Der Bestatter: Ein Beistand beim Abschiednehmen

Veröffentlicht am 6 Juni 2018 von Verena Arnold
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Bestatter sind ein Beistand für Angehörige
Bestatter sind ein Beistand für Angehörige

Aus dem Alltag eines Bestatters

Wenn das Leben eines Menschen zu Ende geht, stehen die Hinterbliebenen vor einer schweren, im ersten Moment nicht lösbar erscheinenden, Aufgabe. Im Moment des Verlustes über die Organisation der Beisetzung nachzudenken, fällt unsagbar schwer. Daher ist die Tätigkeit des Bestatters so wertvoll. Er steht den Trauernden in allen Fragen zur Seite und organisiert alles, was nötig ist.

Bestatter sind deshalb häufig Menschen, die ihren Beruf eher als Berufung sehen und denen die Zufriedenheit ihrer Kunden in unterschiedlicher Hinsicht am Herzen liegt. Um einen Einblick in die Tätigkeit eines Bestatters zu bekommen, haben wir mit Viktor Jurt gesprochen. Der 1981 in Luzern geborene und seit 2013 verheiratete Vater von 2 Kindern, der in seiner Freizeit leidenschaftlich gern Fußball-Golf spielt, kam auf Umwegen zu seinem Beruf.

Obwohl ihm schon als Kind klar war, dass er einmal die Tradition der Familie weiterführen und in dem vom Großvater Viktor Jurt 1954 gegründete Bestattungsdienst Seetal, der bis 2013 dann von seinem Vater Guido Jurt geführt wurde, arbeiten wollte, machte er zuerst eine Ausbildung zum Bauzeichner, arbeitete auch als Greenkeeper beim Fußball-Club Hitzkirch und sammelte Erfahrungen als Friedhofs- und Landschaftsgärtner und wechselte dann 2004 in den Familienbetrieb.

Viktor Jurt steht Angehörigen zu Seite
Viktor Jurt steht Angehörigen zur Seite

Nach entsprechender Weiterbildung ist er seit Oktober 2010 geprüfter Bestatter mit eidg. Fachausweis und ist nun Inhaber und Geschäftsführer des Bestattungsdienstes Seetal, der auch Mitglied im Schweiz. Verband der Bestattungsdienste ist. Die über 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen bringen über 200 Jahre Erfahrung im Bestattungsdienst mit. Um den Pikettdienst täglich und rund um die Uhr gewährleisten zu können, sind immer mindestens zwei Bestatterinnen oder Bestatter einsatzbereit.

Der Bestattungsdienst Seetal ist ein Unternehmen mit langer Familientradition. Der pietätvolle Umgang mit den Verstorbenen sowie mit den Angehörigen steht immer im Vordergrund. Als Familienbetrieb wird Viktor Jurt von seiner Frau Cécile Jurt, von seinem Vater Guido Jurt, seinen Schwestern Barbara Jurt und Olivia Studhalter-Jurt sowie von seinen Schwiegereltern Angela und Hansueli Tschopp unterstützt. Mit den langjährigen Mitarbeitern wird ein familiäres und freundschaftliches Arbeitsklima gepflegt. Ebenso werden Praktikantinnen und Praktikanten ausgebildet, um ihnen den Beruf des Bestatters näher zu bringen.

 

 

 

Herr Jurt, In der Wahrnehmung vieler Menschen ist der Beruf des Bestatters nicht unbedingt ein Traumberuf. Erlauben Sie die Frage, was bei Ihnen die Motivation für diesen Beruf ist?

Bestimmt ist Bestatter nicht die Nummer eins bei der Berufswahl. Für mich jedoch könnte ich mir keine schönere Tätigkeit vorstellen. Kein Trauerfall ist gleich, die Bedürfnisse und Wünsche der Angehörigen sind jedes Mal anders. Es bedeutet mir sehr viel einen Menschen auf seinem letzten Weg begleiten zu dürfen. Die Wertschätzungen und die Dankbarkeit der Trauerfamilien geben mir immer wieder Kraft, auch in der Nacht, an Sonn- und Feiertagen im Dienste der Verstorbenen zu arbeiten.

 

Beruflich bedingt sind sie täglich mit dem Thema Tod konfrontiert, entwickelt man dadurch einen anderen Blick auf das Leben?

Oft erleben wir traurige Schicksalsschläge. Man lernt nicht nur die eigene, sondern auch vielmehr die Gesundheit seiner Lieben zu schätzen. Wichtig ist auch die kostbare Zeit mit der Familie und Freunden so viel wie möglich zu genießen.

Ihr Beruf erfordert viel Feingefühl, wie begegnen Sie der Schwierigkeit, dass Sie einerseits professionell auftreten und einerseits richtig auf die Situation begegnen, in der sich Ihre Kunden befinden?

Unser Kredo lautet: mitfühlen – nicht mitleiden. Der Grat zwischen dem Mitfühlen und dem Mitleiden ist jedoch sehr schmal. Gerade bei tragischen Ereignissen mit Kindern ist es für mich als Familienvater nie einfach. Auch Bestatter dürfen, ich finde sogar sollen, Gefühle zeigen. Wichtig ist aber auf jeden Fall stets einen klaren Kopf zu behalten. Oftmals sind Familienangehörige und Freunde psychisch nicht in der Lage, sich in kurzer Zeit um die ganzen Formalitäten rund um einen Todesfall zu kümmern.

 

Sie bieten als Bestatter eine breite Betreuung für Angehörige an, die von der Erledigung der Formalitäten bis hin zur Trauerbegleitung reicht. Können Sie einmal den Ablauf schildern, wie sie vorgehen, um Angehörige bestmöglich zu entlasten und bei den anstehenden Aufgaben zu unterstützen?

Eine unserer wichtigsten Tätigkeit ist die Trauerfamilie, so wie sie es wünscht, zu unterstützen, damit die kurze Zeit des Abschiednehmens optimal genutzt werden kann. Denn die Zeit der Verabschiedung kann später nicht wiederholt werden. Deshalb kümmern wir uns um die diversen Formalitäten, welche bei einem Todesfall anfallen. Sei dies die Anmeldung der Kremation, die Meldung beim Zivilstands- oder Bestattungsamt, oder das Organisieren von Blumenschmuck, Trauerredner, Pfarrer, Musiker, usw. Weiter bieten wir eine professionelle Trauerbegleitung durch Maria Hess an. Sie unterstützt die Trauerfamilie nicht nur bei der Abschiedsfeier, sondern auch danach im familiären Rahmen.

 

Kümmern sich die meisten Menschen noch zu Lebzeiten um ihr eigenes Begräbnis oder wird das eher von den Angehörigen im Nachhinein erledigt? Würden Sie empfehlen, sich im Vorfeld selbst Gedanken zu machen?

Bestatter bieten auch Beratung zum Thema Sterbevorsorge

 

In der Tat kümmern sich immer mehr Menschen zu Lebzeiten um ihrem Tod. Sie sprechen mit ihrer Familie über ihre letzten Wünsche. Dies ist auf jeden Fall ein Weg in die richtige Richtung. Leider gibt es auch des Öfteren Familien, welche keine Ahnung haben was sich der Verstorbene gewünscht hat und stehen plötzlich vor vielen Entscheidungen, welche sie nun in kurzer Zeit treffen müssen. Aus diesem Grund bieten wir eine Sterbevorsorge an. Sprechen sie mit uns über ihre Wünsche, Anliegen und offene Fragen. Gerne beraten wir sie, natürlich ganz unverbindlich, über die verschiedenen Möglichkeiten.

 

Warum man sich zum Beruf des Bestatters berufen fühlen muss

Bestatter ist kein Beruf wie jeder andere. Bestatter arbeiten mit Menschen in einer besonderen Lebenssituation, die vom Bestatter viel Respekt, Einfühlungsvermögen und Hingabe, sowie die Bereitschaft zur Individualität in der Kundenbetreuung erfordert. Jeder Trauernde braucht auf seine ganz persönliche Art Hilfe und Unterstützung. Dies kann man auf Dauer nur leisten, wenn man sich wirklich zu dieser Aufgabe berufen fühlt. Dies ist auch allen Mitarbeitern beim Bestattungsdienst Seetal stets bewusst.

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