Er folgte der Sprache seines Körpers

Veröffentlicht am 27 November 2018 von Verena Arnold
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Was sein Traumberuf ist, wusste Marco Santi schon im Alter von 11 Jahren ganz genau. Geboren wurde er am 08.05.1964 in Turin, in der Region Piemont und sein Weg zu seinem Traum war steinig. Gegen den Willen seines Vaters setzte er sich durch und begann seine Reise 1976 im Teatro Nuovo di Torino in Turin. Seine Ausbildung führte ihn an die École de Danse Classique in Monte Carlo, wo er von Rossella Higtower unterrichtet wurde. Er wurde an der École de Danse Classique in Monte Carlo de Marika Besobrasova aufgenommen und schloss mit einem Diplom als Tänzer ab. 1981 gewann er mit dem Prix de Lausanne seinen ersten Preis für die beste eigene Choreografie sowie ein einjähriges Stipendium an der hamburgischen Ballettschule unter der Leitung von John Neumeier.

Dann ging seine Karriere steil aufwärts. Im Stuttgarter Staatsballett wirkte er als Solotänzer und Chefchoreograf. Dort gründete er auch seine eigene Tanzkompanie, das Marco Santi Danse Ensemble. Marco Santi zog es dann in die Schweiz, genauer gesagt nach St. Gallen, wo er im Theater St. Gallen als Chefchoreograf die Menschen begeisterte. Nach einer 35-jährigen erfolgreichen Karriere wurde es Zeit für einen neuen Wirkungskreis. Er interessierte sich für die therapeutische Seite des Tanzes: Die Möglichkeiten von Gyrokinesis, Tanztherapie und die Arbeit als MBSR Lehrer wählte er für seine zweite Ausbildung. Funktionelles Bewegungstraining und die Anatomie Ausbildung absolvierte er an der Danielle Curtius Schule in St. Gallen.

Bei Susanne Däppen aus Biel wurde er zum Yogalehrer, nach den Prinzipien des Heart of Yoga nach Mark Whitwell, ausgebildet. Nach der Ausbildung gründete er das Moving Studio in St. Gallen. Hier steht die Kultur der Achtsamkeit im Zentrum. Teilnehmer haben die Möglichkeit an Kursen, Workshops und Therapieangeboten teilnehmen. Sein Team besteht aus erfahrenen Lehrern, die teilweise schon mit Marco gearbeitet haben. Auf das hohe Niveau seines Teams ist er sehr stolz. Das Moving Studio bietet viele Möglichkeiten und ist in seiner Art einzigartig in der Schweiz. Heute ist Marco Santi nicht nur der Gründer, sondern unterrichtet im Moving Studio auch GYROKINESIS®, MBSR und Yoga. Daneben arbeitet er als Dozent für Zeitgenössischen und Kreativen Tanz.

Unser Interviewpartner und Tänzer Marco Santi

 

Marco, wie bist du auf die Idee gekommen, das Moving Studio zu gründen? Wie hast du alle Profis in deinem Team zusammengebracht?

Mein Motto lautet: Bewegung ist Leben – Leben ist Bewegung.

Den Traum von einem eigenen Studio träumte ich schon lange und endlich hatte ich mein Ziel erreicht: Ein Zentrum, das die Menschen bewegt und sie bewegen lässt. Deshalb auch der Name Moving Studio – ein Raum, der sich bewegt. Ich distanziere mich vom leistungsorientierten Fitnesstrend und setze nicht nur auf eine Disziplin, sondern auf verschiedene Formen der Bewegung. Alles, was mit Bewegung und Achtsamkeit zu tun hat, bekommt seinen Platz im Moving Studio. Es gibt genügende andere Angebote für Fitness und Training und ich versuche, meinem Konzept treu zu bleiben, egal ob es sich um einen Workshop oder Kurs handelt.

Auf mein Team bin ich sehr stolz. Es fügte sich fast von selber zusammen. Einige Lehrkräfte kannte ich schon, andere haben sich vorgestellt und sind heute fest im Team etabliert. Als ich damals als Choreograf gearbeitet habe, veranstaltete ich ab und zu Vortanzen. Die Menschen sind zu mir gekommen, weil sie mich und meine Arbeit kennen. So ist es heute auch. Die Menschen kommen zu mir, weil sie Interesse an meiner Arbeit und meinem Stil haben.

 

Welche Kurse sind in deinem Studio am beliebtesten? Wer interessiert sich mehr für dein Studio – Männer oder Frauen?

Es erstaunt mich immer wieder, dass es gar nicht der Kurs selber ist. Der Lehrer ist wichtig, er steht im Vordergrund. Jeder Lehrer hat seine treuen Schüler, es ist ausgeglichen. Lehren bedeutet sich auszutauschen. Nur wenn dieser Prozess stattfindet, ist der Kurs erfolgreich und der Schüler kann profitieren. Yoga ist Yoga, Tanz ist Tanz und Tai Chi ist Tai Chi. Der Lehrer ist der Vermittler, und umso authentischer der Lehrer ist, umso mehr Schüler findet er. Es ist eine hohe Kunst Erwachsene zu unterrichten und auch sehr herausfordernd. Überwiegend sind die Kursteilnehmer Frauen. Zum Glück sind inzwischen auch Männer vom reinen Muskeltraining losgekommen und sind auf der Suche nach einer anderen Verbindung zwischen Körper und Geist.

Wie wichtig ist es deiner Meinung nach, jeden Tag zu meditieren? Wie häufig sollte man zu dir kommen? Welche Übungen kann man auch selbst zu Hause praktizieren?

Achtsamkeit bedeutet, den gegenwärtigen Augenblick aufmerksam aufzunehmen – ohne zu urteilen. Diese Art fördert die Klarheit, das Gewahrsein, die Fähigkeit die Realität im Augenblick zu akzeptieren und anzunehmen. Es begleitet uns den ganzen Tag und kann in jede nur denkbare Tätigkeit kultiviert werden: Beim Essen, beim Gehen, beim Lieben. Um diese Wahrnehmungen zu empfangen, und zu verstärken ist eine regelmässige Meditation notwendig. Viele Menschen denken, dass die Dauer einer Meditation entscheidend ist. Das stimmt nicht. Die Regelmässigkeit ist der Schlüssel. Jeder Mensch weiss genau, was ihm guttut und die Praxis der Achtsamkeit ist ein Prozess, den man für sich alleine oder auch in einer Gruppe lernen kann. Eine Gruppe wirkt unterstützend und wöchentliche Treffen sind ideal. So oder so braucht es Zeit, Geduld, Vertrauen, Akzeptanz und prozessorientierte Disziplin, bis man von der Meditation profitieren kann.

Die Grundidee bei der Achtsamkeit ist, dass Entspannung im Kopf anfängt. Meditieren kann man in jeder Situation und in jeder Tätigkeit üben. Einfach die Augen schliessen, den Fokus auf das Atmen ausrichten und den Geist ruhen lassen. Es ist so einfach, und trotzdem so komplex, weil viele Menschen sich ungern mit sich selber beschäftigen und ihren Gefühlen und Gedanken freien Lauf lassen. Das ist schade, es geht bei der Meditation, darum genau diesem Moment mehr Achtsamkeit zu schenken, mehr im Hier und Jetzt zu leben. Dazu ist es wichtig, den inneren Autopiloten abzuschalten und das Gedankenkarussell zu stoppen und mehr Gelassenheit zu entwickeln.

In meinem achtwöchigen MBSR-Kurs (Stressbewältigung durch Achtsamkeit) nach Jon Kabat Zinn geht es darum, den Menschen ein Werkzeug zu geben, um das Leben bewusster und mit weniger Leiden zu meistern. Diese Herangehensweise bedeutet für die meisten Menschen einen riesigen Perspektivenwechsel. Sich selber zu verändern ist für viele aber notwendig, um Freiheit zu gewinnen. Deswegen finde ich den achtwöchigen Kurs so gut, weil man ganz von vorne beginnt mit Menschen, die noch nie meditiert haben ohne eine Berufung auf eine Religion und jenseits von esoterischen Trends.

 

Warum braucht man deiner Meinung nach Meditation im modernen Leben?

In unser Leistungs- und zielorientierten Gesellschaft ist es noch wichtiger als früher, ein Werkzeug zu haben, das uns bewusster zu Entspannung und Ruhe kommen lässt.

Mediation lässt uns wahrnehmen, was in uns passiert und hilft dabei uns vertraut zu machen mit dem, was uns guttut und heilt. Durch Meditation eröffnen wir uns eine dritte Alternative.

Liebevolle Akzeptanz lässt uns Mitgefühl für uns selber und andere entwickeln.

Meditation bedeutet, dass wir uns Zeit nehmen, Gefühle urteilsfrei wahrzunehmen, indem wir unseren Körper spüren. Wir nehmen nur wahr, was da ist, kämpfen nicht gegen das Gefühl an und wir tadeln uns auch nicht dafür, dass es da ist. Analysieren es auch nicht bis zurück in die Kindheit. Es ist wie es ist. Und genauso ist es ok. Da sein mit allem, was da ist.

Meditation an sich erzeugt keine Ruhe. Aber unser zärtliches Interesse an dem, was in uns da ist, unsere liebevolle Selbstakzeptanz führt nach und nach zu mehr Ruhe.

Und weil wir nicht mehr so viel gegen die äussere Welt und uns selber ankämpfen, haben wir mehr Energie und erleben letztlich auch mehr Glück. Achtsamkeit ist meiner Meinung nach die Zukunft, einfach nur sein im Hier und Jetzt.

 

Das Leben ist ein Tanz – begegne ihm mit Grazie

Marco Santi ist eine faszinierende Persönlichkeit, der seine Träume realisiert, auch wenn der Weg schwierig werden könnte. Der professionelle Tänzer und Choreograf gelang es, ein erfolgreiches Zentrum zu eröffnen, um die Menschen daran zu erinnern, dass es mehr gibt als anonymes diskutieren im Internet. Er fordert uns auf, unsere Gedanken und Gefühle zu erforschen und auf unser Inneres zu hören. Seine Visionen der Achtsamkeit und Meditation sind für das digitale Zeitalter genau richtig. Marco Santi hat den grossen Wunsch Menschen zu helfen, neue Wege für weniger Leiden zu entdecken und zu erreichen – gemeinsam mit anderen Menschen neue Ziele zu erreichen. Mit seinem Zentrum Moving Studio möchte er sich für die jahrelange Aufmerksamkeit bedanken und davon einen Teil zurückgeben. Wir danken Marco Santi für seine Zeit und das ausführliche Interview.

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