiert.
Technische Hilfsmittel nehme ich nicht mit, weil sie in der Regel von der Location oder auch von den Musikern gestellt werden (Mikrophon).
Manchmal habe ich ein besonderes Gefäß für das Wasser dabei, mit dem ich die Ringe segne (falls das gewünscht ist). Der Ringsegen ist ja meist auch ein besonderer Übergang vom Wort-Teil (Texte, Geschichte des Brautpaars) zum eigentlichen Höhepunkt, dem Trauversprechen.

 

Welcher Trend ist bei freien Trauungen im Moment aktuell? Wechseln die Anforderungen und Ansprüche bei freien Trauungen häufig oder sind die Kundenwünsche in diesem Bereich immer sehr individuell? Hast du immer die Möglichkeit auf individuelle Wünsche einzugehen?

Viele Paare sind, was mich überrascht, in ihren Planungen und Vorstellungen noch immer sehr konventionell. Da werden Traditionen beschworen, die sonst überhaupt nicht mehr so wichtig sind (Braut wird vom Vater gebracht; man darf sie vorher nicht sehen etc). So kommt es oft zum klassischen Ablauf: Trauung um 15 Uhr, dann Apero, dann Z’nacht mit den geladenen Gästen. Immer mehr Paare, die ich begleiten darf, haben aber auch Mut zu unkonventionelleren Hochzeitsfesten. Da wird erst ausgiebig beim Apero gefeiert, man lernt sich kennen, es entsteht ein Wir-Gefühl unter den Hochzeitsgästen, und erst dann, also vor dem Abendessen, manchmal sogar danach in der Nacht, findet die Zeremonie statt als Höhepunkt. Bei einem «normalen» Fest ist das Feuerwerk ja auch nicht am Anfang, sondern erst am Schluss.
Ein Trend ist bei mir auch der Mut, die Trauung wirklich in der Natur ohne «Plan B» für Schlechtwetter zu planen. Irgendwie geht’s immer gut.
Da ich mich als Dienstleister verstehe, haben die Wünsche meiner Brautpaare immer Priorität. Es gibt kaum etwas, was ich ablehnen würde. Es sollte einfach dramaturgisch Sinn machen. Als ehemaliger Musiker verstehe ich auch einiges von der musikalischen Begleitung. Es muss nicht immer der Pachelbel-Kanon (wiewohl sehr schön) sein oder «ewige Liebe».
Ich schätze es sehr, wenn die Paare sich gegenseitig ein Versprechen mit ihren eigenen Worten geben. Oft lese ich auch aus ihrer Geschichte vor, weshalb sie sich füreinander entschieden haben. Das ist oft für Familien und Freunde ein erster Höhepunkt der Zeremonie: so haben sie das ja in der Regel noch nicht gehört.

«Freier Trauredner» ist kein geschützter Berufstitel

 

Freier Trauredner

Wolfgang ist unter anderem auch freier Trauredner.  Was er zur Zeremonie mitbringt, ist seine Person und die vielen «Bilder», Aufzeichnungen und Geschichten, die er vom Brautpaar hat und dadurch ihre Liebesgeschichte erzählen kann. Neben traditionellen Trauungen ist er auch immer wieder von unkonventionellen Trauung begeistert. 

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