„Blitzschach” auch im hohen Alter noch beliebt

Veröffentlicht am 31 Januar 2020 von Verena Arnold
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Zum Fechten braucht man Konzentration, Ausdauer und Willenskraft. Außerdem ist eine Körperbeherrschung wichtig, damit man die Bewegungen zielgenau umsetzen kann. Als langjährige aktive Fechterin verfügt Julia Popp, die Präsidentin des Fechtclubs in Chur, über diese Fähigkeiten. Obwohl der Verein mit vollem Namen „Kantonsschüler-Turnverein (KTV) Chur“ heißt, werden auch Jugendliche und Erwachsene gerne außerhalb der Kantonsschule aufgenommen.

Fechtsport wird auch als „Blitzschach“ bezeichnet, denn man muss in Sekundenschnelle auf jeden Angriff des Gegners reagieren können. Schon ein paar wenige Zentimeter entscheiden über Treffer oder Gegentreffer. Deshalb müssen viele verschiedene Beinarbeits-, Angriffs- und Verteidigungsaktionen einstudiert und trainiert werden. Ausgerüstet mit dem richtigen Material ist der Fechtsport aber völlig ungefährlich.

Der Altmitglieder-Verband AMV des KTV Chur pflegt die Freundschaft und den Sport bereits seit 1836. In Jahr 2009 wurde der Trainingsbetrieb des Churer Traditionsvereins umstrukturiert. Anstelle des modernen Fünfkampfs stand nun das Degenfechten auf dem Programm. Jeweils dienstags und donnerstags sind die Clubmitglieder herzlich zum Training eingeladen.

Unsere Interviewpartnerin und Fechterin Julia Popp

Julia, du bist die Präsidentin des Fechtclubs. Wie bist du zu dieser Tätigkeit gekommen? Bist du selbst noch aktive Fechterin? Welche Aufgaben übernimmst du im Fechtclub?

Das Problem war, dass unsere frühere Präsidentin Madleina Candrian der Tätigkeit nicht mehr nachkommen konnte, da sie zum Studium in eine andere Stadt gezogen ist. Der Altherrenpräsident Martin Michel hat den Posten eine Zeit lang übernommen. Im Oktober dieses Jahres wurde ich zur Präsidentin gewählt, da ich ein sehr aktives Mitglied des Fechtclubs bin und sowieso schon einige Aufgaben übernommen hatte. Ich bin auch noch eine aktive Fechterin und besuche zweimal pro Woche das Training. Meine Aufgabe besteht vor allem darin, den Kontakt mit Mitgliedern oder anderen Fechtclubs zu pflegen. Außerdem kümmere ich mich um die Organisation verschiedener Aktionen, die den Verein betreffen, zum Beispiel um das Anwerben neuer Mitglieder. Einmal in der Woche leite ich zudem das Kraft- und Konditionstraining.

 

Kannst du die drei Fechtarten Florett-, Säbel- und Degenfechten kurz miteinander vergleichen? In welchen Bereichen unterscheiden sich diese? Warum bietest du im Fechtclub lediglich das Degenfechten an?

Die größten Unterschiede zwischen den drei Fechtarten liegen natürlich einerseits in den Waffen an sich und andererseits in der Trefferwertung. Beim Degenfechten gilt der gesamte Körper als Trefferfläche, beim Florettfechten nur der Oberkörper und beim Säbelfechten nur Oberkörper, Kopf und Arme. Bei Florett- und Degenfechten gelten nur Stiche als Treffer, beim Säbelfechten auch Schläge. Des Weiteren gibt es beim Säbel- und Florettfechten auch das sogenannte „Treffervorrecht”, bei dem der angreifende Fechter einen Punkt erhält, wenn sich beide Fechter gleichzeitig treffen. Es gibt auch noch andere kleine Unterschiede, beispielsweise bei den Griffen oder der Ausrüstung. Das Florettfechten ist die schnellste der drei Arten. Wir bieten nur Degenfechten an, da die Regeln einfacher als bei den beiden anderen Varianten sind und man es im Gegensatz zum sehr schnellen Florettfechten gut bis ins hohe Alter ausführen kann. Ein weiterer Grund liegt darin, dass der KTV früher modernen Fünfkampf angeboten hat. Dazu gehören Reiten, Schießen, Schwimmen, Geländelauf und Degenfechten.

 

Was gehört zur Grundausstattung bei einem Fechtwettkampf? Wie müssen die Teilnehmer bekleidet sein? Wie schützen sie beispielsweise ihr Gesicht? Welches Gerät würdest du Anfängern beim Fechten empfehlen?

Bei einem Wettkampf sind gute Anzeigegeräte, welche die Treffer der beiden Kontrahenten anzeigen, unverzichtbar. Bei etwas größeren Turnieren gibt es in der Regel auch Bahnen, welche einerseits den Bereich kennzeichnen, in dem sich die Fechter bewegen dürfen, andererseits auch keine Treffer anzeigen, wenn einer der Teilnehmer auf den Boden sticht. Zur Schutzausrüstung gehören etliche Teile. Die wichtigsten Sachen sind ein Brustpanzer, allerdings nur für Frauen, eine dünne Unterjacke, eine dickere Jacke über der Unterjacke, ein Handschuh für die Waffenhand, die andere Hand bleibt ungeschützt, und eine Maske, mit der die Fechter ihr Gesicht schützen. Es gibt noch weitere Schutzbekleidung, die jedoch nicht so wichtig ist. Dazu gehören ein Tiefschutz für Männer, eine Hose, Schuhe und Socken. Fechtanfängern empfehle ich den Degen.

 

Wie setzen sich die Kosten für eine Mitgliedschaft im Fechtclub zusammen? Wie häufig sollte man trainieren? Gibt es den Unterricht immer in der Gruppe oder findet auch Einzelunterricht statt? Welche Faktoren beeinflussen den Preis für die Mitgliedschaft zusätzlich noch?

Es gibt einen Festbetrag von etwa 200 Schweizer Franken, die jedes Mitglied pro Semester zahlen muss. Dazu kommen weitere Kosten, wenn man bei uns Material mietet. Für Jugendliche gibt es auch einen Rabatt, weswegen die Preise stark schwanken können. Wir trainieren zweimal pro Woche. Einmal konzentrieren wir uns eher auf Kraft und Kondition und einmal auf das tatsächliche Fechten. Natürlich ist es ideal, wenn man zweimal pro Woche ins Training kommt. Jedoch nehmen die meisten Mitglieder aufgrund von mangelnder Zeit nur am Fechttraining teil. Jede Woche bekommt jedes Mitglied nach Möglichkeit eine Einzellektion bei unserem Trainer, der uns gezielt einzelne Angriffe oder Manöver zeigt.

Bei einem Wettkampf sind gute Anzeigegeräte unverzichtbar

 

Einzellektionen für das Erlernen gezielter Manöver

Für Wettkämpfe im Degenfechten sind gute Anzeigegeräte unerlässlich, welche die Treffer der beiden Kontrahenten anzeigen. Die einzelnen Teile der Schutzausrüstung, wie die Fechtjacken, der Handschuh für die Waffenhand und die Gesichtsmaske, dürfen natürlich auch nicht fehlen. Julia Popp, Präsidentin des Fechtclubs KTV Chur, findet neben organisatorischen Aufgaben Zeit genug, selbst weiterhin das zweimal wöchentliche Training zu besuchen. Sie leitet dabei das Kraft- und Konditionstraining.

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