Fotograf, ein Beruf mit vielen Möglichkeiten

Veröffentlicht am 22 Oktober 2018 von Verena Arnold
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Nur wenige Berufe sind so vielseitig und damit aber auch anspruchsvoll in der Ausbildung, wie der des Fotografen. Handwerk, Technik, ein gutes Auge und künstlerisches Geschick müssen sich verbinden, wenn man als Fotograf erfolgreich werden möchte. Es gibt Fotografen, die sich frühzeitig spezialisieren, um in diesem Bereich herausragende Ergebnisse liefern zu können. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Vielseitigkeit des Berufes zu nutzen und so eine umfassende Dienstleistung bieten zu können, was für den Kunden sehr angenehm ist, aber auch entsprechend hohe Ansprüche an den Fotografen stellt.

Um mehr über die Anforderungen an einen guten Fotografen zu erfahren, haben wir mit dem, in Bern geborenen, 49-jährigen Stefan Bienz gesprochen. Er kam erst spät zum Beruf des Fotografen, denn ursprünglich hat er Technische Informatik studiert und war über 15 Jahre als externer Berater für viele Firmen im In- und Ausland tätig. Fotografie war immer sein Hobby, was er so leidenschaftlich betrieb, dass er mit knapp 40 Jahren beschloss, sich noch intensiver damit auseinander zu setzen und sich entsprechend weiterbildete. In dieser Zeit keimte der Wunsch in ihm, in diesen Beruf zu wechseln. So lernte er viel Autodidakt und besuchte zusätzlich die cap Fotoschule in Zürich.

In einer Übergangszeit von ca. 2 Jahren, in der noch zu ca. 60 % in der IT tätig war, baute er Schritt für Schritt sein Fotografie-Business auf, um sich seitdem nur noch auf diese Tätigkeit zu konzentrieren. Nach wie vor arbeitet er in seinem Unternehmen allein, aber in Kooperation mit verschiedenen Agenturen und Partnern aus unterschiedlichen Bereichen, wie Visagistinnen, Foodstylisten, usw. Seine Leidenschaft und sein Studio teilt er mit seiner Frau, die unter moca-photography.ch ihre Arbeit als Baby-Fotografin vorstellt.

Unser Interviewpartner und Fotograf Stefan Bienz

Stefan, seit über 15 Jahren fotografierst du aus – und vor allem mit – Leidenschaft. Als Berufsfotograf arbeitest du in den Bereichen Peoplefotografie, Corporatefotografie, Commercialfotografie, Produktfotografie, Foodfotografie, Architekturfotografie und Eventfotografie – sowohl für namhafte Firmen als auch für Privatpersonen. Welche Art von Fotografie ist doch dein Steckenpferd?

Ich bin bewusst sehr breit aufgestellt in der Fotografie und decke daher viele Bereiche ab. Der Weg der Spezialisierung kommt für mich zurzeit nicht in Frage – ich schätze genau die Abwechslung. Wenn ich z.B. drei Tage lang Menschen fotografiert habe, was ich sehr, bin ich doch froh wenn ich mich zur Abwechslung wieder mal ins Studio zurückziehen kann und z.B. einen Tag lang in aller Ruhe und für mich alleine Uhren oder Schmuck fotografieren kann . Zu dem schätzen auch meine Kunden sehr, dass sie bei mir alles aus einer Hand erhalten: ich habe etliche Kunden, für die ich z.B. ihre Mitarbeiter fotografiere, aber zusätzlich auch noch die Produktfotografie für sie erledigen kann. Ich glaube stark daran, dass dies einen Teil meines Erfolges ausmacht. Seit Anfang dieses Jahres biete ich nun auch kleinere Corporate-Videoproduktionen an – weil ich früher viel privat gefilmt und am Computer geschnitten habe.

Wie bekommt man bei der Fashionfotografie schöne Bilder hin? Auf was kommt es ganz besonders an? Gibt es Tage, an denen du zur Arbeit gehst und sofort Warnzeichen für ein schlechtes Shooting siehst? Kannst du eine Katastrophe kommen sehen?

Ich mache eigentlich nicht direkt Fashionfotografie, aber ich denke die Frage kann auch für andere Bereiche beantwortet werden. Die Gefahr für ein schlechtes Shooting erkenne ich, wenn nichts oder zu wenig vorbereitet ist auf Kundenseite, die gewünschten Ergebnisse nicht klar definiert sind und ich z.B. mit Sätzen wie diesem begrüsst werde: „Du bist der Fotograf, Du weisst schon was Du machen sollst“, oder wenn die Beteiligten nicht motiviert sind. Da ich allerdings – auch aufgrund meines Backgrounds – sehr akribisch bin, weiss ich das normalerweise zu verhindern. Ganz wichtig ist hier auch der Umgang mit den Menschen, viel Feingefühl und eine gute Portion Psychologie, damit die Menschen vor der Kamera sich wohlfühlen – dann gibt es die besten Bilder! Dies gilt insbesondere dann, wenn man, wie das öfters der Fall ist, mit privaten und nicht professionellen Models arbeitet.

 

Du bist ein ungewöhnlicher Fotograf, weil du Foodshooting machst. Wie viel kostet so ein Foodshooting bei dir? Wovon hängt der Preis ab?

Ich arbeite normalerweise – dies gilt eigentlich für alle Bereiche – meist mit Halb- oder Ganztagessätzen, gemäss der Empfehlung unseres Verbandes (SBF). Dazu kommt speziell bei einem Foodshooting dann oft noch die Foodstylistin, die ganzen Props und Zutaten hinzu. Auch die Bildbearbeitung wird jeweils separat nach Aufwand dazu berechnet, da diese sehr unterschiedlich aufwendig sein kann. Ein ganzer Tag bewegt sich dann rasch in einem mittleren vierstelligen Bereich, je nach Aufwand. Dafür gibt es danach meistens etwas Feines zu essen – entgegen nämlich der immer noch weit verbreiteten Meinung, dass da vieles künstlich (Stichwort Haarlack, Deko aus Plastik etc.) getrickst wird – arbeiten wir heute in den allermeisten Fällen sehr natürlich beim Foodshooting. Und das heisst eben auch, dass wir danach das Fotografierte dann auch wirklich essen können!

 

Du hast Erfahrung in Produktfotografie. Hast du einen Tipp für Einsteiger im Bereich Produktfotografie? Wie sollen diese starten?

Die Produktfotografie ist ein sehr anspruchsvoller Bereich, weil man sehr viel beachten muss im Bereich der Lichtführung, Perspektive, Bildbearbeitung, etc. Aufwändige Schmuck- oder Uhrenfotografie beispielsweise  wird oft aus mehreren Bildern am Computer zusammengesetzt, da man z.B. für eine Uhr nicht für alle Bereiche das Licht optimal setzen kann. Das heisst konkret, man macht mindestens eine Einstellung fürs Zifferblatt, eine für die Krone, eine für das Armband, und dann wird oft noch ein Composing mit einem Hinter- bzw. Untergrund gemacht. Dazu gehört auch eine gehörige Portion Kreativität, um ein ansprechendes Set zu gestalten, wenn man nicht nur „langweilige“ Bilder auf weissem Hintergrund machen will. Als Starthilfe, respektive Inspiration dient auch hier wie so oft das Internet. Dort findet man sehr viele gute und natürlich auch schlechte Beispiele, wie man es (nicht) machen sollte.

Auch die Produktfotografie ist ein anspruchsvoller Bereich

Nicht nur viele Möglichkeiten, sondern auch viele Anforderungen

Der Beruf des Fotografen ist zweifelsohne ein sehr interessanter Beruf. Aber man muss schon eine große Leidenschaft für den Beruf, die Bereitschaft und Geduld für eine fundierte Ausbildung und Flexibilität mitbringen, um sich auf die immer wieder wechselnden Gegebenheiten und Anforderungen einstellen zu können. Wer nicht gern mit Menschen arbeitet, ist sicher gut beraten, sich z.B. auf Produkt-Fotografie zu spezialisieren. Im Zeitalter der vielen Online-Shops ist auch diese Sparte der Fotografie eine gefragte Dienstleistung. Wir danken Stefan Bienz für seine Zeit und die vielen Informationen über den Beruf des Fotografen.

Mehr über Stefan Bienz finden Sie hier.

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