Die eigene Stimme entdecken

Veröffentlicht am 5 Mai 2019 von Verena Arnold
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Das klingt einfacher als es ist, denn auch wenn man sich selbst immer hört, wenn man spricht oder singt, so hört man nicht das, was die Menschen um uns herum hören. Dieses Phänomen, das wohl Thomas Edison beim Test des von ihm erfundenen ersten Aufnahmegerätes als Erster bemerkte, wird dadurch verursacht, dass wir unsere Stimme über zwei Schallwege hören, den inneren und den äusseren, wogegen die Menschen um uns herum nur den Klang über den äusseren Schallweg wahrnehmen. Daher ist es uns nicht möglich, unsere Stimme selbst objektiv zu beurteilen oder Fehler zu erkennen, die uns beim Singen unterlaufen.

Um mehr über das Thema Schulung der Stimme zu lernen, haben wir mit der 42-jährigen Gesangslehrerin Taja Waibel aus Bern gesprochen, die schon immer gern gesungen hat, aber erst relativ spät zum Gesangsstudium kam.

Nach ihrer Ausbildung zur Primarlehrerin hat sie neben ihrer Tätigkeit als Lehrerin Kurse an der allgemeinen Abteilung der Jazzschule besucht. Dies hat ihr so gefallen, dass sie mit 27 Jahren begann, Jazzgesang an der Musikhochschule Luzern zu studieren. Dieses Studium hat sie 2008 abgeschlossen. Bereits während und nach dem Studium hat sie bei zahlreichen Vocal Coaches im In- und Ausland Einzelstunden, Workshops und Meisterklassen besucht, um sich gesangstechnisch weiterzubilden.  

Da sie gern unterrichtete, aber in ihrem ursprünglichen Beruf mit den disziplinarischen Herausforderungen im Klassenunterricht nicht wirklich glücklich war, hat sie sich dem Gesangsunterricht zugewandt. Hier konnte sie ihre Leidenschaft für das Singen mit ihrem pädagogisches Interesse verbinden

Seit 10 Jahren gibt es nun ihr Voice Studio Bern. Den Namen hat sie aber bis vor kurzer Zeit nur für die Steuererklärung gebraucht. Letztes Jahr hat sie dann das Angebot im Vioce Studio Bern mit ihrer Mitarbeiterin, Pascale Etter, erweitert. Es war ihr wichtig, dass sie nicht mehr sie als Person im Zentrum steht. Gerne möchte sie, dass das Voice Studio sich im Internet zu einer Plattform entwickelt wo Sänger und Sängerinnen verschiedenste Informationen rund um das Thema «Singen» finden.

Im Voice Studio steht das Erlernen einer gesunden Gesangstechnik im Zentrum. Es werden die technischen und musikalischen Hilfsmittel vermittelt, die es braucht um zum Beispiel in einer Band bestehen zu können. Ergänzt wird das Team zudem von Jan Trösch, Komponist und Musiker, der sie bei der Realisierung von musikalischen Projekten unterstützt und bei der Umsetzung eines Kompositionskurses für Sängerinnen und Sänger geholfen hat.

Unsere Interviewpartnerin Taja Waibel ist eine Gesangslehrerin

 

Taja, wie lange singst du schon? Welche Musik hörst du privat? Was inspiriert dich?

Ich habe mit 13 Jahren angefangen in einer Schülerband zu singen. Mit 14 nahm ich das erste Mal klassischen Gesangsunterricht. Ich singe also seit etwa 30 Jahren und habe auch schon vor dem Bandunterricht gerne meine Idole im Radio nachgeahmt. Ich höre beruflich so viel Musik, dass ich privat ganz gerne die Stille mag. Inspirieren tun mich SängerInnen und Sänger, die ihre Stimme virtuos in ihrem gesamten Umfang bedienen können und die mich mit ihrem Gesang berühren. Im Moment fasziniert mich Lisa Fischer. Ich habe sie im Film «20 Feet from Stardom» entdeckt.

 

Wie lernt man das Singen am besten? Welche Stimmlagen sind einfach zu lernen? Welche Songs eignen sich für Anfänger?

Singen lernt man am besten mit einem Gesangslehrer oder einer Gesangslehrerin, da beim Sprechen und Singen die Wahrnehmung des eigenen Stimmklanges verzerrt ist. Dies merkt man spätestens, wenn man die eigene Stimme aufnimmt und dann hört. Man ist also auf die differenzierte Rückmeldung eines Gegenübers angewiesen. Am einfachsten zu singen sind Lieder die sich in der Sprechstimmlage befinden. Mit Anfängern singe ich zum Beispiel gerne «Read all about it» von Emeli Sande. Dieses Lied hat einen bescheidenen Umfang und wirkt trotzdem nicht zu banal. Mit einem Teenager würde ich allerdings ein anderes Lied wählen. Es ist mir wichtig, dass meine SchülerInnen auch wirklich Songs singen können, die ihnen gefallen.

 

Welche Songs singst du am liebsten und warum?

Persönlich singe ich am liebsten modale Jazzsongs. Diese Lieder bestehen aus nicht zu schnell wechselnden Akkordfolgen, die wunderschöne Farbklänge haben. Als Sängerin liebe ich es, über diese Klänge zu improvisieren. Das fühlt sich dann ein bisschen wie fliegen an.

 

Wie läuft der Unterricht bei dir ab? Was für Vorkenntnisse braucht man? Was kann man tun, wenn man überhaupt keinen Ton heraus bekommt? Gibt es spezielle Übungen dafür?

Man braucht keine Vorkenntnisse. Allerdings schreibe ich auf unserer Webseite, dass es von Vorteil ist, wenn man «Alle meine Entchen» so singen kann, dass andere das Lied als solches erkennen. Sonst wird es zäh… Für viele SchülerInnen braucht es Überwindung vor einer Person, die man kaum kennt, zu singen. Diese Nervosität legt sich mit der Zeit. Die Stimme begleitet uns ja seit dem ersten Atemzug auf der Welt. Meistens ist es nicht so schwierig, von der gesunden Sprechstimme ausgehend, in das Singen überzugehen.

Gerne lasse ich die SchülerInnen in den ersten Stunden zum Beispiel sprechend zählen. Dann zählen wir die Zahlen auf einer bestimmten Tonhöhe, dann zählen wir Zahlen in einer bestimmten Tonfolge. Überhaupt baue ich gerne Geräusche in den Unterricht ein, die tief in uns verankert sind. Eine berühmte Übung ist das Lippenflattern. Kleine Buben machen diese Übung, wenn sie mit Spielautos spielen. Wenn wir ein weinendes Baby imitieren, landen wir schon beim «Twang». Eine Stimmqualität, die wir für R&B Songs brauchen können.

Man braucht keine Vorkenntnisse vor dem Singen-Erlernen

 

Damit singen nicht nur Spass macht, sondern auch gut klingt

Das Entwickeln der eigenen Stimme bereichert Sängerinnen und Sänger auf körperlicher, intellektueller und emotionaler Ebene. In der Gesangsstunde arbeiten wir an einer guten Körperhaltung, wir lernen eine gesunde Atemtechnik, die wir auch im Alltag integrieren können und bilden die Basis für eine gesunde und wohlklingende Sprechstimme. Mit dem Kennenlernen von verschiedenen musikalischen Stilrichtungen erweitern wir unseren Horizont, das Lernen von Melodien und Texten fordert unser Gedächtnis heraus. Erfolgreiche Lernschritte und das Singen vor Publikum stärkt das Selbstvertrauen. Ausserdem ist Singen eine wunderbare Möglichkeit, Emotionen zu wecken und auszudrücken.

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