Als Stadtführerin in St. Gallen unterwegs

Veröffentlicht am 13 September 2019 von Verena Arnold
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Reisen in fremde Städte sind etwas ganz Besonderes. Man ist mit neuen Menschen und Lebenseinstellungen, dem Flair der Stadt und manchmal auch fremden Kulturen konfrontiert. Um die wichtigsten Highlights sehen zu können, benötigt man auf eigene Faust oftmals sehr viel Zeit. Ein Stadtführer dagegen ist bestens informiert, kennt interessante Plätze und hat einiges an Hintergrundwissen zu bieten. So wählen viele Touristen die Option, eine Tour mit einem Stadtführer zu unternehmen, um in wenigen Stunden das zu sehen, was die Umgebung so einzigartig macht.

Lisa Lichtensteiger wurde am 19.2.50 in Chur geboren. Sie hat als Abschluss ein Eidg. Handelsdiplom und beherrscht die Sprachen Englisch, Italienisch und Französisch. Nach einem Sprachaufenthalt in England und Frankreich arbeitete sie bei der Swissair für sechs Jahre als Flight Attendant. Nach ihrer Heirat 1976 ging sie mit ihrem Mann für zehn Jahre nach Bad Homburg in Deutschland. 1986 kamen sie zurück in die Schweiz nach St. Gallen. Hier kam der dritte Sohn 1987 zur Welt und damit wurde Lisa Lichtensteiger vollumfänglich zur Managerin der Familie. Mit Einschulung des Jüngsten im Jahr 1994 bewarb sie sich auf Rat einer Freundin hin als Stadtführerin bei Bodensee Tourismus und wurde auch angenommen.

Die Ausbildung verlief nach einer Einführung auf selbstständiger Basis. Morgens, wenn die Familie außer Haus war, studierte sie die Geschichte der Stadt St.Gallen und die Klostergeschichte. Später holte sie auf freiwilliger Basis ein Fernstudium der Geschichte bei der AKAD nach und besuchte an vielen Abenden an der Universität St. Gallen Kurse der Geschichte über verschieden Themen wie Karolingische Schreib- und Malkultur, Irland oder Architektur. Das Ganze dauerte natürlich einige Zeit und ist auch heute noch ein Teil des Berufes. Die Ausstellungen in der Stiftsbibliothek und im Textilmuseum wechseln zweimal im Jahr – das bedeutet, sich immer wieder weiterzubilden. Weiterbildung ist das Eine – wichtig ist aber auch der Spaß an der Sache und die Freude, verschiedenen Gruppen etwas zeigen zu dürfen. 

Mit Britta Nydegger – ebenfalls Stadtführerin – machte sich Lisa Lichtensteiger 2006 selbstständig. Ihr Unternehmen ist sehr einfach, sie teilen sich die Homepage, haben alle Themen zusammen ausgearbeitet, können füreinander  einspringen und Führungen übernehmen. Jede arbeitet aber finanziell für sich und nimmt auch die Aufträge über das eigene Mail entgegen. Beide arbeiten viel für die Stiftsbibliothek, das heißt sie machen Führungen in der Bibliothek und auch im Textilmuseum. 

Eine Stadtführung beinhaltet in der Regel eine Besichtigung des Klosterviertel, der Kathedrale und Stiftsbibliothek und meistens noch einen Rundgang durch die Altstadt. Die Führungen dauern eine bis drei Stunden und werden zwischen 10.00 Uhr und 17.00 Uhr angeboten – außerhalb dieser Zeiten ist allerdings auch möglich. St.Gallen hat eine sehr interessante Textilgeschichte. Eine Führung zu dieser Thematik wird neben einer Führung im Klosterviertel sehr viel gewünscht und endet meistens im Textilmuseum. Spannend sind auch die Geschichten aus dem alten St.Gallen sowie die Reformation in der Stadt. 

Für Lisa Lichtensteiger war es immer schön, dass sie selber entscheiden konnte, wann und wie lange sie arbeiten möchte, da ihr die Familie wichtig war. Wie viele Führungen jede Person pro Tag annimmt, ist ihr überlassen. Sie ist heute der Meinung, dass eine bis zwei völlig reichen. Der Verdienst einer Führerin ist soweit gut. Die Möglichkeiten, Führungen zu machen, sind vor allem im Sommer gegeben – im Herbst wenig und im Januar und Februar gibt es kaum Besucher. Für Lisa Lichtensteiger war das immer gut so – andere Stadtführer suchen sich in der Zeit noch weitere Jobs.

 

Unsere Interviewpartnerin ist Stadtführerin Lisa Lichtensteiger

 

Was macht St. Gallen besonders? Wie lange brauchen Touristen, um die Stadt zu entdecken?

Die Besonderheit der Stadt St.Gallen ist der Klosterplatz, beherrscht von der doppeltürmigen Kathedrale – eine spätbarocke Kirchenanlage und ein Ausdruck spätfeudaler geistlicher Prunkentfaltung. Dazu die berühmte Stiftsbibliothek, die Älteste in der Schweiz und zugleich die Schönste. In der Bibliothek befinden sich über 2000 Handschriften, Frühdrucke und weitere Kostbarkeiten, wie der berühmte St.Galler Klosterplan aus dem 9. Jahrhundert. Heute wird dieser Plan im Original im Ausstellungssaal gezeigt – ein weiterer Höhepunkt. Rund um dieses Weltkulturerbe befindet sich die Altstadt von St. Gallen, die bekannt ist für die berühmten Erker als Zierde vieler Häuser. Auch als Textilstadt bietet St.Gallen eine sehr interessante Geschichte. Ein Höhepunkt ist auch die Universität, die mit wertvoller zeitgenössischer Kunst geschmückt ist. Eingebettet in die Hügelketten Rosenberg und Freudenberg nennt sich St.Gallen auch die Stadt im grünen Ring. Touristen können hier einen Tag sehr gut verweilen, zwei bis drei Stunden reichen manchmal aber auch – je nach Interesse und Zeit.

 

Wann lohnt sich der Besuch der Stadt besonders? Wie kann man einen Wochenendausflug sinnvoll planen?

Ein Besuch lohnt sich immer! Ein guter Anfang ist der Klosterbezirk. Genießen Sie die Schönheiten der Architektur des 18. Jahrhunderts und besuchen Sie die Kathedrale und die Stiftsbibliothek. Lassen Sie sich die Geschichte des Klosters erzählen, das im Jahr 612 den Anfang nimmt mit Gallus, dem irischen Wandermönch. Es stellt eine über 1000-jährige Kulturgeschichte dar, über die Handschriften und Kostbarkeiten, die heute noch aufbewahrt werden und vieles mehr. Ein kleiner Bummel durch die Altstadt ist sehr zu empfehlen und vergessen sollte man die berühmte St.Galler Bratwurst keinesfalls. Die Textilgeschichte und das Textilmuseum sind auch immer sehr interessant, dazu gehört dann der Jugendstil. Ein Spaziergang zu den Drei Weieren lohnt sich auf jeden Fall. Die liegen oberhalb der Stadt und sind die Badeseen der St.Galler. Sie genießen einen herrlichen Ausblick über die ganze Stadt und deren Umgebung. Je nach Wochenende finden abends die Opern Festspiele oder das St.Galler Open Air statt oder sonstige Events. Einen Abstecher nach Appenzell lohnt sich auch immer!

 

Mit welchem Werkzeug arbeitest Du am liebsten? Hast Du dieses Tool aufgrund der Marke ausgesucht und wenn ja, warum?

Mit PC und vielen Bücher. Ich lese gerne und benutze den Filzstift!

 

Welche Veranstaltungen werden in dieser Saison angeboten? Was kann man für den Sommer erwarten?

Jedes Jahr findet das Open Air statt, das sehr zu empfehlen ist für Jung und Alt. Etwas festlicher und eleganter sind die Opern Festspiele Anfang Juli auf dem Klosterplatz mit der Turmfassade als Kulisse! Dieses Jahr war die Aufführung von Verdis il Trovatore. Dazu finden dann verschieden Konzerte unter anderem in der Kathedrale statt.

 

Die Begeisterung für die Stadt weitergeben

Um Touristen spannende Anekdoten und Geschichten über eine Stadt erzählen zu können, muss ein Stadtführer bestens informiert sein und sich ständig neues Wissen aneignen. Man muss selbst mit Begeisterung bei der Sache sein, um die Teilnehmer einer Führung mitzureißen und in eine fremde Welt zu entführen. So kann man auf interessante Art die Besonderheiten der Stadt vermitteln, damit diese einen bleibenden Eindruck bei den Touristen hinterlässt. Lisa Lichtensteiger spricht mit Begeisterung von ihrer Stadt und konnte uns einige Gegenden nennen, die man in St. Gallen unbedingt gesehen haben muss.

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