Deutsch für Anfänger und Fortgeschrittene

Veröffentlicht am 22 Oktober 2018 von Verena Arnold
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Sprache ist das, was uns Menschen verbindet und auch in der heutigen Zeit ist es sehr wichtig, den richtigen Gebrauch der Sprache zu beherrschen. Und dies sowohl mündlich, wie auch schriftlich. Manchmal hat man den Eindruck, dass die Sprache immer mehr verfällt. Sicher war Sprache schon immer im Wandel, was man deutlich erkennt, wenn man ältere Bücher oder gar die Werke großer Dichter vergangener Zeiten liest. Aber durch die Globalisierung und den massiven Gebrauch fremdsprachlicher Ausdrücke, verändert sich Sprache heute noch schneller. Dazu kommt die so genannte Umgangssprache, die bei Jugendlichen stark durch die Sprachvielfalt von jungen Einwanderern beeinflusst wird. Dies alles mag im privaten Umfeld nicht von großer Bedeutung sein, aber in Ausbildung und Beruf dafür umso mehr. Ausdrucksweise und Rechtschreibung geben zum Beispiel dem Leser eines Anschreibens einen ersten Eindruck von der Person, die den Text verfasst hat. Und oft ist gerade der erste Eindruck entscheidend.

Wir haben mit dem 60-jährigen Michael Reifig gesprochen, dessen Beruf es ist, beim korrekten Gebrauch der deutschen Sprache zu helfen. Geboren in Köln, wohnt er nun schon seit 35 Jahren in der Schweiz. Zuerst in Lausanne, in der Romandie und seit 2011, gemeinsam mit einer Tessinerin, in Zürich. Er hat Germanistik mit den Schwerpunkten Literaturwissenschaft, Linguistik und Mediävistik, sowie Philosophie in Köln, Zürich und Fribourg studiert. Einige Jahre hat er als Kunstmaler gearbeitet und seine Bilder auf zahlreichen internationalen Ausstellungen gezeigt.  

In der Romandie hat Michael Reifig schon für längere Zeit Deutsch unterrichtet und sich dann in Zürich selbstständig gemacht und stellt heute ein umfassendes Angebot zum Thema Deutsche Sprache, von der Nachhilfe, über Lektoratsarbeit bis zum Deutschunterricht für Menschen, die keine deutschen Muttersprachler sind.

Unser Interviewpartner und Lektor Michael Reifig

Michael, Sie haben sich während Ihres Studiums und Ihres Berufslebens intensiv mit der deutschen Sprache in ihren vielen Facetten auseinandergesetzt. Warum sind Sie Lektor geworden?

Zunächst: Ich bin ja nicht nur Lektor, sondern ziemlich breit aufgestellt. Nur als Lektor zu arbeiten, kann ich mir nur sehr schwer vorstellen. Den Kampf nur ich und der Text könnte ich auf Dauer nicht gewinnen, denn es ist irgendwo ein sehr einsamer Job. Wenn alles gut läuft, du keinen Fehler gemacht hast, findet das jeder normal. Wenn du mal einen Fehler gemacht, hast sieht das jeder. Der Lektor ist vergleichbar mit dem Torwart beim Fussball. So finde ich es wesentlich interessanter, Leute in den Beruf des Lektors einzuführen, was ich an der Medienschule Nordwestschweiz auch praktiziere.

 

Wie hoch ist der Anteil an Studenten, die Ihre Leistungen in Anspruch nehmen? Was sind die, Ihrer Erfahrung nach, häufigsten Fehler? Sind es meist kleinere Rechtschreibfehler oder müssen auch oft stilistische und strukturelle Änderungen vorgenommen werden? Was war der lustigste Fehler, der Ihnen bisher begegnet ist?

Es sind weniger Studenten, deren Arbeiten ich korrigiere. Studenten können sich meine Arbeit im Normalfall nicht leisten. Die ausländische Konkurrenz ist sehr gross. In Deutschland, Österreich oder irgendwo auf der Welt, korrigieren Studenten Texte zu Preisen, für die ich nicht arbeite, weil ich davon nicht leben kann.

Ich sehe mehr und mehr, dass die Sprachkompetenz nachlässt. Sei es bei Seminararbeiten, in den Zeitungen oder auch im Fernsehen. Heute ist kaum noch jemand in der Lage den Konjunktiv richtig anzuwenden. Vor ein paar Wochen habe ich in einer Korrektorats-Firma einen Kurs gegeben und erst auf meine Intervention hin wurde vor Kursbeginn ein Duden angeschafft.

 

Wie wichtig sind eigentlich Formalia wie eine perfekte Gliederung, korrekte Rechtschreibung und ein guter Ausdruck? Fallen solche Mängel auch bei einer inhaltlich überzeugenden Arbeit ins Gewicht? Der Fall „zu Guttenberg“ und Plagiatsfälle sind aktuell in aller Munde. Führen Sie auch Plagiatskontrollen durch und wenn ja, landen Sie dabei häufig Treffer?

Das Beherrschen der deutschen Sprache in all ihren Facetten halte ich immer noch für sehr wichtig. Häufig bekomme ich zu hören, warum man etwas korrigieren solle, wenn die anderen die Fehler doch nicht bemerken – aber das ist ein weites Feld.

Form und Inhalt bedingen sich natürlich gegenseitig, so wie Theorie und Praxis. Kant hätte zum Beispiel, wenn er hätte schreiben können, seine Gedanken auch so formulieren können, dass diese einfacher zu verstehen gewesen wären. Es ist ja so, dass man, wenn man Kant auf Englisch oder Französisch liest, ihn wesentlich besser versteht.

Ich muss ganz klar sagen: Abschreiben ist Betrug. Quellen müssen bekannt gegeben werden.

 

Welche Tipps würden Sie Studenten mit auf den Weg geben, die gerade an einer wichtigen wissenschaftlichen Arbeit sitzen?

Betreiben Sie ein seriöses Quellenstudium. Schreiben Sie einfach – für jeden neuen Gedanken einen neuen Satz. Für hypotaktische Satzkonstruktionen fehlt den meisten Studenten, sowie auch häufig Professoren die Sprachkompetenz.

 

Korrekter Sprachgebrauch bringt weiter

Um im Leben Erfolg zu haben, kann es ausgesprochen hilfreich sein, sich korrekt ausdrücken zu können und die Rechtschreibung zu beherrschen. Für den Fall, dass der Schulunterricht nicht ausreicht, das nötige Wissen zu vermitteln, ist es auf jeden Fall sinnvoll mit Hilfe eines guten Nachhilfelehrers die Wissenslücken zu schließen. Ebenso macht es Sinn, wichtige Arbeiten vor der Abgabe überprüfen zu lassen, damit vermeidbare Fehler nicht vom Inhalt ablenken und das Ergebnis negativ beeinflussen. Wir danken Michael Reifig für seine Zeit und den Einblick in seine Arbeit.

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