Bogenschießen – Ältester Jagdsport der Menschheit

Veröffentlicht am 8 Juli 2019 von Verena Arnold
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Als es noch keine Supermärkte gab und die Menschen vom Jagen und Sammeln lebten, fand das Bogenschießen seinen Ursprung. Die Männer erlegten mit ihren Bögen Tiere, um das eigene Überleben zu sichern und möglichst viel im Alltag zu verwerten. So besitzt diese heutige Sportart eine historische Geschichte und wird seit Generationen weitergegeben. Wir haben uns mit dem OBSG Verein der Ostschweiz unterhalten und dadurch mehr über den interessanten Sport das Bogenschießen erfahren.

Der Coop Geschäftsführer Yves Högger stammt aus dem Kanton Thurgau und besitzt neben seiner Leidenschaft für die Natur, ebenfalls eine Affinität fürs Bogenschießen. Bereits seit mehreren Jahren geht er gemeinsam mit seiner Familie diesem Hobby nach und ist im Vorstand des Bogenschießen Vereins OBSG. 

Der Verein besteht seit 1982 und besteht aus elf Vorstandsmitgliedern. Durch seine private Passion fürs Bogenschießen ist Yves Högger bereits seit zwei Vereinsjahren in dieser Position und unterstützt diesen in seiner Freizeit.

Unser Interviewpartner und Inhaber des Bogenschießen Vereins Yves Högger

Wie lange gibt es den Verein schon? Wie viele Mitglieder sind dabei?

Unsere Geschichte beginnt am 23. März 1982 mit der Gründung des Vereins. Heute zählen wir rund 230 Bogenschützinnen und Bogenschützen, vor allem aus der Ostschweiz zu unseren Mitgliedern. Wir bevorzugen keine Bogenart oder Stilrichtung. Ob gesellige oder ambitioniert, jung oder alt, weiblich oder männlich, bei uns sind alle Schützen gleichermaßen willkommen.

Der OBSG ist ein Verein im Sinne des Schweizerischen Zivilgesetzbuches. Wir zählen uns zu den städtischen Vereinen und sind Mitglied der IGSportstadt St.Gallen. Wir gehören beiden nationalen Verbänden, dem SA (Swiss Archery Association) und dem FAAS (Field Archery Association Switzerland) an, sind in beiden aktiv und fühlen uns beiden verbunden.

Die Sportanlage Gründenmoos ist unsere Heimat. Die erstklassigen und jederzeit frei zugänglichen Trainingsanlagen erlauben uns die optimale Vorbereitung auf alle gängigen Wettkämpfe, egal ob drinnen oder draußen. Wir können somit 7 Tage rund um die Uhr drinnen 18 Meter draußen 30, 50, 70 und 90 Metern Trainieren. Unser Waldgelände mit zahlreichen 3D-Tieren und Feld-/Jagd Scheiben ist lediglich 15 Minuten entfernt. 

 

Was ist das Besondere am Bogenschießen? Wie lernt man den Sport am schnellsten? Was für Utensilien braucht man?

Das Bogenschießen ist ursprünglich eine der ältesten Jagdformen der Menschheit und spielte lange Zeit als Fernwaffe in kriegerischen Auseinandersetzungen eine bedeutsame Rolle.

Heute ist das Schießen auf standardisierte Zielscheiben mit Recurve- oder Compoundbögen, an denen Zielvorrichtungen und Stabilisatoren angebaut sind, die am weitesten verbreitete Bogen Sportart. Der verwendete Bogen, der häufig als „olympischer Bogen“ bezeichnet wird, ist ein technologisch hoch entwickeltes Sportgerät, mit welchem genaue Treffer auf große Distanzen erzielt werden können. Das Bogenschießen zählt zu den Präzisionssportarten. Bogenschießen gehört seit 1972 zu den Olympischen Sportarten. Zuvor war es bereits in den Jahren 1900, 1904, 1908 und 1920 im Programm der Olympischen Spiele vertreten.

Seit einigen Jahren gewinnt das traditionelle Bogenschießen mit Bögen, an denen keinerlei technisches Zubehör angebracht ist, an Beliebtheit. Neben dem Recurvebogen in seiner Form als Blankbogen wird hier mit dem Langbogen, dem Reiterbogen und dem Primitiv-Bogen geschossen. Es werden auch selbst gebaute Bögen verwendet. Bei dieser Sportart wird häufig auf Parcours im Wald eine Jagd simuliert und auf Tierattrappen geschossen.

Neben dem sportlichen Bogenschießen wird im meditativen und therapeutischen Bogenschießen der Bogen als Mittel zur Persönlichkeitsentwicklung genutzt.

Beim traditionellen Bogenschießen werden ausschließlich Blankbögen ohne technische Hilfsmittel wie Zielvorrichtungen oder Stabilisatoren benutzt. 

Dieses traditionelle Bogenschießen, auch als instinktives oder intuitives Bogenschießen bezeichnet, gewinnt seit den 1980er Jahren an Beliebtheit. Auch Profis, die ihr Ziel mit nahezu 100%iger Sicherheit treffen und eine neue Herausforderung oder Abwechslung suchen, wechseln öfter zum intuitiven Bogenschießen. Die Treffgenauigkeit kann bei guter Übung praktisch gleich der eines Bogenschützen sein, der durch ein geschlossenes Auge und mit technischen Hilfsmitteln zielt.

 

Berittenes Bogenschießen

Beim Berittenen Bogenschießen wird mit kurzen Reiterbögen vom Pferderücken aus, meist im Galopp, geschossen.

 

Kyūdō

Kyūdō heißt das traditionelle japanische Bogenschießen, welches auf der alten Kriegstechnik der Samurai gründet und sich unter dem Einfluss des Zen-Buddhismus zu einer Kunstform entwickelte.

Yabusame ist eine ältere traditionelle japanische Art des Bogenschießens, die vom Pferd aus ausgeübt wird.

 

Zen-Bogenschießen

Beim Zen-Bogenschießen stehen meditative Aspekte im Vordergrund, während das Treffen des Zieles zweitrangig ist. Der achtsame und ritualisierte Prozess des Schießens wird genutzt, um Bewusstseinszustände der Konzentration und Gelassenheit zu fördern. Das Zen-Bogenschießen wurde im Westen vor allem durch das Buch von Eugen Herrigel „Zen in der Kunst des Bogenschießens“ bekannt. Es werden im Gegensatz zum Kyūdō handelsübliche Langbögen und Reiterbögen verwendet.

 

Therapeutisches Bogenschießen

Seit Mitte der 1990er Jahre rückte das traditionelle Bogenschießen in das Interesse von Körpertherapeuten und Psychotherapeuten. In vielen psychosomatischen Kliniken, in der Therapie für Kinder und Jugendliche und in der Rehabilitation wird Bogenschießen als Bestandteil der Behandlung angeboten. Dabei werden die beim Bogenschießen inhärenten Gegensätze zwischen Anspannung und Entspannung, zwischen Konzentration und Loslassen und zwischen Disziplin und Spiel therapeutisch genutzt.

Das therapeutische Bogenschießen arbeitet als Form der Erlebnis-Therapie mit konkreter, vor allem körperlicher Erfahrung und konfrontiert unmittelbar mit sinnlich erlebter Realität.

Anwendungsbereiche Therapeutisches Bogenschießen:

Kritische und belastete Lebenssituationen, ADS, ADHS, Betagte, Beziehung, Berufsorientierung, Selbsterfahrung, Prävention im klinischen therapeutischen Bereich, Schulen, Sport Coaching, Führungskraft Training,

Der Bogensport ist sehr vielfältig und kann in verschiedensten Arten ausgeführt werden. Ein Sport für die ganze Familie. Lernen kann es praktisch jeder. Einige beherrschen den Bogen auf Anhieb, andere brauchen etwas länger. Ich persönlich finde es sehr interessant wie schnell dass, die Kinder und Jugendlichen zu guten Ergebnissen kommen. Diese Fokussieren sich auf das Ziel und schießen einfach drauf los. Die Erwachsenen sind mit den Gedanken mehrheitlich mit dem Zielen, Bogen und Stand beschäftigt, sodass das Ziel vernachlässigt wird. Im Prinzip funktioniert das Bogenschießen, wie Steine werfen. Bei den benötigten Utensilien gibt es verschiedene Möglichkeiten. Im Prinzip reicht ein einfacher Stecken z. B. Haselnuss mit einer Schnur und ein paar Pfeilen. Allerdings schießt man mit diesem nicht die gleichen Ergebnisse. 

 

Welche Bögen verwendest du für den Sport am liebsten und warum?

Ich persönlich schieße fast alle Arten der Bögen, da ich alle Richtungen sehr interessant finde. Je nach Lust und Laune. Wenn ich gute Resultate und etwas Power möchte, schieße ich meinen Compound und wenn ich mit meinen Kindern auf einem 3 D Parcour unterwegs bin. Wenn ich Wald, Natur und das Gesellige genieße, dann schieße ich einen Recurve oder Langbogen. Was mir aber am meisten Spaß macht, ist mein historischer Eibenlangbogen. Eventuell liegt das an meinem Namen Yves, der auch ‚(Pfeil-)Bogen aus Eibenholz‘ bedeutet. Vielleicht  ist der Name Yves darum im übertragenen Sinn ‚der Bogenschütze‘.

 

Welche Kurse bietet ihr für Anfänger an? Gibt es auch Kurse für Kinder? Ab wann kann man mit dem Bogenschießen anfangen?

Auch wenn das Bogenschießen relativ leicht zu erlernen ist, gibt es verschiedenste Sicherheitsvorkehrungen. Auch für mich als erfahrener Schütze gibt es immer wieder Situationen oder Erfahrungen, die mich überraschen. Z. B. Wie weit ein Pfeil fliegt, Durchschlagskraft, Abpraller, Ausriss oder was passier mit einem defekten Pfeil, wenn das falsche Material verwendet wird. Es können gravierende Unfälle passieren. 

Daher empfehle ich persönlich immer zuerst einen geeigneten Kurs zu absolvieren. Wir bieten Einführungskurse, Erwachsenentraining Jugendtraining ab 12 Jahren und Firmenanlässe an.

Das Bogenschießen ist ursprünglich eine der ältesten Jagdformen der Menschheit

 

Tradition und Leidenschaft

Das Bogenschießen gehört seit vielen Jahren zu den Jagdmethoden der Menschheit. Es ist bis heute ein beliebter Sport und zählt einige Liebhaber und Hobbysportler. Der Bogenschieß Verein der Ostschweiz ist deshalb ein beliebter Treffpunkt, um gemeinsam dem Schießen nachzugehen und die historische Jagdmethode nun als Sport auszuüben. Wir danken dem Vereinspräsident Yves Högger für das spannende Gespräch und wünschen ihm und den Mitgliedern viel Erfolg und weiteres Bestehen.

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