Durch die „Marktlücke“ fit für den Zürcher Arbeitsmarkt

Veröffentlicht am 29 Juli 2019 von Verena Arnold
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Die „Marktlücke“ wurde im Jahr 2009 von Christina Dalbert gegründet. Die GmbH bietet ein Förderprogramm für erwerbslose Frauen an, die auf dem normalen Arbeitsmarkt keine Chance haben, eine geeignete Arbeitsstelle zu finden. Das Angebot beinhaltet die Möglichkeit, in einem Laden, einem Restaurant oder in einer Werkstatt ein berufsqualifizierendes Programm zu durchlaufen.

Christina Dalbert startete ihr niederschwelliges Angebot mit einer Mitarbeiterin, Zum 10-jährigen Jubiläum konnte sie den Erfolg ihrer Einrichtung zusammen mit 16 Mitarbeiterinnen feiern. Mit dem Förderprogramm der „Marktlücke“ unterstützen sie derzeit 50 erwerbslose Frauen durch Förderarbeitsplätze darin, Familie und Beruf zu vereinbaren, um ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen.

Die Arbeit mit Schönem und Feinem, der direkte Kundenkontakt und eine wertschätzende Haltung im Team tragen dazu bei, das Selbstwertgefühl der Programm-Teilnehmerinnen zu stärken. Im Hinblick auf ihre berufliche Integration können sie zusätzliche Fähigkeiten entdecken und Neues dazulernen. Durch die soziale und berufliche Integration von Müttern engagiert sich das Team um Christina gleichzeitig für die Zukunft der Kinder. 

Unsere Interviewpartnerin Christina Dalbert leitet eigenen Laden

 

Mit eurem Konzept habt ihr eine Marktlücke gefüllt. Was ist die „Marktlücke“? Welche Grundidee steckt dahinter?

Auch im prosperierenden Zürich leben Frauen mit Kindern, die den Schritt in die Erwerbstätigkeit nicht schaffen. Die Gründe dafür sind vielfältig und individuell unterschiedlich: fehlende oder nicht anerkannte Ausbildungen, Arbeitszeiten, die sich mit der Kinderbetreuung nicht vereinbaren lassen, Gewalterfahrungen, migrationsbedingte Schwierigkeiten – um nur ein paar zu nennen.

Oft fallen diese eigentlich arbeitsfähigen Mütter durch alle Raster. Diese Lücke im Zürcher Arbeitsmarkt füllt die „Marktlücke“ mit ihrem Integrationsprogramm. Dafür wurden wir 2015 mit dem Gleichstellungspreis der Stadt Zürich ausgezeichnet. 

In der „Marktlücke“ können sich erwerbslose Frauen je nach Eignung im Verkauf, in der Gastronomie oder in der handwerklichen Fertigung von Designprodukten für den ersten Arbeitsmarkt qualifizieren. Das „Marktlücke“-Team sucht mit den Frauen nach Möglichkeiten, Kinderbetreuung und Arbeit zu vereinbaren. Es regt zur Selbstreflexion an und fördert die Eigeninitiative und das Selbstvertrauen der Teilnehmerinnen. Es vermittelt Fachwissen und soziale Kompetenzen und coacht die Frauen während der Bewerbungsphase und auch darüber hinaus.

Christina Dalbert hat die „Marktlücke“ auf die Beine gestellt, weil sie gesehen hat, dass in diesem Bereich ein großer Bedarf besteht. Es gab und gibt praktisch keine frauenspezifischen Förder- und/oder Integrations-Programme. Diese sind jedoch gebraucht, denn die soziale und berufliche Integration von Frauen verlangt eine auf ihre Situation zugeschnittene Begleitung. 

 

Die „Marktlücke“ ist für erwerbslose Frauen ein Sprungbrett hin zum ersten Arbeitsmarkt. Wie wird das in der Praxis umgesetzt? Wie erfolgreich seid ihr damit?

Nach sechs bis zwölf Monaten Arbeitserfahrung in einem der drei Geschäftsbereiche, manchmal auch in mehreren, werden die Teilnehmerinnen des Programms durch ein betriebsinternes, individuelles Bewerbungscoaching bei der Stellensuche unterstützt. Wir versuchen, Nischen zu finden, wo ihre Fähigkeiten gerade gebraucht werden. Zum Glück finden wir dank großem Engagement und persönlichen Kontakten immer wieder solche Nischen. Die Vermittlungsquote der Marktlücke ist überdurchschnittlich hoch. 

 

Neben einem Geschäft und einem Restaurant betreibt ihr auch eine Werkstatt. Welche Werkzeuge kommen hier zum Einsatz?

Für die textile Arbeit stehen in der “Marktlücke”-Werkstatt zehn „normale“ Nähmaschinen, zwei Industrie-Overlook-Maschinen, eine Leder-Nähmaschine, mit der wir vor allem Karton und Papier(-Hefte) nähen, eine Industrie-Einfassband-Maschine und ein Schnellnäher. Drei gelernte Schneiderinnen leiten die Programm-Teilnehmerinnen bei der Ausführung von Aufträgen und eigenen Produkten an. Für die Arbeiten mit Papier und Karton nutzen wir verschiedene Schneidewerkzeuge und Maschinen. Auch Stapelschneider, eine Prägemaschine, zwei Stanzmaschinen, eine Perforier- und eine Rill-Maschine sind verfügbar. Schließlich gibt es noch eine kleine, aber feine Metallwerkstatt mit allen erforderlichen Werkzeugen wie einer Drehbank, Bohrmaschinen und so weiter. 

 

Welche Speisen können in eurem Restaurant genossen werden? Kann man euer Restaurant auch gemietet und über was verfügt es alles?

Die „Kantine Hermetschloo“ ist am Mittag ein öffentliches Restaurant. Am Abend oder an den Wochenenden können Sie die Räume mit der ganzen Infrastruktur für ihre Feste, Firmenessen, Seminare und so weiter mieten. Unser Küchenteam kocht täglich frisch und abwechslungsreich je ein Fleisch-/Fischgericht und ein vegetarisches Menü, ergänzt durch eine Tagessuppe und ein reichhaltiges Salatbuffet. Unsere Küche ist inspiriert vom Emmental bis nach Asien und verbindet altbewährte Rezepte mit neuen Kreationen. Manche Rezepte haben die Mitarbeiterinnen, die sich hier für den ersten Arbeitsmarkt qualifizieren, aus ihren Heimatländern mitgebracht. 

Die „Marktlücke“ ist für erwerbslose Frauen ein Sprungbrett hin zum ersten Arbeitsmarkt

Arbeitsfähige Mütter fördern

Frauen, die durch das Raster des Zürcher Arbeitsmarktes fallen, können sich in der „Marktlücke“ für die Berufsarbeit qualifizieren. Nach sechs bis zwölf Monaten Arbeitserfahrung in einem der drei Geschäftsbereiche unterstützt ein individuelles Bewerbungs-Coaching die Teilnehmerinnen des Programms bei der Stellensuche. 2015 wurde das Integrationsprogramm mit dem Gleichstellungspreis der Stadt Zürich ausgezeichnet. Die Kantinenräume der „Marktlücke“ kann man für Seminare oder private Feiern mieten. 

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