Das innere Kind heilen – Hypnosetherapie

Veröffentlicht am 5 Dezember 2018 von Verena Arnold
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Manche Menschen leiden an psychischen Problemen und Belastungen, die ihren Alltag privat und beruflich einschränken. Wenn jemand anerkennt, dass er psychische Probleme hat, die man nicht selbstständig heilen kann, wird häufig ein Psychologe aufgesucht. Eine wirksame Methode zur Problemermittlung und -behandlung, die heutzutage immer häufiger zurate gezogen wird, ist Hypnose.

Wer Interesse an einer Hypnosebehandlung hat, findet in Bettina Weilenmann, 1966 in Zürich geboren und in der Nähe von Winterthur aufgewachsen, die richtige Ansprechpartnerin. Sie studierte Psychologie, Psychopathologie und Germanistik an der Uni Zürich, und später noch drei Semester Vergleichende Religionswissenschaften. Ihre psychotherapeutische Grundausbildung absolvierte sie in Integrativer Therapie – ein interdisziplinär orientierter und schulenübergreifender Therapieansatz. Hinzu kamen Ausbildungen in Poesietherapie, systemischen Ansätzen und verschiedenste Ausbildungen in Hypnosetherapie – Bettinas große Leidenschaft.

Ihre Grundausbildung in Hypnose absolvierte sie in England, mit besonderem Fokus auf „Inner Child Healing“ und ergänzte ihr Wissen zusätzlich mit einer Ausbildung in klinischer Hypnose in der Schweiz. Bettina ist sehr neugierig und bildet sich mit viel Leidenschaft ständig weiter, natürlich auch zugunsten ihrer Klienten. Ihre Affinität zur Psychologie kommt daher, dass langjährige Konflikte zwischen ihren Eltern und die spätere Scheidung – als Bettina zehn Jahre alt war – sie sehr belasteten. Bettina versuchte, ihre Eltern – insbesondere ihren Vater, der immer wieder längere depressive Phasen durchlitt – zu unterstützen, doch fühlte sie sich dabei oft sehr hilflos. Mit zwölf Jahren beschloss sie, dass sie Psychologin, beziehungsweise Psychotherapeutin werden wollte, um zu lernen, wie man Menschen mit psychischen Problemen richtig helfen kann.

Bettina arbeitet einerseits selbstständig in einer Praxisgemeinschaft, in der Therapeuten aus ganz verschiedenen Richtungen tätig sind, wie zum Beispiel Naturheilverfahren, Pranic Healing, Craniosacraltherapie, TCM und vieles mehr. Sie arbeitet sehr gerne interdisziplinär, um die Menschen ganzheitlich unterstützen zu können. Gleichzeitig arbeitet sie auch Teilzeit an einer Beratungsstelle, wo sie sich vorwiegend mit Jugendlichen und deren Bezugspersonen beschäftigt.

Unsere Interviewpartnerin Bettina Weilenmann beschäftigt sich speziell mit Hypnosetherapie

 

Bettina, was fasziniert dich persönlich an der Hypnose? Hast du dich schon einmal selbst hypnotisieren lassen? Falls ja, welche Erfahrungen hast du dabei gemacht und was hat sich seitdem für dich verändert? Ist es möglich, sich auch selbst zu hypnotisieren?

Das Bewusstsein und auch das sogenannte Unbewusste haben mich immer schon sehr fasziniert, wie das Unbewusste den Menschen auf seelische Ungleichgewichte, einseitige Lebensweisen beispielsweise in Form von Träumen und allerlei „Symptomen“, hinweisen kann. Ich bin tief davon überzeugt, dass in jedem Menschen ein gesunder, liebevoller Kern existiert, der allerdings durch Traumata und weiteres überschattet werden kann, und dass in uns eine verborgene positive Kraft am Wirken ist, die stets ein gesundes Gleichgewicht anstrebt – der Mensch verfügt über ein großes Selbstheilungspotential. Die Hypnose ist eine wunderbare Methode, das Selbstheilungspotential des Menschen zu aktivieren.

Bei einer Hypnose „hypnotisiert“ man sich im Grunde genommen selbst, die Therapeuten begleiteten die Klienten einfach dabei, über den Atem und auf die Fokussierung nach Innen, beispielsweise auf Körperempfindungen, in eine hypnotische Trance zu gelangen – ein sehr angenehmer, entspannter Zustand. Zu jeder therapeutischen Ausbildung gehören immer auch Selbsterfahrungen – sämtliche hypnotherapeutische Methoden, die ich anwende, habe ich schon selbst ausprobiert.

Wir Alltagsmenschen sind immer wieder mal in einer hypnotischen Trance, zum Beispiel wenn wir einen Film schauen und alles um uns herum vergessen, ganz in dem Film drin sind.

Es gibt verschiedene Selbsthypnose-Techniken, die über die Atmung und fokussierte Aufmerksamkeit funktionieren. Mein Schlaf hat sich dadurch wesentlich verbessert, ich kann mich viel besser konzentrieren und ich bin stressresistenter geworden.

 

Was unterscheidet die Hypnose von einer klassischen Psychotherapie und in welchen Fällen erzielt man einen besseren Therapieerfolg bei der Hypnose? Wie gelingt es dir, psychische Störungen durch die Hypnose zu heilen? Wie stark ist das menschliche Unterbewusstsein? Zu was ist es fähig?

Im Zentrum jeder Psychotherapie steht die sogenannte „therapeutische Beziehung“. Sie ist eine tragfähige, wertschätzende Beziehung zwischen Therapeuten und Klienten, in welcher die Klienten empathisches Verständnis für erlebtes Leid erfahren. Die Hypnosetherapie ist einfach eine therapeutische Methode, die innerhalb einer tragfähigen therapeutischen Beziehung zur Anwendung kommen kann.

Hypnose ist ein uraltes therapeutisches Verfahren. Es geht schon auf die alten Ägypter zurück und arbeitet auf der Basis veränderter Bewusstseinszustände. Hypnose ist die Kunst, jemanden von seiner alltäglichen Wirklichkeit in eine alternative Wirklichkeit hinein zu versetzen. Diese alternative Wirklichkeit ist eine vorgestellte, innere Wirklichkeit, in der man dank der Vorstellungskraft Dinge lernt und ausprobiert, um diese dann mit der realen Wirklichkeit zu verknüpfen.

Die hypnotische Trance ist ein Bewusstseinszustand, in dem der oft überkritische analytische Verstand vorübergehend in den Hintergrund tritt und dadurch ein erweiterter Zugang zu Inhalten des Unbewussten möglich sind. In diesem Zustand kann der Klient unbewusste Ursachen für sein Problem erkennen und Problemlösungen aus einer ganzheitlichen Perspektive finden. Das Unbewusste liefert oft erstaunliche Lösungsansätze. Im Zustand hypnotischer Trance können positive Erfahrungen als positive Ressourcen aktiviert und neue Ressourcen installiert werden, die dann mit aktuellen herausfordernden Situationen verknüpft werden können. Ein Beispiel: „… Und lassen Sie sich mal überraschen, wie immer dann, wenn Ihr Chef so wütend wird, Sie mit derselben Gelassenheit reagieren wie damals bei Ihrem Onkel.“

Voraussetzung für das Gelingen von Hypnose ist eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung und eine hohe Motivation des Klienten, sein Problem mittels Hypnose zu lösen. Eine gewisse Hypnotisierbarkeit respektive Suggestibilität des Klienten ist auch Voraussetzung.

 

Was tust du als Hypnosetherapeutin, während dein Patient in Trance ist? Was passiert im Gehirn, wenn der Patient einen Trance-Zustand erreicht? Jede Hypnose-Sitzung muss am Ende aufgelöst werden. Wie gehst du dabei vor? Ist die Wirkung einer Hypnose nachhaltig?

Während einer Hypnose stimme ich mich ganz auf meine Klienten ein, welche die Augen geschlossen haben. Ich passe meinen Atemrhythmus dem Rhythmus der Klienten an und bin gleichzeitig ganz bei ihnen mit meiner Aufmerksamkeit. Anhand gewisser Körpersignale kann ich die Tiefe der Trance erkennen. Gleichzeitig gehe ich auch in eine leichte Trance (Effekt der Spiegelneuronen) und habe dadurch auch leichteren Zugang zu Eingebungen, die ich meiner Klientin dann anbieten kann. Ich arbeite stets mit dem „Material“, das der Klient mir anbietet. Ich benutze „seine Sprache“, seine Bilder und biete dann meine Assoziationen und Vorschläge dazu an. Wenn diese ankommen, und das sehe ich an der Mimik – der Klient lächelt oder nickt – , dann weiß ich, ich bin auf der richtigen Spur. Hypnose ist eigentlich stets „Teamarbeit“. Ich als Therapeutin bin dabei aber vor allem Begleiterin, welche dem Klienten hilft, eigene Ressourcen, Lösungen etc. für sein Problem zu finden.

Bildgebende Verfahren haben gezeigt, dass Gehirnareale, die beispielsweise für Aufmerksamkeit, bildliche Vorstellung, kritische Bewertung und Selbstwahrnehmung zuständig sind, sich in ihrer Aktivität unter Hypnose so verändern, dass die hypnotische Trance sich sowohl vom Schlaf als auch vom Wachbewusstsein deutlich unterscheidet. Hypnotische Trance ist also ein eigenständiger Bewusstseinszustand. In Trance ist der Mensch viel zugänglicher für Suggestionen, was man therapeutisch nutzen kann.

Um die Hypnose zu beenden, genügt es eigentlich, dem Klienten zu sagen, dass er jetzt in seinem eigenen Tempo wieder zurückkommen kann. Auch, dass es vollkommen in Ordnung ist, sich ein bisschen erholt zu fühlen. (letzteres ist eine Suggestion). Oder ich leite den Klienten so an, dass ich ihm sage, dass er wieder voll wach und voll präsent ist, wenn ich auf drei gezählt habe.

Hypnose kann sehr nachhaltig wirken, was durch sogenannte ‚posthypnotische Suggestionen‘ am Schluss der Sitzung noch zusätzlich unterstützt werden kann:

“Und Sie können sich einmal überraschen lassen, was Ihnen gerade dann Geniales einfällt, wenn der Professor Ihnen eine schwierige Frage stellt …“

 

Kannst du unseren Lesern einige nützliche Ratschläge geben, wie sie Veränderungen in ihrem Leben herbeiführen können und wie sie Probleme einfacher lösen können? Wie sollte man mit Herausforderungen umgehen – gibt es eine Technik, mit der man sein Selbstvertrauen stärken kann?

Es gibt einen Therapeutenwitz und der lautet wie folgt: „Wie viele Therapeuten sind notwendig, um eine Glühbirne auszuwechseln? Antwort: Nur einer, doch die Glühbirne muss wirklich bereit sein für eine Veränderung!“

Damit Menschen in ihrem Leben Veränderungen herbeiführen und Probleme lösen können, ist es notwendig, dass sie erst mal erkennen, dass es überhaupt ein Problem gibt und dass gewisse Veränderungen im Leben notwendig sind. Es braucht Mut, sich selbst einzugestehen, dass einem etwas fehlt im Leben, um wirklich glücklich zu sein. Symptome wie beispielsweise Schlafstörungen, körperliche Symptome, Reizbarkeit oder eine seit längerem bestehende grundlose Traurigkeit und so weiter weisen uns darauf hin, dass etwas im Leben aus dem Gleichgewicht geraten ist. Um Veränderungen herbeiführen zu können, müssen wir also zunächst mal wirklich ehrlich mit uns selbst sein. Wir müssen uns erlauben, wahrzunehmen, wie es uns wirklich geht, um dann mutig die nötigen Schritte der Veränderung einzuleiten.

Viele von uns haben eine Erziehung genossen, die uns als Kinder vermittelt hat, dass wir nur unter gewissen Voraussetzungen liebenswert sind. Wenn wir zum Beispiel „brav“ waren, gute Noten nach Hause brachten oder die Mutter bei der Erziehung der kleineren Geschwister unterstützten. Diese „bedingte“, an Voraussetzungen geknüpfte Liebe unterscheidet sich grundlegend von der „bedingungslosen Liebe“. Sie meint einen als Person, als Menschen – man muss sich die Liebe also nicht „verdienen“. Leider wird dieses Erziehungsmuster der Liebe, die an Bedingungen geknüpft ist, oft von Generation zu Generation weitergegeben.

Um ein gesundes Selbstvertrauen aufbauen zu können, braucht es zunächst mal viel Verständnis für die eigene Geschichte, das eigene „Geworden-Sein.“

Ich glaube, dass Selbstvertrauen und Selbstliebe direkt miteinander verbunden sind. Viele Menschen haben das Gefühl, „nicht gut genug zu sein“, was man auch übersetzen könnte mit „nicht liebenswert zu sein“. Dieses Grundgefühl kann sie dann beispielsweise dazu antreiben, stets Höchstleistungen erbringen zu müssen, weil sie sich im Grunde genommen so sehr danach sehen, endlich wahrgenommen, anerkannt und geliebt zu werden.

Deswegen arbeite ich gerne mit dem „inneren Kind“ meiner Klienten. Dadurch können sie Verständnis für ihre eigene Geschichte entwickeln und eine zunehmend liebevolle, wohlwollende Beziehung mit sich selbst aufbauen. Auf diese Weise können sich die inneren Dialoge, in denen viele Klienten teilweise vernichtende Kritik an sich selbst übten, drastisch verändern. So, dass sie zunehmend wohlwollende, motivierende innere Dialoge mit sich selbst führen. Natürlich gibt es auch ganz konkrete hypnotherapeutische Techniken.

In der hypnotischen Trance- während der kritische Verstand vorübergehend in den Hintergrund tritt-, werden in einem Gebiet Ressourcen gefunden und aktiviert. Diese werden dann in ein anderes Gebiet zu „transferiert“, wo zum Beispiel Selbstvertrauen gebraucht wird. Solche Techniken können schon sehr viel bewirken. Doch glaube ich, dass sie erst dann nachhaltig wirken, wenn es dem Klienten gelingt, eine wohlwollende und liebevolle Beziehung zu sich selbst und damit zu anderen aufzubauen. Ich sehe es als eine meiner Kernaufgaben, meine Klienten genau darin zu unterstützen.

 

Motivation und Vertrauen führen zum Erfolg

Eine Hypnosetherapie kann sehr wirkungsvoll sein für jene, die sich mit ihren psychischen Problemen auseinander setzen möchten. Das eigene Zutun des Klienten in Form von hoher Motivation und Vertrauen in den Therapeuten sind nämlich essenziell, damit die Therapie ein Erfolg wird. Nur so kann sie dem Klienten dabei helfen, zu seiner verborgenen positiven Kraft tief im Inneren zu finden. Somit kann er sich praktisch selbst heilen.

Mehr Informationen über Bettina finden Sie hier.

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